Raul Krauthausen über politische Teilhabe

Vielen Menschen reicht es nicht mehr aus, wählen zu gehen. Sie haben das Gefühl, dass keine Partei ihre Interessen ausreichend vertritt. Deshalb wollen sie auf andere Weise politisch aktiv werden.

Menschen mit Behinderung erleben oft, dass Entscheidungen zum Thema Behinderung von nicht behinderten Politiker*innen getroffen werden. Behinderte Menschen werden hierbei oft nicht nach ihrer Meinung gefragt. Dabei haben die Vereinten Nationen klar gesagt, dass für behinderte Menschen gilt: Nichts über uns ohne uns!

Im Jahr 2016 wurde ein neues Gesetz beschlossen: Das Bundesteilhabegesetz. Mit diesem Gesetz sollten die Rechte behinderter Menschen gestärkt und verbessert werden.
Aber während das Gesetz entwickelt wurde, waren auch Änderungen geplant, die das Leben von Menschen mit Behinderung nicht verbessert hätten. Deshalb haben Menschen mit Behinderung beschlossen, für ihre Rechte zu kämpfen. Zusammen mit ihren Freunden, Verbündeten und Familien wurden sie politisch aktiv.

Wie kann man in so einem Fall politisch aktiv werden? Es gibt hier viele Möglichkeiten. Zuerst muss man entscheiden, ob man nur eine kurze Zeit für ein Ziel kämpfen möchte. Oder ob man für lange Zeit zusammen mit anderen Menschen politisch aktiv sein möchte.
Wenn man langfristig zusammen politisch aktiv sein und viele politische Ziele umsetzen möchte, kann man einen Verein gründen. Die Stimme eines Vereines hat mehr Gewicht, als die eines einzelnen Menschen. Für den Kampf um ein gutes Teilhabegesetz wurde zum Beispiel der Verein “Ability Watch” gegründet.

Wenn man nur kurz zusammen politische Aktionen machen möchte, muss man nicht unbedingt weitere Menschen suchen, mit denen man zusammen politisch aktiv ist. Aber die Meinung von mehreren hat mehr Gewicht, als die von nur einem Menschen.

Für Menschen mit Behinderung hat das Internet die politische Teilhabe sehr erleichtert.
Über das Internet kann man sich leicht über die eigenen politischen Rechte informieren. Und man kann auch politisch aktiv werden.
Am einfachsten geht das mit Sozialen Medien. Man kann hier seine eigene Meinung schreiben und mit anderen diskutieren. Viele Politiker*innen sind ebenfalls in den Sozialen Medien aktiv. So kann man hier Kontakt mit ihnen aufnehmen und sie auf die eigene Meinung aufmerksam machen.

Eine andere Möglichkeit der politischen Teilhabe sind Online-Petitionen. Man kann im Internet auf verschiedenen Internetseiten Abstimmungen erstellen. Und wenn eine große Anzahl Menschen für ein Thema abstimmt, können alle Menschen und Politiker*innen sehen, dass dieses Thema vielen Menschen wichtig ist.
Für das Bundesteilhabegesetz wurde so eine Abstimmung gemacht. Sehr viele Menschen haben hierbei mitgemacht und für ein gutes Teilhabegesetz gestimmt.

Aber auch außerhalb des Internets kann man für die eigenen Rechte kämpfen. Zum Beispiel, indem man eine Demonstration macht.
Für das Bundesteilhabegesetz gingen viele behinderte Menschen und ihre Unterstützer auf die Straße und demonstrierten. Es kamen Fernsehteams und Reporter, die über die Demonstration im Fernsehen, in Zeitungen und im Internet berichteten.

Gemeinsam kann man viel erreichen.