Silvester 2018/2019 - Polizei Berlin zieht Bilanz

Polizeimeldung vom 01.01.2019
berlinweit

Nr. 0008
Auch in diesem Jahr gab es zahlreiche Einsätze der Polizei Berlin wegen der Silvesterfeierlichkeiten in der Stadt. Zwischen 18 und 6 Uhr gingen bei der Einsatzleitzentrale 2979 Notrufe (Vorjahr 3084) ein. Insgesamt 1721 Einsätze (Vorjahr 1732) wurden in dieser Zeit registriert. Wie in den vergangenen Jahren auch, waren die häufigsten Einsatzanlässe der verbotene Umgang mit Pyrotechnik, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen.

Mehrere Zehntausend Besucher verbrachten den Jahreswechsel auf der zentralen Silvesterparty „Berlin Welcome 2019“ in Mitte auf der Straße des 17. Juni. Neben diversen Strafanzeigen wegen des Abbrennens von Feuerwerkskörpern und Zündens von Böllern sowie Körperverletzungen haben Einsatzkräfte zwei Strafermittlungsverfahren wegen sexueller Belästigung und eines wegen des Verdachts der Vergewaltigung eingeleitet, zu denen Tatverdächtige festgenommen werden konnten.
Nach dem Silvesterfeuerwerk und dem Ende des Bühnenprogramms wurde die Party kurz nach 2 Uhr vom Veranstalter beendet.

Einer der Einsatzschwerpunkte für die Dienstkräfte war der Bereich rund um die Pallasstraße beziehungsweise dem Steinmetzkiez in Schöneberg. Bis zu 150 Personen hielten sich in dem Bereich Steinmetzstraße und Alvenslebenstraße auf. Teilweise wurden vorbeifahrende Fahrzeuge und auch Passanten mit Feuerwerkskörpern beschossen. Einsatzkräfte leiteten in diesem Zusammenhang insgesamt 31 Strafermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetzes sowie wegen besonders schweren Landfriedensbruchs ein. 27 Personen wurden hierzu vorübergehend festgenommen und erhielten Platzverweisungen.

Immer wieder kam es in der Silvesternacht zu Bränden auf Balkonen und an Fahrzeugen, die sowohl fahrlässig als auch vorsätzlich durch Feuerwerk verursacht wurden.

Kurz nach Mitternacht wurden Einsatzkräfte in der Kastanienallee in Prenzlauer Berg aus einer 50- bis 60-köpfigen Gruppe heraus mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. Ein 16-Jähriger konnte in diesem Zusammenhang von den Einsatzkräften wiedererkannt und kurz darauf festgenommen werden. Mehrere Personen sollen daraufhin die Beamten attackiert haben, sodass die Beamten das Pfefferspray gegen die Angreifer einsetzen mussten. Im Zuge dieser Auseinandersetzung wurden acht Polizisten verletzt, von denen einer in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden musste.

Im Büchsenweg in Reinickendorf warfen Unbekannte gegen 18 Uhr einen Böller auf den Balkon eines Wohnhauses, der dort explodierte. Durch die Wucht der Explosion wurde das Fenster der Wohnung zerstört und ein 28-jähriger Mann, der zu diesem Zeitpunkt auf dem Balkon stand, durch herumfliegende Glassplitter verletzt. Zwei Kinder im Alter von fünf und zwölf Jahren, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Wohnung aufhielten, erlitten ein Knalltrauma. Sowohl der 28-Jährige als auch die beiden Kinder kamen zu ambulanten Behandlungen ins Krankenhaus.

An der Gleim- Ecke Graunstraße in Wedding überprüften Kriminalpolizisten gegen 0.50 Uhr ein Fahrzeug, aus dem zuvor mit einer Schreckschusspistole geschossen worden war. Während der Überprüfung wurden die Einsatzkräfte von hinten aus einer Feuerwerksbatterie beschossen, so dass sie sich zunächst in ihrem Einsatzwagen in Sicherheit brachten. Im Nachgang konnte ein 30-jähriger Mann als Tatverdächtiger ermittelt werden.

Ein Unbekannter zündete gegen 3 Uhr in einem Wohnhaus in der Walter-Friedrich-Straße in Buch einen Böller, dessen Sprengkraft dazu führte, dass die Wohnungstüren auf der Etage aus den Halterungen gerissen und in die jeweiligen Wohnungen gedrückt wurden. Ebenfalls beschädigt wurden die Fenster im Treppenflur sowie der Fahrstuhl des Hauses. Verletzt wurde durch diese Tat niemand.

In der Fahrbahnmitte der Selchower Straße in Neukölln zündete ein Unbekannter gegen 3.20 Uhr einen selbstgebauten Böller. Durch die Detonation wurden die Fenster von drei Wohnhäusern sowie drei geparkte Fahrzeuge beschädigt. Menschen blieben glücklicherweise unverletzt.

Mehrere Einsatzkräfte wurden in der Silvesternacht verletzt. Neben den regulär im Dienst befindlichen Polizistinnen und Polizisten waren in der Silvesternacht rund 1600 Einsatzkräfte zusätzlich eingesetzt.