Ermittlungen gegen Verantwortliche des Bordells „Artemis“ - Sechs Haftbefehle und 16 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt

Polizeimeldung vom 14.04.2016
Charlottenburg - Wilmersdorf

Nr. 0964
Gestern Abend haben insgesamt 900 Beamte von Polizei, Hauptzollamt und Steuerfahndung sowie sieben Staatsanwälte 16 Durchsuchungsbeschlüsse und sechs Haftbefehle gegen Verantwortliche der Bordellgesellschaft „Artemis“ vollstreckt.
Staatsanwaltschaft, LKA, Hauptzollamt und Steuerfahndung ermitteln seit 2015 wegen des Verdachts der Beitragsvorenthaltung, wegen Steuerstraftaten und wegen Menschenhandels gegen die Betreiber und mehrere mutmaßlich für die Überwachung der „Betriebsabläufe“ im Bordell verantwortliche „Hausdamen“.
Den Beschuldigten wird vorgeworfen, die Behörden über die tatsächlichen Arbeitsbedingungen im „Artemis“ getäuscht und wahrheitswidrig eine selbstständige Tätigkeit der Frauen vorgespiegelt zu haben, um Beiträge zur Sozialversicherung zu sparen. Tatsächlich soll ein festes Regelwerk in dem Bordell die Arbeitsabläufe und das Leben der Prostituierten im „Artemis“ geregelt haben, so dass für sie als abhängig Beschäftigte Sozialversicherungsbeiträge hätten abgeführt werden müssen.
Im Tatzeitraum seit Eröffnung des Bordells 2006 soll dadurch den Sozialversicherungsträgern ein Schaden in Höhe von ca. 17,5 Millionen Euro entstanden sein.