Wittstock rüstet sich für märkische Gartenschau

Januar Februar 2019

Die Rosenkönigin Tanja vor dem Werbebus der Landesgartenschau Wittstock
Bild: Landesgartenschau Wittstock/Dosse 2019

von Ursula A. Kolbe

Dem 18. April 2019 schauen die Wittstocker in diesem Jahr besonders erwartungsvoll entgegen. An diesem Tag fällt in der Prignitzstadt der Startschuss zur sechsten Landesgartenschau Brandenburgs. Das Gartenfestival verbindet sich dann für sechs Monate bis zum 6. Oktober mit dem Erlebnis der historischen Wittstocker Altstadt.

Bildlich ausgedrückt schmiegt sich das 13 Hektar große Gartenschaugelände regelrecht an den Rand der Altstadt und folgt dem Verlauf der 2,5 km langen Stadtmauer mit Wall- und Grabenzone, die als die einzig komplett erhaltene Backsteinmauer Deutschlands gilt. Als einzigartige Kulisse für das märkische Gartenfestival bietet eben der historische Ringwall, die die Altstadt vollständig umschließt – und rundum schöne Aussichten.

Gemütlich zu Fuß ist die Altstadt von allen Punkten des Geländes innerhalb weniger Minuten zu erreichen. Überhaupt hat sich die über 750 Jahre alte Stadt über all die Jahrhunderte ihre mittelalterlich geprägten Strukturen mit wertvoller Bausubstanz und vielen Einzeldenkmalen bewahrt.

Im Mittelpunkt des Großereignisses wird die Blüten- und Pflanzenpracht einer Gartenschau stehen, die die Leistungskraft, den Einfallsreichtum und die Breite der Brandenburger Gartenbaubetriebe widerspiegelt. Im Friedrich-Ebert-Park, der von einem uralten Baumbestand geprägt ist, gibt es Wechselflorpflanzungen, Themengärten, Stauden- und Gehölzpflanzungen sowie ein attraktives Spielgelände für die jüngsten Besucher.

Auf einem Holzdeck an der Glinze können die Besucher die Nähe am Wasser genießen. Hier werden auch die Friedhofsgärtner die neuesten Trends der Grabgestaltung präsentieren. Eine gastronomische Einrichtung sowie Gartenkabinette an der Stadtmauer runden das Angebot im Friedrich-Ebert-Park ab. Der Park am Bleichwall, zu Füßen der ehemaligen Wittstocker Bischofsburg gelegen, bietet Rosen, Stauden und Gräser. Ein Regionalmarkt sorgt garantiert für buntes Markttreiben.

Fontanegarten an der Stadtmauer

Dieser Fontanegarten macht auf ein weiteres Jubiläum in diesem Jahr aufmerksam: Unter dem Titel „fontane 200“ würdigt Brandenburg vom 30. März bis 30. Dezember den 200. Geburtstag des märkischen Schriftstellers und Publizisten Theodor Fontane. In der Gestaltung dieses Gartens haben sich die Gärtner von Fontanes Beschreibungen seines elterlichen Gartens in der Fontanestadt Neuruppin leiten lassen.

Auch das Wittstocker Museum des Dreißigjährigen Krieges wird Bestandteil des LaGa-Geländes, denn sein Besuch ist im Ticket enthalten. Erstmals wird es auf einer brandenburgischen Gartenschau einen sogenannten wachsenden Garten geben – ein Gartengelände, das erst während der ganzen Dauer der LaGa entsteht und auf dem die verschiedensten Gärtnereien und Garten- sowie Landschaftsbaubetriebe ihre handwerkliche Kunst präsentieren können.

Eine faszinierende Pracht des Floralen werden die zwölf Hallenschauen entfalten, die dem historischen Güterboden auf dem LaGa-Gelände ihren Glanz verleihen werden. Der Güterboden war im Vorfeld der Schau aufwändig saniert worden, damit er sich in eine Gartenschau-Blumenhalle verwandeln kann. Den Reigen eröffnet am 18. April die große Eröffnungsschau, die den Farbenhunger der Besucher nach der langen Winterzeit stillen wird.

