Thomas Schulz

Ich bin in Berlin groß geworden und habe als Zwölfjähriger bereits meine erste Schulband gegründet. Wie viele meiner Freunde war auch ich von den Beatles inspiriert.

Nachdem ich doch nicht nach dem Wunsch meines Vaters Ingenieur werden wollte, habe ich an der Hochschule der Künste Gitarre studiert. Erst auf Lehramt, dann als Musikpädagoge an Musikschulen, dann später noch Laute/Alte Musik.

Mit meinen Ensembles Buontempo (Alte Musik) und Rauhreif (Rock/Pop) bin ich jahrelang in Berlin und in Deutschland aufgetreten.

Seit 1991 bin ich Fachgruppenleiter an der Leo-Borchard-Musikschule für die Zupfinstrumente.

Fünf Fragen an Thomas Schulz

Gab es ein Schlüsselerlebnis, warum Sie Ihr Instrument lernen wollten?

Ja. Ich habe damals „Beatclub“ geschaut, und Stephen Stills an der Gitarre mit seiner Band Manassas gesehen.

Muss man als Musikschullehrer selbst noch sein Instrument üben?

Musik machen macht Spaß! Ich übe regelmäßig Barocklaute, E-Gitarre und klassische Gitarre in meiner Freizeit.

An welche Szene aus Ihrem eigenen Unterricht erinnern Sie sich noch heute?

Wie ich damals mit meiner schicken Kaufhaus E-Gitarre zur ersten Gitarrenstunde ging. Die Lehrerin schlug die Hände über den Kopf zusammen. Anstatt ordentlich loszurocken, habe ich dann angelegten Wechselschlag für klassische Gitarre gelernt.

Welches Stück spielen Sie am liebsten?

Am liebsten spiele ich die Musik von Sylvius Leopold Weiss, einem Zeitgenossen von J. S. Bach. Er hat für die Barocklaute über 900 wunderschöne Einzelsätze geschrieben, mehr als 300 habe ich selbst schon gespielt.

Gibt es Momente, wo Sie keine Musik mehr hören können?

Ja. Meist Montags und Donnerstags Abends. Wenn ich in der Musikschule neben/unter mir Schlagzeug und neben/über mir Klavier habe, und dann mit meinen Schülern leise Töne auf der Gitarre produziere.