Nationalsozialismus

Eine ausführliche Übersicht über alle Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur in Berlin und Brandenburg bietet das Portal www.orte-der-erinnerung.de. Wir haben hier eine Auswahl zusammengestellt.

Anne Frank Zentrum
Das Anne Frank Zentrum (Partnerorganisation des Anne Frank Hauses, Amsterdam) zeigt die multimediale Ausstellung „Anne Frank. hier & heute“, die sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet. Das Zentrum bietet pädagogische Materialien, Veranstaltungen, Fortbildungen und bundesweite Wanderausstellungen an.
www.annefrank.de

Bebelplatz / Denkmal für die Bücherverbrennung
Auf dem Bebelplatz unter den Linden liegt zwischen den Pflastersteinen eine eingelassene Glasplatte, die den Blick in einen Raum mit leeren Bücherregalen ermöglicht. Sie erinnern an die rund 20.000 Bücher, die nationalsozialistische Studenten am 10. Mai 1933 an dieser Stelle öffentlichkeitswirksam in die Flammen warfen.
Der Bebelplatz

Berlin Story Bunker
Die Ausstellung „Hitler – wie konnte es geschehen“ dokumentiert an historischem Ort auf drei Etagen des Reichsbahn-Bunkers am Anhalter Bahnhof die gesamte Zeit des Nationalsozialismus bis zur bedingungslosen Kapitulation von Nazi-Deutschland am 8. Mai 1945. Die Ausstellung ist deutsch- und englischsprachig, untergliedert in 38 Abteilungen und kann selbstständig besucht werden, also ohne geführte Tour. Der private Betreiber gewährt für 12 € Einlass.
https://www.berlinstory.de/hitler-dokumentation/

Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Seit 2005 ist dieses zwischen dem Brandenburger Tor und dem Potsdamer Platz gelegene Denkmal die zentrale deutsche Gedenkstätte für die etwa sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden und Jüdinnen. Unter dem auf unebenem Untergrund errichteten Stelenfeld aus 2711 Betonstelen befindet sich ein Ort der Information.
Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen
Gegenüber dem Holocaust-Mahnmal befindet sich seit 2008 dieses Denkmal, das die Formensprache der Betonstelen aufgreift.
Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas
Bereits 1992 hatte die Bundesregierung beschlossen, ein Denkmal für die aus „Rassegründen“ verfolgten Sinti und Roma einzurichten – jedoch konnte es erst 2012 unmittelbar neben dem Reichstagsgebäude eingeweiht werden. Es ist jederzeit frei zugänglich.
Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
In Berlin-Schöneweide befindet sich das letzte, weitgehend erhaltene Zwangsarbeiterlager aus der NS-Zeit. Eine Dauerausstellung informiert seit 2013 über die Verflechtungen zwischen NS-Staat und Wirtschaft. Sie zeigt, was die Opfer erleiden mussten und wie sie nach Kriegsende mit den Folgen dieser Ausbeutung weiterleben mussten.
www.dz-ns-zwangsarbeit.de

Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Die Gedenkstätte befindet sich im so genannten Bendlerblock, dem Ort des militärischen Widerstands gegen Adolf Hitler am 20. Juli 1944 sowie der Hinrichtung von Graf von Stauffenberg und weiteren Offizieren. Mit einer umfangreichen Dauerausstellung und pädagogischen Angeboten informiert sie über die vielfältigen Motive und Formen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus.
www.gdw-berlin.de

Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz
Am 20. Januar 1942 tagten am Wannsee 15 hochrangige Vertreter der nationalsozialistischen Reichsregierung und der SS. Sie koordinierten die so genannte „Endlösung der Judenfrage“, also den Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden. Die Gedenkstätte bietet heute eine Dauerausstellung und vielfältige pädagogische Angebote.
www.ghwk.de

Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche
Die Gedenkstätte im Stadtteil Köpenick erinnert an den frühen SA-Terror. Im Juni 1933 wurden hier bis zu 500 politische Gegner und Juden verschleppt und gefoltert, mindestens 23 Menschen starben. Die Ausstellung stellt die Ereignisse im überregionalen Kontext der NS-Machtübernahme 1933 dar.
www.gedenkstaette-koepenicker-blutwoche.org

Gedenkstätte Plötzensee
Zwischen 1933 und 1945 wurden im Strafgefängnis Plötzensee fast 3000 Menschen nach Unrechtsurteilen der NS-Justiz hingerichtet. Der Raum, in dem die Hinrichtungen stattfanden, ist heute ein Gedenkraum. Nebenan wird die Praxis der nationalsozialistischen Justiz dokumentiert.
www.gedenkstaette-ploetzensee.de

Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde
Von der Berliner Tiergartenstraße 4 aus wurde der Massenmord an Patientinnen und Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten organisiert. Seit 2014 erinnert an derselben Adresse ein Mahnmal mit einer informativen Freiluft-Ausstellung an die Verbrechen.
Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Morde

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt und Gedenkstätte Stille Helden
In der Bürsten- und Besenwerkstatt in der Rosenthaler Straße beschäftigte der Unternehmer Otto Weidt während der NS-Zeit gezielt jüdische blinde und gehörlose Menschen, um sie vor der Deportation zu bewahren. In den historisch gut erhaltenen Räumen sind ihre Geschichten dokumentiert. Im gleichen Haus befindet sich die Gedenkstätte „Stille Helden“, die mit einer Ausstellung und einer umfangreichen Datenbank an Menschen erinnert, die in der NS-Zeit Verfolgten halfen und Leben retteten.
www.museum-blindenwerkstatt.de
gedenkstaette-stille-helden.de

Stolpersteine
Kleine Messingtafeln, die fest in den Boden eingelassen sind, erinnern an die letzten frei gewählten Wohnorte von Menschen, die durch die Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Über 6000 Stolpersteine befinden sich allein in Berlin.
Stolpersteine in Berlin

Topographie des Terrors
Unweit des Potsdamer Platzes, wo sich von 1933 bis 1945 die Zentralen der nationalsozialistischen Gestapo und der SS befanden, erinnert heute eine umfangreiche Ausstellung an diesen „Täterort“ und die Verbrechen, die von hier aus in ganz Europa verübt wurden. Auf dem Außengelände können die Überreste des damaligen „Hausgefängnisses“ besichtigt werden.
www.topographie.de