Fälschungen von Rezepten und Abrechnungsbetrug - Vier Haftbefehle vollstreckt

Polizeimeldung vom 07.07.2017
berlinweit

Berlin/Brandenburg
Gemeinsame Meldung Polizei und Staatsanwaltschaft Berlin
Nr. 1523
Beamte des Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft Berlin durchsuchten heute Morgen 20 Wohn- und Geschäftsräume in Berlin und Brandenburg und vollstreckten vier Haftbefehle. Monatelange intensive Ermittlungen gegen eine mutmaßliche Bande von elf Personen, zehn Männer und eine Frau im Alter von 31 bis 64 Jahren, davon fünf Apotheker, führten zu den heutigen Maßnahmen. Den Tatverdächtigen wird vorgeworfen, Rezepte für sehr hochpreisige Arzneimittel gefälscht und durch mehrere Apotheker bei den Krankenkassen zur Bezahlung eingereicht zu haben. Der mutmaßliche Schaden pro Rezept lag bei durchschnittlich 15.000 Euro. Nach bisherigen Erkenntnissen konnte der verdächtigen Gruppe ein Schaden von 3,1 Millionen Euro zugeordnet werden. Die Ermittler gehen von einem weitaus größeren Schaden aus, da nach den bisher gewonnenen Erkenntnissen die Tatverdächtigen seit etwa zehn Jahren aktiv sein sollen. Bei dem mutmaßlichen Kopf der Bande handelt es sich um einen einschlägig vorbestraften 54-jährigen Apotheker und seine 31 Jahre alte Lebensgefährtin. Beide leben in Bulgarien und sollen lediglich nach Berlin gekommen sein, um weitere Taten zu begehen bzw. diese zu organisieren. Spezialeinsatzkräfte nahmen das Paar heute Morgen in einem Hotel in Treptow fest. Den Beiden sowie zwei 45 und 54 Jahre alten mutmaßlichen Mittätern sollen heute die Haftbefehle verkündet werden.