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Der Newsroom: Schaltzentrale unserer Kommunikation

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Chefin vom Dienst: Anja Dierschke
Bild: Polizei Berlin

Im Sommer 2020 fiel der Startschuss für den „Kooperativen Newsroom“– eine neu geschaffene, schlanke Zentralredaktion. Hier sitzt die Pressestelle an einem Tisch mit dem Team Social Media. Bei Bedarf kommen auch die Onlineredaktion und die interne Redaktion hinzu. Feste Arbeitsplätze gibt es nicht, aber für jeden Bereich sind Plätze reserviert. Je nach Tagesgeschehen variiert die Team-Zusammensetzung, um flexibel agieren zu können.

„Journalistinnen und Journalisten stehen insbesondere bei aktuellen Themen unter Zeitdruck, mit dem Newsdesk wollen wir einen schnellen und zeitgemäßen Service bieten“, so Anja Dierschke, Leiterin der Pressestelle und Chefin vom Dienst (CvD) zur Arbeit am Newsdesk.

Bildvergrößerung: Schaubild Newsroom
Bild: Polizei Berlin

Herzstück des Nachrichtenraums ist der „Newsdesk“. Im ehemaligen Großraumbüro der Pressestelle sitzen Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Bereiche an einem großen Tisch zusammen, während im Backoffice die anderen Teammitglieder mit Aufgaben beschäftigt sind, die nicht ad-hoc erledigt werden können.

Alle Kolleginnen und Kollegen, die im Kommunikations-Stab arbeiten, haben Zugriff auf ein digitales Notizbuch. So werden auch die mit einbezogen, die im Hintergrund beschäftigt sind. In diesem Notizbuch werden Pressemeldungen, Posts, aktuelle Meldungen des Lagezentrums sowie andere wichtige Veröffentlichungen und Hinweise eingestellt. Auf diesem Weg können auch all jene eingebunden werden, die pandemiebedingt aktuell im Homeoffice arbeiten.

Medienauswertung – Themenwahl – Informationssteuerung

Am Newsdesk wird in alle Richtungen kommuniziert und dafür intensives Medienmonitoring betrieben: Auf welche Nachrichtenmeldungen muss reagiert werden? Gibt es Tweets und Kommentare, die strafrechtlich relevant sind? Was müssen Kolleginnen und Kollegen, was die Behördenleitung, wissen? Der oder die CvD (Chef/in vom Dienst) entscheidet, welche Themen bearbeitet werden und wie auf welchem Kanal reagiert wird. Gearbeitet wird im Zwei-Schicht-System.

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Chefin vom Dienst: Yvonne Tamborini
Bild: Polizei Berlin

„Wir wollen zu jederzeit sprech- und reaktionsfähig sein. Ein Denken in Themen, und nicht in Zuständigkeiten, ist der Leitgedanke unserer Kommunikationsarbeit“, so Yvonne Tamborini, Leiterin der Digitalen Kommunikation und Chefin vom Dienst (CvD) am Newsdesk, zur Grundidee des Newsrooms.

Was viele nicht wissen: Die Behördenkommunikation adressiert auch die interne Öffentlichkeit – also die ca. 26.000 Beschäftigen der Polizei selbst. Sie werden über das polizeieigene Intranet oder per E-Mail über wichtige Vorgänge informiert. Als es z. B. im Oktober letzten Jahres zu einem Angriff auf eine Polizeiunterkunft in der Sewanstraße kam, gab es eine interne Kurzmeldung, mit Hinweisen zur Eigensicherung. Daher ist das Team der internen Redaktion ebenfalls am Newsdesk vertreten.

Bei Bedarf können auch Kolleginnen und Kollegen aus dem Gremienbüro und der Strategischen Öffentlichkeitsarbeit eingebunden werden, die ebenfalls Teil der Kommunikationsabteilung sind. Während das Gremienbüro die Schnittstelle zum Abgeordnetenhaus darstellt, kümmert sich die Öffentlichkeitsarbeit u. a. um große Kampagnen und beantwortet eingehende Bürgeranfragen.

Bildvergrößerung: Öffentlichkeitsfahndung Social Media
Bild: Polizei Berlin

Fahndungserfolge durch reibungslose Kommunikation

Die effektive Informationsverwertung trägt auch zu schnellen Fahndungserfolgen bei. Ein Beispiel: Ein Mann in Flip-Flops überfällt an einem Sommertag eine Bankfiliale, eine gute halbe Stunde später eine zweite. Er flüchtet mit dem Fahrrad. Keine 24 Stunden später klicken die Handschellen. Der Mann ist verhaftet.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit in solchen Fällen? Das Einsatzleit – und Lagezentrum erfährt als erstes von den Überfällen. Der Zusammenhang zwischen den beiden Taten wurde in diesem Fall schnell erkannt und der Newsdesk sofort telefonisch informiert. Eine Öffentlichkeitsfahndung soll den Fahndungsdruck erhöhen.

Jetzt heißt es schnell sein.
  • Kurzes Briefing und eine Absprache zum „Wording“ und den Kommunikationskanälen erfolgt zwischen CvD und Pressesprecher/in.
  • Das Team der Pressestelle formuliert eine Pressemeldung. Hierfür steht sie im Kontakt mit der ermittelnden Fachdienststelle. Die wiederum hat zuvor die Zustimmung der Staatsanwaltschaft eingeholt – das ist Voraussetzung, um Bilder und Videos von Tatverdächtigen veröffentlichen und somit eine Öffentlichkeitsfahndung starten zu dürfen.
  • Die Onlineredaktion stellt die Öffentlichkeitsfahndung ins Internet. Hier finden sich Täterbeschreibungen, meist auch Fotos und/oder Videosequenzen, die oftmals von der Presse aufgenommen und gestreut werden.

Die Fahndung ist jetzt online und wird vom Team Social Media über Twitter und Facebook geteilt. Zeitnah gehen Hinweise aus der Bevölkerung ein. Die Kolleginnen und Kollegen der Kriminalpolizei ermitteln die Identität des Bankräubers. Der Mann wird verhaftet.

Die Vision: Offene Arbeitsplätze, die das Teamgefühl stärken

Mit dem Start des Newsrooms sind die Kommunikationsbereiche schon jetzt enger zusammengewachsen. Geplant ist zukünftig noch mehr: ein offenes Großraumbüro der Superlative, das auch die Backoffice-Arbeitsplätze einschließt. Integriert werden sollen dann auch Projekttische und Kreativzonen für gemeinsames Arbeiten. Die Umsetzung dieser Pläne steht allerdings erst nach einem Umzug in einen anderen Gebäudeteil an.