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Deutschlandweit - gemeinsam gegen Schnellfahrer-Bilanz der Polizei Berlin zum 2.Bundesweiten 24-Stunden Blitzermarathon

Polizeimeldung Nr. 2200 vom 19.09.2014

Zum zweiten Mal ging die Polizei in allen 16 Bundesländern im Rahmen einer groß angelegten Schwerpunktaktion im Straßenverkehr gemeinsam und zeitgleich gegen Geschwindigkeitsverstöße – nach wie vor „Killer Nummer 1“ auf deutschen Straßen – vor. Bis heute früh um 6.00 Uhr wurde die gesamte Messtechnik über einen Zeitraum von 24 Stunden in größtmöglichem Maße ausgelastet.

Ziel der Schwerpunktaktion war es, durch größtmögliche Transparenz, die Öffentlichkeit mit Unterstützung der Medien über die Gefährlichkeit zu schnellen Fahrens zu informieren und zu sensibilisieren. Deshalb waren sämtliche Kontrollstrecken im Vorfeld veröffentlicht worden. Die Polizei Berlin hat zudem im Vorfeld eine Onlinebefragung zur Auswahl der Kontrollstellen durchgeführt, bei der die Berlinerinnen und Berliner ganz aktiv in die Einsatzplanung mit einbezogen wurden.

Dieses Ziel scheint tatsächlich erreicht worden zu sein. Die Feststellungsquoten fielen jedenfalls deutlich geringer aus, als bei den Kontrollen im sonstigen Jahresverlauf. Inwieweit es gelungen ist, Fahrzeugführer nachhaltig zu einer positiven Verhaltensanpassung zu motivieren, bleibt abzuwarten. Nicht nur am gestrigen Tage, sondern augenscheinlich auch schon in den Tagen zuvor, war jedenfalls ein wesentlich entspannteres und rücksichtsvolleres Miteinander auf den Straßen Berlins deutlich zu spüren. Vielerorts wurden die eingesetzten Polizisten von Passanten angesprochen, die die Kontrollen gut fanden. Auch Verkehrsteilnehmer, die sich in den Kontrollen für ihre zu schnelle Fahrweise verantworten mussten, zeigten überwiegend Verständnis und zeigten sich in den verkehrsaufklärerischen Gesprächen einsichtig.

Trotz aller Transparenz und Offenheit der Maßnahmen im Vorfeld mussten jedoch auch während der Aktion zahlreiche Schnellfahrer in Berlin angehalten werden:

An insgesamt 266 Kontrollorten wurde die Geschwindigkeit von 83.672 Fahrzeugen gemessen. Dazu kommen noch unzählige Anmessungen der Videofahrzeuge, die nur im Falle einer Überschreitung statistisch erfasst wurden. Insgesamt wurden 3.796 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert.

Nachdem bereits in den ersten Stunden des Blitzermarathon ein Autofahrer auf dem Berliner Stadtring in Höhe der Anschlussstelle Sachsendamm mit 99 statt der erlaubten 60 Stundenkilometer festgestellt wurde, konnten auch in den folgenden Stunden immer wieder einzelne unbelehrbare Raser aus dem Verkehr gezogen werden. Ein 25-Jähriger musste von einem Videowagen an der Goerdelerdamm-Brücke gestoppt werden, nachdem er den Berliner Stadtring mit 160 anstatt der erlaubten 80 km/h befuhr. Trauriger Spitzenreiter war am Donnerstag ein Autofahrer in Kreuzberg, der gegen 22.00 Uhr in der Urbanstraße mit 106 km/h anstatt der erlaubten 30 Stundenkilometer fuhr. Ihn erwartet nun ein dreimonatiges Fahrverbot, zwei Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg und ein Bußgeld in Höhe von 680 Euro.

Neben diesen drei verantwortungslosen Männern müssen noch 31 weitere Schnellfahrer mit einem teils mehrmonatigen Fahrverbot rechnen, weil sie die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten um mindestens 31 km/h überschritten. Neben Geschwindigkeitsverstößen wurden zudem 213 sonstige Verkehrsverstöße festgestellt. Darunter wurden 14 Kraftfahrzeugführer angetroffen, die nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis oder Kfz-Versicherung waren und zehn weitere, die unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen standen. Besonders pflichtvergessen war dabei in der vergangenen Nacht ein 27-jähriger Autofahrer in Tempelhof, der nach einem Geschwindigkeitsverstoß eine Kontrollstelle durchbrach, im Anschluss daran einen Unfall verursachte und schließlich zu Fuß zu fliehen versuchte. Polizisten konnten ihn kurz darauf stellen. Eine erste Atemalkoholmessung ergab bei ihm einen Wert von 1,17 Promille.

Ähnlich verhielt es sich in den frühen Morgenstunden auch in Mitte auf der Straße des 17. Juni, als ein 45-Jähriger nach einer gemessenen Geschwindigkeitsüberschreitung der Aufforderung zum Stoppen nicht nachkam und sein Fahrzeug stark beschleunigte. Auf seiner Flucht missachtete er das Rotlicht einer Ampel und verlor kurze Zeit später die Kontrolle über sein Auto, kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen mehrere Straßenpoller. Ein vor Ort durchgeführter Alkoholtest ergab einen Wert von 1,73 Promille.

Die Geschwindigkeitsüberwachung wird auch künftig im Fokus der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit stehen. Außerhalb dieser Schwerpunktaktionen werden durch die Polizei Berlin im gesamten Jahresverlauf durchschnittlich täglich ca. 50 mobile Radar- und Laserkontrollen durchgeführt – auch ohne Bekanntgabe von Ort und Zeit. Schnellfahrer müssen in Berlin insofern grundsätzlich zu jeder Tages- und Nachtzeit überall im Stadtgebiet damit rechnen, nach Geschwindigkeitsverstößen zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Die Polizei Berlin appelliert deshalb ausdrücklich an alle Fahrzeugführer, auch unabhängig von der Angst „erwischt“ zu werden, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten. Die vergangenen Tage haben in beeindruckender Weise gezeigt, dass das gesamte Verkehrsklima auf den Straßen dann spürbar stressfreier, entspannter und vor allem sicherer ist.