Mehrere Demonstrationen in Mitte – Polizei zieht Bilanz

Polizeimeldung vom 08.05.2016
Mitte

Nr. 1191
Die Polizei betreute gestern Mittag sowie am Nachmittag neben anderen Veranstaltungen im Stadtgebiet drei Aufzüge sowie eine Kundgebung in Moabit und Mitte.
Neben einer Kundgebung unter dem Motto „Für ein buntes und weltoffenes Berlin“ mit bis zu 200 Teilnehmern, startete unter dem Motto „Für ein solidarisches Berlin“ eine Demonstration gegen 14.10 Uhr vom Hackeschen Markt zur Straße des 17. Juni. Nachdem rund 3.500 Personen in der Friedrichstraße an einer Zwischenkundgebung teilgenommen hatten, wuchs im weiteren Verlauf die Teilnehmerzahl auf maximal 4.800 an.
Gegen 15 Uhr begann, mit einer Auftaktkundgebung am Washingtonplatz, in Moabit ein Aufzug mit dem Titel „Merkel muss weg – Wir schaffen es“ mit zirka 1.100 Teilnehmern. Der Demonstrationszug setzte sich gegen 16.30 Uhr in Bewegung und erreichte mit rund 1.800 Teilnehmern gegen 18 Uhr den Endplatz am S-Bahnhof Friedrichstraße. Während des gesamten Demonstrationsverlaufs versuchten Teilnehmer der zuvor am Hackeschen Markt gestarteten Gegendemonstration die Wegstrecke des Aufzuges zu erreichen. Gegen 15.30 Uhr wich die Spitze der Gegendemonstration von der geplanten Route ab und bog nicht wie vorgesehen in die Dorotheenstraße ein. Durchbruchsversuche von den Demonstranten konnten nur durch den Einsatz von Pfefferspray und durch das Abdrängen der Personen unterbunden werden. Kurz darauf begaben sich die Teilnehmer zurück auf die geplante Wegstrecke der Gegendemonstration. In der Paul-Löbe-Allee versuchten Gegendemonstranten mehrfach die Polizeigitter zu überwinden und bewarfen die Polizisten mit Flaschen. Hier verhinderten die Beamten einen Durchbruch, indem sie die Personen abdrängten sowie das Pfefferspray einsetzten und Gewalttäter festnahmen.
Ein direktes Aufeinandertreffen beider Demonstrationszüge konnte durch die Einsatzbeamten verhindert werden.
Die Demonstration vom Hackeschen Markt erreichte, nachdem sich eine Vielzahl von Personen in Kleingruppen in der Paul-Löbe-Allee entfernt hatte, gegen 17.30 Uhr mit nur noch 25 Teilnehmern den Endplatz in der Straße des 17. Juni und wurde dort durch den Versammlungsleiter beendet.
In der Zeit von 15 bis 17.30 Uhr verlief eine weitere Gegendemonstration unter dem Motto „Posaunen statt Parolen – Für ein weltoffenes und tolerantes Berlin“ vom Platz des 18. März zum Gendarmenmarkt mit rund 3.000 Teilnehmern friedlich.

In Moabit wurden am Nachmittag in der Invalidenstraße, in der Otto-Dix-Straße und in der Ingeborg-Drewitz-Allee drei Fahrzeuge in Brand gesetzt. Aufgrund der örtlichen und zeitlichen Nähe zu den Demonstrationen in Mitte prüft der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt, ob Tatzusammenhänge zu den Versammlungen bestehen.

Von den rund 1.400 Berliner Polizisten und den etwa 400 Unterstützungskräften wurden 25 Beamte leicht verletzt, konnten jedoch ihren Dienst fortsetzen. Die Polizisten leiteten Strafverfahren unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, Widerstands, Anlegen von Vermummung und versuchter Gefangenenbefreiung ein. Insgesamt 40 Personen wurde, meist kurzfristig, die Freiheit entzogen.