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Auf dem Weg ins neue Quartier

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Bild: Zebralog GmbH

Liebe Leser*innen,

ein turbulentes Jahr geht zu Ende. Die pandemische Weltlage dominiert die Nachrichten, unsere Arbeit und den Alltag. Auch im Rathausblock hat Corona vieles verändert: Zukunftsrat, Arbeitsgruppen und andere Zusammenkünfte finden insbesondere seit dem Herbst wieder digital statt. Der persönliche, oft auch zufällige Kontakt, von dem ein Kiez lebt, fehlt. Gleichzeitig können wir stolz auf das Erreichte sein. In diesem Newsletter lesen Sie daher von dem Weg ins ökologische Stadtquartier, der beginnenden Gemeinwesenarbeit und den zivilgesellschaftlichen Projekten, die dieses Jahr durch die Kiezkasse gefördert werden. Und wir möchten Sie auf ein auch für das Modellprojekt wichtiges Crowdfunding-Projekt hinweisen.

Wir hoffen, dass Sie über die Feiertage ein wenig Ruhe und Erholung finden können. Sie haben es sich verdient.

Mit den besten Grüßen aus dem Rathausblock
Alexander Matthes (Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg) und Jan Korte (Zebralog)

Ökologisches Stadtquartier vor der Tür

Komposttoilette auf dem Dragonerareal
Bild: S.T.E.R.N.

Wie ökologisch wird eigentlich das neue Dragonerareal? Das haben sich in letzter Zeit auch einige Leser*innen des Rathausblock-Newsletter gefragt. In der Kooperationsvereinbarung von 2019 haben Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftliche Vertreter*innen ein Leitbild festgelegt. Darin ist festgelegt, dass im Modellprojekt ein klimaresilientes sowie ökologisch zukunftsweisendes Stadtquartier geschaffen werden soll. Die ökologische Vielfalt soll erhalten werden. Das Ziel ist also eindeutig.

Aber kann der städtebauliche Entwurf der Büros SMAQ und ManMadeLand, der aus dem Werkstattverfahren mit Bürger*innenbeteiligung im Januar 2020 als Sieger hervorgegangen ist, dieses Ziel einlösen?

Wir sind davon überzeugt: Kann er! Denn bereits in den ersten Entwurfsvarianten waren eine „grüne Fuge“ durch das Areal, massive Dach- und Fassadenbegrünungen, Naturerfahrungsspielplätze, ein Gemeinschaftsgarten und die vollständige Versickerung des Regenwassers vorgesehen. Derzeit wird der Entwurf weiterentwickelt, um Klima- und Naturschutz noch stärker zu berücksichtigen. Momentan ist das Dragonerareal zu über 90% versiegelt. Mit der Quartiersentwicklung soll die ökologische Qualität massiv verbessert werden. Flächen sollen entsiegelt und ca. 140 neue Bäume gepflanzt werden. Auch der Neubau soll mit begrünten Fassaden und Dächern für eine höhe ökologische Qualität sorgen. Wie das alles genau aussehen wird, wird momentan ausgeklügelt. Im Februar 2021 wollen die Kooperationspartner*innen den fertigen Entwurf der Öffentlichkeit vorstellen. Danach geht’s dann weiter im Bebauungsplanverfahren.
Wenn auch Sie sich in Zukunft für ein ökologisches Dragonerareal einsetzen möchten, legen wir Ihnen die Mitarbeit in unseren Arbeitsgruppen ans Herz. Zum Beispiel begleitet die AG Ökologie und Nachhaltigkeit das „Energetische Quartierskonzept“. Es wird vom Büro Megawatt erarbeitet und soll für den Rathausblock innovative Lösungen in den Bereichen Wärme, Energiegewinnung, Stromversorgung, Sektorenkopplung, Nachhaltiges Bauen sowie Re- und Upcycling aufzeigen.

Projekte vor dem Kickstart

ZusammenKüche
Bild: Emilie Schmidt

Seit 2020 werden aus Bezirksmitteln erstmals zivilgesellschaftliche Mikro-Projekte zu 100% gefördert. Sieben Vorhaben haben es in die Förderung der „Kiezkasse“ geschafft. Von einem Infrastrukturpool zum Teilen in der Nachbarschaft über Materialien für den Keramiktreff hin zum Lastenfahrradanhänger für Kiezevents – die geförderten Aktivitäten sind vielfältig und machen Lust auf mehr. Den gesamten Überblick finden Sie auf der Transparenzplattform. Auch in 2021 wird die Kiezkasse als niedrigschwellige Fördermöglichkeit für den Rathausblock wieder an den Start gehen.

Gemeinwesenarbeit vor dem Abheben

Interview mit Sabrina Herrmann
Bild: privat

„Ich möchte Steilvorlagen schaffen, damit Menschen sich beteiligen können.“ – das sagt Sabrina Herrmann, die neue Gemeinwesenarbeiterin für den Rathausblock. Inmitten der Corona-Kontaktbeschränkungen hat sie eine Aufgabe begonnen, die allerdings genau das benötigt: Kontakt. Wie sie diese Herausforderung meistert, was eigentlich Community Organizing ist, welche Ideen sie mitbringt und was sie in Zukunft mit der Nachbarschaft vor hat, erzählt Sabrina uns in unserer Reihe „Rathausblock im Portrait“.

Kleinod vor dem Umbruch

Dragoner aus der Vogelperspektive
Bild: Erik-Jan Ouwekerk

Das Dragonerareal und mit ihm der gesamte Rathausblock werden sich in den nächsten Jahren verändern. Um den Zustand vor der Umgestaltung des Ortes zu dokumentieren, planen die Filmemacher*innen Ulrike Hartwig und Sebastian Nagel ein spannendes Filmprojekt. Während sich viele um die Vergangenheit und die Zukunft des Dragonerareals kümmern, hält bisher niemand die Gegenwart für die Zukunft fest, so die beiden Kreuzberger*innen. Das wollen sie mit ihrem Dokumentarfilm ändern. Als Momentaufnahme beschränkt er sich nicht nur auf das Gelände, sondern lässt die Nutzer*innen und Akteur*innen selbst zu Wort kommen. Doch dazu benötigen Sie ihre Hilfe. Mit einem Crowdfunding wollen Hartwig und Nagel die Finanzierung sicherstellen. Hier geht’s zur Projektwebsite bei Startnext.