Wowereit zur Ausstellung „WeltWissen“: „Erfindungen aus Berlin haben die Welt verändert“

Meldung vom 23.09.2010

23. September 2010 / PIA

Elektronisch unterstützes Fernglas in der Ausstellung
Elektronisch unterstützes Fernglas in der Ausstellung
Bild: dpa Bildfunk

Das Wissenschaftsjahr Berlin 2010 steuert auf seinen Höhepunkt zu: Am heutigen Donnerstag wird im Kreuzberger Martin-Gropius-Bau die Ausstellung „WeltWissen – 300 Jahre Wissenschaft in Berlin“ eröffnet. Sie bietet dem Publikum anhand von 400 Exponaten tiefe Einblicke in die Welt des Wissens. Die Relativitätstheorie, die Kernspaltung , Konrad Zuses erste programmierbare Rechenmaschine Z 1 und viele andere Erfindungen und Entdeckungen kann man hier erleben und bestaunen.

Wowereit erinnert anlässlich der Eröffnung an die Bedeutung Berlins als traditionsreiche Wissenschaftsmetropole: „Viele Entdeckungen und Erfindungen aus Berlin haben die Welt verändert.“ Und auch heute, so der Regierende Bürgermeister, kämen wieder bahnbrechende Innovationen aus Berlin. Die deutsche Hauptstadt biete mit ihren exzellenten Universitäten und der einzigartigen Dichte an Forschungseinrichtungen beste Bedingungen für Talente und kluge Köpfe aus aller Welt. Erfolge auf einigen Hochtechnologiefeldern, wie Medizintechnik, Biotechnologie, Optische Technologien sowie Energie- und Verkehrstechnologie zeigen, so Wowereit, dass zunehmend der „Funke von der Wissenschaft auf zumeist junge und innovative Unternehmen überspringt“.

Wowereit wirbt dafür, sich auf Wissenschaft einzulassen und besonders auch junge Menschen dafür zu begeistern. Es sei eine „große Bildungsaufgabe“, die Gesellschaft dazu zu befähigen, die Ergebnisse hoch spezialisierter Spitzenforschung zu evaluieren. Aber, so Wowereit, „dieser Herausforderung müssen wir uns stellen.“ Zugleich appelliert er an die gesellschaftliche Verantwortung von Wissenschaft: „Die Geschichte hat gezeigt, wohin es führt, wenn Wissenschaft sich abkoppelt von humanitären und zivilgesellschaftlichen Normen. Das gilt nicht nur für die Zeit des Nationalsozialismus, als jüdische Forscherinnen und Forscher vertrieben oder ermordet, politisch Andersdenkende verfolgt wurden, die Wissenschaften gleichgeschaltet und missbraucht wurden.“ Wissenschaft, so Wowereit weiter, „darf sich auch heute nicht im Elfenbeinturm oder im hermetischen Labor isolieren.“ In diesem Zusammenhang kritisiert Wowereit die Pläne der Bundesregierung, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern, als „Lobby-Politik“. Die Gesellschaft hat darüber zu befinden, ob Ergebnisse der Wissenschaft – neue Technologien, Arzneien oder genmanipulierte Lebensmittel – genutzt werden sollen. Bei hoch riskanten Technologien müsse eine Gesellschaft dann aber auch „nein“ zur Anwendung sagen können. „Die Kernenergie ist keine sichere Technologie,“ so Wowereit. „Deshalb ist der schnellstmögliche Ausstieg aus der Kernenergie die einzige richtige Lösung.“