In der Vorfreude auf den Frühling erwartet die Besucher durch gärtnerisches und floristisches Geschick ein Meer von Blumen, phantasie- und liebevoll inszeniert. Die nachfolgenden Schauen folgen dem Rhythmus der Jahreszeiten, Frühblüher und Sommerflor lassen die Blumenhalle zu einem beliebten Treffpunkt der Gartenfreunde werden.

Die Erdbeer- und Spargelzeit findet hier ebenso ihren Widerhall wie die Rosenblüte oder Dahlienzeit. In einem der Hallenschauen finden sich auch wieder Anknüpfungspunkte zum Fontanejahr in Form einer blumig gestalteten Wanderkulisse mit Heide, Gemüse, Obst, Fisch, Wein, Gurken, Erdbeeren, Meerrettich und vielem anderen mehr, das die Gärten und Landschaften der Mark bestimmt.

Die finale Blumenschau ab 20. September wird mit reifen Früchten, Kürbissen, floralen Texturen von Chrysanthemen und prachtvollen Gestecken die leuchtenden Farben des Herbstes in die Halle holen. Insgesamt werden in diesem Jahr über eine Million Blumenzwiebeln, die während der Bauzeit in die Erde gebracht wurden, ihre leuchtende Blütenpracht entfalten. Nur so viel: Insgesamt wurden fünf Millionen Euro investiert und u. a. die Wege über das Gartenschaugelände komplett neu gestaltet, umfangreiche Beetflächen angelegt.

Das Veranstaltungsprogramm bietet Künstlern, Chören, Vereinen, Tanzgruppen und Volkskunstschaffenden aus der Region eine Bühne, um sich dem Publikum präsentieren zu können. Auch auf bekannte Künstler können sich die Besucher freuen, unter ihnen Dirk Michaelis und Band, Cora, Culcha Candela oder Truck Stop. Für die Kinder gibt es ein Taschenlampenkonzert mit Rumpelstil.

Das Grüne Klassenzimmer der jungen Forscher, Entdecker und Künstler

Gemeinsam mit der GRÜNEN LIGA Berlin lädt die Wittstocker Landesgartenschau Schulklassen, Kitas sowie Kinder- und Jugendgruppen ein, im Grünen Klassenzimmer die Natur zu entdecken, mit allen Sinnen zu erleben und selber zu gestalten. Mit fachlicher Unterstützung, so Mareike Homann von der GRÜNEN LIGA Berlin, werden hier die Kinder und Jugendlichen zu jungen Forschern, Entdeckern und Künstlern. Mehr als 50 verschiedene Themenangebote bietet der abenteuerliche Lernort im Grünen. So stehen Gewässeruntersuchungen, Ernährung, Naturbeobachtungen, interaktives Theater u. a. auf dem Lehrplan.

Schauplatz für den Lernort im Grünen wird der kleine Burghof der Museen alte Bischofsburg sein, der vom Gelände der Gartenschau umschlossen ist. Dafür findet die Museumsbühne einen neuen Platz, das Kräuterbeet wird erweitert, neue Pflanzenbeete für Projektangebote und Naturerfahrung werden angelegt. So finden historische Bildung und Umweltbildung einen gemeinsamen Platz in der malerischen Kulisse der alten Bischofsburg.

Das Programmheft wurde an Bildungseinrichtungen in ganz Brandenburg, Berlin und in Teilen Mecklenburg-Vorpommern versendet. Es ist auch online verfügbar, das regelmäßig durch neue Angebote wie Erste-Hilfe-Kurse mit der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. und Workshops zum Thema „Allgemeingut Wasser“ mit erfahrenen Pädagoginnen ergänzt wird. Information unter www.laga.wittstock.de/klassenzimmer oder Buchung über das Anmeldeformular per E-Mail oder Post. E-Mail: grueneliga-berlin.de, Ansprechpartnerinnen: Mareike Homann und Anke Küttner.

Die frühere Bischofsstadt am Zusammenfluss von Dosse und Glinze im Nordwesten Brandenburgs liegt direkt am Autobahndreieck Wittstock/Dosse, das die A19 mit der A24 miteinander verbindet. Also eine sehr gute Anbindung aus den Richtungen Berlin, Hamburg und Rostock.