Themenschwerpunkte für die Projektförderung 2021

Förderanträge für den Förderzeitraum 1. Februar 2021 bis 30. November 2021 können bis zum 14. Dezember 2020 bei der Landeszentrale eingereicht werden.

Vorrangig fördert die Landeszentrale Projekte zu den unten stehenden Schwerpunkten. Darüber hinaus können Projekte zu anderen Themen mit deutlichem Berlin-Bezug gefördert werden. Bei der Gesamtauswahl der Projekte achten wir auf die Vielfalt der behandelten Aspekte, methodischen Zugänge, angesprochenen Zielgruppen und Projektträger.

1. Wahlen in Berlin und Bundestagswahl

Im Herbst 2021 werden sowohl das Berliner Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen als auch der Bundestag neu gewählt. Der öffentliche Wettbewerb der Parteien um politische Ideen und Konzepte wird das Jahr prägen.
Nicht immer fällt die Orientierung in der Vielzahl der angesprochenen Themen leicht. Manche Menschen nehmen ihr Wahlrecht aus verschiedenen Gründen nicht in Anspruch. Bildungsangebote können helfen, sich zu orientieren, Diskussionsräume eröffnen und zur Teilhabe anregen. Die Landeszentrale fördert daher Bildungsprojekte, die Menschen für die Wahlen interessieren und spannende Zugänge zum Thema schaffen.

2. Grundrechte in Krisenzeiten

Vor bald 20 Jahren, am 11. September 2001, fielen den Terroranschlägen in den USA fast 3000 Menschen zum Opfer. Neben weitreichenden Folgen im Selbstverständnis liberaler Gesellschaften und in der internationalen Politik zogen die Anschläge auch innenpolitische Maßnahmen nach sich – nicht nur in den USA. Seitdem wird debattiert, in welchem Maß Freiheiten eingeschränkt werden dürfen, um Freiheit zu schützen.
Die Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 entfachte eine ähnliche Diskussion in Deutschland. Ist die Einschränkung von Grundrechten, wie der Freizügigkeit der Person oder der Versammlungsfreiheit, angesichts einer drohenden Pandemie zulässig, ja geboten? Oder stellen die Grundrechte nicht gerade in unsicheren Zeiten eine unumstößliche Orientierung und „rote Linie“ dar? Wir fördern Projekte, die sich mit der Bedeutung und dem Charakter der Grundrechte auseinandersetzen.

3. Kontinuitäten des Rechtsterrorismus

Im Jahr 2019 gab es in Berlin 153 Fälle von rechtsextremistischer Gewalt – Tendenz steigend. Deutschlandweit starben seit 1990 etwa 180 Menschen aufgrund von rassistischer und antisemitischer Gewalt. Der Mord an Walter Lübcke, die Anschläge in Halle und Hanau reihen sich ein in eine langjährige, schreckliche Kontinuität.
Wie kann rechtsextremem Terror Einhalt geboten werden, um Leib und Leben von Menschen zu schützen? Den geistigen Hintergrund für diese Gewalttaten bilden Rassismus, Antisemitismus und andere Formen der Diskriminierung, die unsere Gesellschaft seit langer Zeit tief prägen. Sie äußern sich nicht nur in Hass und Gewalt, sondern viel breiter: in unbedachten Worten, unhinterfragten Normen, Privilegien und Strukturen, in „weißer“ Ignoranz und Bequemlichkeit.
Politische Bildung kann im Kampf gegen Rechtsterrorismus einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie die Auseinandersetzung mit Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Vergangenheit und Gegenwart ermöglicht. Solche Projekte wollen wir mit diesem Schwerpunktthema fördern.

4. Geht Wirtschaft auch ohne Wachstum?

Der hohe Lebensstandard im globalen Norden basiert auf einem expansiven Wirtschaftssystem, welches die negativen Folgen in den globalen Süden verlagert. Die Grenzen dieses Systems werden offensichtlich: In ökologischer Hinsicht, weil die natürlichen Ressourcen endlich sind und der Klimawandel das Leben auf diesem Planeten zunehmend gefährdet, aber auch in sozialer Hinsicht, weil global betrachtet viele Menschen einen hohen persönlichen Preis zahlen müssen.
Daher wächst nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in sozialen Bewegungen die Kritik am Wachstumsparadigma. Aus verschiedenen Perspektiven wird nach alternativen Wegen des Wirtschaftens gesucht. Kann es ein „qualitatives“ oder „grünes“ Wachstum geben? Ist Wohlstand ohne übermäßigen Verbrauch der natürlichen Ressourcen denkbar? Wie kann globale Wirtschaft gerechter und nachhaltiger funktionieren? Wir fördern Bildungsprojekte, die Zugänge zu diesen Fragen schaffen.

5. Junge Erwachsene treffen Politikerinnen und Politiker

Politik erscheint vielen Jugendlichen weit weg vom eigenen Alltag zu sein. Politische Debatten und Entscheidungsprozesse wirken oft unverständlich und abstrakt, vielleicht auch nicht vertrauenswürdig. Auf der anderen Seite stehen auch Politik-Profis den Lebenswelten junger Erwachsener oft mit einer gewissen Fremdheit gegenüber.
Die Landeszentrale fördert Begegnungen und den Dialog zwischen Politikerinnen und Politikern und jungen Erwachsenen. Der persönliche Austausch, verbunden mit einer Auseinandersetzung mit verschiedenen politischen Positionen, soll Interesse an Politik wecken und zum gegenseitigen Verständnis beitragen.

6. Mit Schülervertretungen Demokratie und Teilhabe an Schulen stärken

Die Schule ist ein Lernort und Lebensort, an dem Demokratie eingeübt werden kann. Dabei spielen Schülervertretungen eine zentrale Rolle. Manchmal führen die Schülervertretungen jedoch ein Schattendasein. Sei es durch fehlende Kontinuität, mangelnde Unterstützung der Lehrkräfte oder zu wenig Interesse bei den Schülerinnen und Schülern selbst.
Die Landeszentrale möchte dabei helfen, frischen Schwung in die SV-Arbeit zu bringen. Sie fördert Projekte, mit denen Schülervertretungen initiiert oder gestärkt werden. Neben klassischen Seminaren oder Fahrten sind auch Audits, Zukunftswerkstätten oder Open Space Veranstaltungen mögliche Formate. Oder gibt es an Ihrer Schule eine ganz andere Idee?

Rückblick

Themenschwerpunkte für die Projektförderung 2020

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