Und der Herbst beginnt

September/Oktober 2017

Herbstlandschaft mit Baum Dorf und Wiese, Gemälde der Malerin
Bild: Christina Günther

von Rela Ferenz

Und der Herbst beginnt
Ick weeß schon, nu wird ‘s wieda jelba.
Oktoba, is wat, mit die Blätta.
Du stolperst uff Moll durch die Wälda.
Und von det Jesinge wird ‘s kälta.
Ick zieh mir zurück hintan Ofen.
In ‘n Stündchen bin ick schön besoffen.
Du kiekst uff die Stoppelfelda.
Und ick freu mir über mir selba.

Klar
Unklarer Himmel.
Und kratz,
geht ‘s los.
Na seht ‘s.
Da weht ‘s.
Und platz,
schon regenet ‘s.

Klatsch
Der Regen klatscht vom Himmel
wie ein Gassenbubenchor.
Die Regenblasen platzen.
Ich hüte mich davor.

Stille
Und ist es mal mucksmäuschenstill,
ich wüsste schon, was ich dann will.
Ich hörte nur immerzu hin,
bis ich selber ganz stille bin.
So still, dass ich still drin versinke,
und seid’ne Gespinste mich leise umringen
mit reizender Zeit
und heimlich ein Schleifchen Ewigkeit.

Um die Hand
Ich pulsiere ganz gewaltig,
spüre ich Dich wohlgestaltig.
Wirst Du alt und faltig -
deine Hand behalt ich.

Bei Nacht
Der Mond entfaltet sein Gewand.
Verzaubert liegt die Nacht
in ihrem weiten Sternenkleid.
Das war schon sehr gewagt.

Der gute alte gelbe Mond
geht still um ihren Saum.
Mir hatt ‘s Mariechen angetan.
Die Mondnacht merkt es kaum.