Großer Sport in der Hauptstadt: Berlin kann Olympia

Meldung vom 16.07.2014
Olympiastadion bei der Eröffnungsfeier 2004
Bild: Berlin Partner / FTB-Werbefotografie

Berlin-Marathon? Weltweit bekannt.

Sportevents in der Hauptstadt? Gut besucht von begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern.

Fußball-WM 2006? In bester Erinnerung.

WM-Siegesfeier 2014: Ganz Berlin war eine faszinierende Fanmeile.

Das sind Beispiele dafür, dass Berlin Deutschlands Sportmetropole ist und dass Berlin über herausragende Möglichkeiten für Breiten- und Spitzensport verfügt. Da liegt es nahe, dass die Hauptstadt erneut Olympiastadt werden könnte. Berlin kann Olympia, das zeigt sich immer wieder. In den nächsten Wochen wird in der Hauptstadt ein erstes Ideenkonzept entwickelt, wie Olympia aussehen könnte, falls der deutsche Sport sich mit der Hauptstadt für Olympische Sommerspiele 2024 oder 2028 bewirbt.

Der Berliner Senat hat im Juni beschlossen, am nationalen Interessenbekundungsverfahren des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für die Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 oder 2028 teilzunehmen. Neben Berlin interessiert sich auch die Hansestadt Hamburg für die Austragung der Spiele. Beide Städte arbeiten nun an ihren Austragungsideen – und sobald sich der Sport für eine Bewerbung entschieden hat, wird dieses Konzept im Dialog mit der Bevölkerung konkretisiert werden.

Die ersten Schritte

Der Senat hat die Senatsverwaltung für Inneres und Sport beauftragt, den Fragenkatalog des DOSB zu beantworten und die dafür erforderliche Dokumentation bis zum 31. August vorzulegen. Zeitgleich hatte der DOSB auch Hamburg den Katalog mit 13 Fragen zugestellt. Der DOSB wird voraussichtlich am 6. Dezember seine Grundsatzentscheidung fällen, wann sich Deutschland für Olympische Spiele bewirbt. Der Berliner Senat ist der Ansicht, dass sich der DOSB möglichst frühzeitig festlegen sollte, mit welcher Stadt Deutschland ins Rennen um eine Olympiabewerbung geht.

Ausschlaggebend für die Entscheidung sind die Rahmenbedingungen und die internationalen Erfolgsaussichten der beiden Städte. Sollte sich der DOSB nun auf 2024 festlegen, müsste die Bewerbung schon im Herbst 2015 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell angemeldet werden. Dann bleibt also nicht viel Zeit zur Konkretisierung des Konzepts. Für 2024 haben bereits die Metropolen Madrid, Istanbul, Paris, Washington und Durban ihr Interesse bekundet.

Bürgerolympia

Für den Senat ist die Unterstützung der Bevölkerung bei der Planung und Durchführung Olympischer Spiele in Berlin unverzichtbar. Ideen, Bedenken und Wünsche der Berlinerinnen und Berliner müssen in einem Bewerbungsprozess berücksichtigt werden. Um das zu verwirklichen, plant der Senat neue Formate der Bürgerbeteiligung. Dabei will Berlin auch zeigen: Gemeinsam mit den Menschen der Stadt lassen sich Olympische Spiele besser und nachhaltiger planen. Sobald der deutsche Sport sich entschieden hat, für wann und mit wem er ins Rennen gehen will, wird diese konkrete Planungsphase beginnen. Und im Vorfeld der Entscheidung des Sports werden die Anregungen und Prioritäten der Bürgerinnen und Bürger bereits in die Planüberlegungen einbezogen.

Olympia in der Mitte der Gesellschaft

Ein Olympiaprojekt muss sich auf ein breites Bündnis in der Stadt stützen. Sämtliche gesellschaftlichen Akteure sind eingeladen, sich an diesem Entscheidungsprozess intensiv zu beteiligen. Zu diesen Akteuren gehören die regionalen Wirtschaftsverbände, Unternehmen, Initiativen, aber auch Parteien und Gewerkschaften – vor allem aber engagierte Bürgerinnen und Bürger. Sie sollen intensiv in die Entscheidung sowie in die Planung und Durchführung Olympischer Spiele in Berlin einbezogen werden:

1. In der ersten Phase bis zur Beantwortung der DOSB-Fragen Ende August informiert der Berliner Senat die Bürgerinnen und Bürger über das nationale Interessenbekundungsverfahren auf berlin.de. Bei der Beantwortung der Fragen geht es zunächst vor allem darum zu zeigen, ob und wie eine Bewerbung Berlins möglich wäre. Um schon in dieser Phase einen ersten Überblick über die Prioritäten der Bürgerinnen und Bürger zu erhalten, hat das Land Berlin eine Umfrage zu möglichen Eckpunkten einer Berlin-Bewerbung online gestellt.

