Themenschwerpunkte für die Projektförderung 2019

Förderanträge für den Förderzeitraum 01.02.2019 bis 30.11.2019 können bis zum 18. Dezember 2018 bei der Landeszentrale eingereicht werden. Mehr Informationen zum Antragsverfahren finden Sie im Dokument Hinweise zur Projektförderung 2019.

Vorrangig fördert die Landeszentrale Projekte zu den unten stehenden Schwerpunkten. Darüber hinaus können Projekte zu anderen Themen mit deutlichem Berlin-Bezug gefördert werden. Bei der Gesamtauswahl der Projekte achten wir auf die Vielfalt der behandelten Aspekte, methodischen Zugänge, angesprochenen Zielgruppen und Projektträger.

Inklusion als menschenrechtlicher Auftrag in der politischen Bildung

Inklusion in einem menschenrechtlichen Sinn bezeichnet den Anspruch, alle gesellschaftlichen Bereiche zu verändern und Barrieren abzubauen, so dass allen Menschen die volle wirksame, gleichberechtigte Teilhabe möglich ist. Viele Menschen sind mit Ausgrenzung konfrontiert und teilweise gesellschaftlich regelrecht „abgekoppelt“: etwa Menschen mit formal geringem Bildungsniveau, Menschen, die aufgrund von Beeinträchtigungen Behinderung erfahren und Menschen in prekären Lebenssituationen.
Inklusion ist also ein menschenrechtlicher Anspruch und zugleich ein Prozess. Anbieter politischer Bildung sind aufgefordert, sich auf den Weg zu machen und eigene Haltungen, Prozesse und Strukturen zu reflektieren und zu verändern. Wie sprechen wir jene an, die es nicht gelernt haben, für ihre (Bildungs-)interessen einzutreten? Wie können Bildungsangebote so konzipiert werden und einander ergänzen, dass jeder Mensch sein Recht auf Bildung wahrnehmen kann? Was bedeutet die Anerkennung der Würde und der Rechte der Menschen im Rahmen der politischen Bildung?
Die Landeszentrale fördert Projekte, die sich dem Anspruch der Inklusion stellen – auf der Ebene der Inhalte, der methodisch-didaktischen Konzepte oder in Bezug auf die angesprochenen Zielgruppen.

Berlins Entwicklung 30 Jahre nach dem Mauerfall

Vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer. Die Teilung Berlins war noch lange Zeit danach spürbar. Nicht nur im Stadtbild war augenfällig, dass Ost- und Westberlin unterschiedliche Entwicklungen genommen hatten. Die Erfahrungswelten der Bewohnerinnen und Bewohner beider Teile waren grundverschieden, was Politik und Gesellschaft, Arbeit und Bildung, Kultur und Konsum betraf. Das Zusammenwachsen war ein langer, zuweilen mühsamer Prozess, der andererseits auch Gemeinsamkeiten zutage förderte.
In diesem Förderschwerpunkt werden Bildungsprojekte gefördert, die auf den demokratischen Aufbruch um 1989 zurückblicken, Ereignisse, Prozesse oder Personen näher beleuchten und zum Verständnis für damalige Dynamiken beitragen. Interessant ist auch die Frage nach der „Vergangenheitsbewältigung“ aus heutiger Sicht. Wie hat sich Berlin – mit seinem doppelten Erbe – in den vergangenen 30 Jahren entwickelt? Was ist politisch gelungen, was nicht? Welche Rolle spielt(e) die Zivilgesellschaft? Gibt es heute noch Spuren der Teilung? Welche Herausforderungen hat Stadtentwicklung heute zu meistern?

100 Jahre Frauenwahlrecht - Frauenrechte und Feminismus

„Wahlberechtigt sind alle deutschen Männer und Frauen, die am Wahltag das 20. Lebensjahr vollendet haben.“ So schlicht und zugleich revolutionär stand es im Reichswahlgesetz vom 30. November 1918, das im Januar 1919 erstmals zur Anwendung kam. Bei dieser ersten Wahl gaben 82 Prozent der wahlberechtigten Frauen ihre Stimme ab, 41 weibliche Abgeordnete zogen in den Reichstag ein. Diese Quote von 10 Prozent wurde im Deutschen Bundestag erst nach 1983 wieder regelmäßig erreicht.
Das aktive und passive Wahlrecht für Frauen war ein Schlüssel zur politischen Teilhabe. Es war das Ergebnis einer wachsenden Frauenbewegung, die über Jahrzehnte für den weiblichen Zugang zu Bildung, Pressefreiheit, politischen Versammlungen und Vereinen und generell zu einem selbstbestimmten Leben gestritten hatte.
Die Palette aktueller frauenpolitischer Themen ist breit: Ob es um schlechtere Bezahlung und Alterssicherung von Frauen geht, um mangelnde Präsenz in Führungspositionen, um gerechte Aufgabenverteilung in der Familie oder um ein sexualisiertes Frauenbild in der Werbung: politische Bildung kann und soll dazu beitragen, herrschende Ordnungen zu hinterfragen und Frauen in der Durchsetzung ihrer Interessen zu stärken. Weil Gleichberechtigung ein wichtiger Bestandteil gesellschaftskritischer Bildungsarbeit bleibt, fördert die Landeszentrale dieses Thema als Schwerpunkt.

Junge Erwachsene treffen Politikerinnen und Politiker

Viele Menschen, besonders Jugendliche und junge Erwachsene, haben wenig Bezug zur Politik. Diese scheint weit weg und ohne Relevanz für den eigenen Alltag zu sein. Politische Debatten und Entscheidungsprozesse erscheinen abstrakt und langweilig. Beide Seiten, Politik-„Profis“ und junge Erwachsene, stehen sich mit einer gewissen Fremdheit gegenüber.
Die Landeszentrale fördert Projekte, die Begegnung und Dialog zwischen Politikerinnen und Politikern und jungen Erwachsenen ermöglichen. Der persönliche Austausch, verbunden mit einer Auseinandersetzung mit verschiedenen politischen Positionen, soll Interesse an Politik wecken und zum gegenseitigen Verständnis beitragen.

Mit Schülervertretungen Demokratie und Teilhabe an Schulen stärken

Die Schule ist ein Lernort und Lebensort, an dem Demokratie eingeübt werden kann und soll. Dabei spielen Schülervertretungen eine zentrale Rolle. Manchmal führen die Schülervertretungen (wenn es sie überhaupt gibt) jedoch ein Schattendasein. Sei es durch fehlende Kontinuität, mangelnde Unterstützung der Lehrkräfte oder zu wenig Interesse bei den Schülerinnen und Schülern selbst.
Die Landeszentrale möchte dabei helfen, frischen Schwung in die SV-Arbeit zu bringen. Sie fördert Projekte, mit denen Schülervertretungen initiiert oder gestärkt werden. Neben klassischen Seminaren oder Fahrten sind auch Audits, Zukunftswerkstätten oder Open Space Veranstaltungen mögliche Formate. Oder gibt es an Ihrer Schule eine ganz andere Idee?

Themenschwerpunkte für die Projektförderung 2019

PDF-Dokument (162.8 kB)

Themenschwerpunkte für die Projektförderung 2018

PDF-Dokument (53.7 kB)