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2. Nach Abgabe der Antwortenbroschüre an den DOSB Ende August folgt die zweite Phase des Beteiligungsprozesses. Die Antworten des Senats werden online gestellt und mit einer Kommentarfunktion versehen. Auf diese Weise erhalten alle Interessierten die Möglichkeit, Anregungen, Tipps und Bedenken zu den Antworten des Senats zu äußern – und eigene Vorschläge für eine mögliche Bewerbung abzugeben.

3. Sollte Berlin im Dezember 2014 den Zuschlag des DOSB erhalten, erfolgt der Startschuss für die dritte Phase, den Beteiligungsprozess im engeren Sinn. Dieser hat das Ziel, das Berliner Bewerbungskonzept in einem umfassenden und kontinuierlichen Dialogprozesses zwischen Stadtgesellschaft, Sport und Politik gemeinschaftlich zu erarbeiten. Der Senat wird bis dahin ein entsprechendes Kommunikations- und Beteiligungskonzept entwickeln, das einen Zeitplan sowie geeignete Beteiligungsformate und -instrumente beinhaltet. Gemeinsam mit den Berlinerinnen und Berlinern wird das Land Berlin eine breite und ergebnisoffene gesellschaftliche Debatte um die Ausgestaltung möglicher Olympischer und Paralympischer Spiele in Berlin führen.

Für Olympia in Berlin spricht:

Für Berlin als Austragungsort Olympischer Spiele sprechen sportbegeistertes Publikum und hervorragende Infrastruktur. Bestehende Sportstätten müssten ggf. lediglich ertüchtigt werden. Mit zahlreichen bereits bestehenden Anlagen und der Einbeziehung natürlicher Gegebenheiten (Beispiel: Wassersportwettkämpfe auf Brandenburger Seen) lassen sich nachhaltige Spiele realisieren, die umweltverträglich und somit „nachhaltig“ sind.

Berlin würde durch viele neue Chancen von einer Olympiabewerbung profitieren. Eine denkbare Leitidee für Olympische Spiele in Berlin speist sich auch aus der Geschichte und dem Wesen der Stadt, die 25 Jahre nach dem Fall der Mauer eine aufstrebende Metropole geworden ist. Berlin wächst und ist weltweit als weltoffene und tolerante Metropole bekannt. Vor diesem Hintergrund könnten Olympische Spiele in Berlin einer neuen Philosophie internationaler sportlicher Großereignisse folgen.

Berlin macht dem Sport ein Angebot. Die Hauptstadt als authentischer Ort wäre einmal mehr Gastgeber für Menschen aus aller Welt. Berlin präsentiert sich so wie es ist – und es wird nicht neue, gigantische Sportstätten bauen, sondern die vorhandenen ertüchtigen und nutzen. Berlin wird bescheidene, aber wirkungsvolle Spiele austragen. Und insbesondere nicht Gelde für Einmalprojekte investieren, sondern dort Akzente setzen, wo die Stadt dauerhaft weiter bringen.

Berlin hat dabei die Chance, das einzigartige Flair der Stadt mit der olympischen Idee zu verbinden und den olympischen Gedanken zeitgemäß mit Leben zu erfüllen. Hier ist auch die Stadtgesellschaft gefragt, sich intensiv auch am gedanklichen Entwicklungsprozess zu beteiligen und sich dabei auf eine spannende Reise zu den nächsten Olympischen Spielen in Berlin zu begeben.

Unabdingbare Voraussetzung für den Start dieses Prozesses wäre jedoch die Entscheidung des DOSB für die deutsche Hauptstadt als Austragungsort olympischer Sommerspiele. Berlin ist bereit für Olympia.