Rückblick auf den Wettbewerb 2016/2017

Im Wettbewerbsdurchgang 2016/17 konnten die teilnehmenden Standortkooperationen für ihre Projektidee zwischen den beiden Kategorien „Aktionen weiterdenken“ und „Impulse setzen“ wählen. Im Januar 2017 wählte die MittendrIn-Fachjury drei Gewinner aus, die ihre Projekte im Verlauf des Jahres 2017 erfolgreich umsetzten

Gründerzeit 2.0 Weißensee entdecken – teilhaben – vernetzen

Ein Pop-Up-Store ist ein Laden, der nur für kurze Zeit existiert und dann wieder weiterzieht oder schließt. Mit dem Projekt „Gründerzeit 2.0“ der Kooperation „Aber hallo, Weißensee“ entstand im Quartier rund um die Langhansstraße in Berlin-Weißensee von Mai bis September 2017 solch ein temporäres Konzept: der Gründerzeitladen. Das Geschäft war in diesem Zeitraum für den Kiez Anlauf- und Ausgangspunkt zugleich. Viele Menschen stöberten durch den liebevoll eingerichteten Laden und ließen sich von den in 50 Boxen ausgestellten Produkten der teilnehmenden Akteure inspirieren. Über begleitende Veranstaltungen konnte man die Gewerbetreibenden und Dienstleistenden hinter den Boxen kennenlernen.

Der Gründerzeitladen war aber auch Ausgangspunkt für Entdeckungsreisen durch Weißensee. Mit Hilfe des „Stadtplans für Entdecker“, der die 50 teilnehmenden Geschäfte auf einer Karte vereinte, konnten sich die Besucherinnen und Besucher aufmachen, Weißensee neu zu entdecken. Die Gruppe „Aber hallo, Weißensee!“ nutzte den Pop-Up-Store, um sich mit den kreativen Akteuren vor Ort weiter zu vernetzen und den Menschen aus Weißensee ihren Kiez vorzustellen. Zur Eröffnung und zum Abschluss des Gründerzeitladens wurden Führungen durch den Kiez angeboten, die vorbei an Weißenseer Besonderheiten sowie an einer Auswahl teilnehmender Geschäfte und Einrichtungen des Netzwerkes vorbeiführten.

Der Gründerzeitladen war für die drei Initiatorinnen von „Aber hallo, Weißensee!“ ein großer Erfolg, der einen ganz neuen Blick auf Weißensee erlaubte und für das Kreativnetzwerk in Weißensee einen wichtigen Impuls lieferte. Eine Neuauflage des Stadtplans für Entdecker ist in Vorbereitung.

www.aber-hallo-weissensee.de

Boulevard Potsdamer – Eine Straße wird GRÜN

Unter dem Titel „Boulevard Potsdamer – Eine Straße wird GRÜN“ hatte sich die Interessengemeinschaft Potsdamer Straße zum Ziel gesetzt, mit „grünen“ Aktionen die Potsdamer Straße in den Bezirken Mitte und Tempelhof-Schöneberg im ökologischen Sinne aufzuwerten und in einen grünen Boulevard zu verwandeln. Zahlreiche teilnehmende Geschäfte, Restaurants und Einrichtungen präsentierten sich an den Aktionstagen komplett in grün: Outfits und Auslagen, grüne Produkte und Ideen zum nachhaltigen Wirtschaften. Flankiert wurden die Aktionen durch Bepflanzungen an den Gebäuden, im Straßenraum sowie auf Terrassen und Balkonen.

Auf einem Abschlussfest präsentierte die IG Potsdamer Straße u.a. die Ideen zur grünen Verwandlung der Potsdamer Straße, die die Interessengemeinschaft im Laufe des Jahres in ihrem Netzwerk erarbeitet hat. Die Anwohnerschaft und die ansässigen Gewerbetreibenden konnten sich über neue Formen der Mobilität, Ideen und Hinweise für Begrünungen und Ratschläge für nachhaltiges Handeln informieren und austauschen. Den Abschluss der Veranstaltung bildete am Abend eine Podiumsdiskussion mit lokalen Akteuren und Akteurinnen zum Thema Nachhaltiges Handeln.

Die IG Potsdamer Straße konnte das Projekt nutzen, um sich zu einer zentralen Plattform für Fragen rund um Nachhaltigkeit und Stadtökologie für die Potsdamer Straße zu entwickeln. Über das Projekt wurden neue Netzwerkpartner gefunden und damit eine Basis gelegt, dass sich die Potsdamer Straße langfristig in einen „grünen“ Boulevard verwandeln kann.

www.ig-potsdamer-strasse.de

Boxenstopp Wilhelminenhofstraße

Am 1. Oktober 1917 begann im Peter-Behrens-Bau in der Wilhelminenhofstraße in Schöneweide die Automobilproduktion der Nationalen Automobilgesellschaft. Dieses Jubiläum nahmen die Akteure und Akteurinnen der Initiative Wilhelminenhofstraße, des Industriesalons Schöneweide e.V. und des Unternehmerkreises Schöneweide e.V. zum Anlass, die Wilhelminenhofstraße unter das Motto „Mobilität und Industriekultur“ zu stellen. Im Rahmen des Straßenfestes „Boxenstopp Wilhelminenhofstraße“ am 1. Oktober 2017 präsentierten sich die teilnehmenden Geschäfte und Einrichtungen entlang der Straße mit individuell gestalteten Ölfässern und Renn-Utensilien und luden zu „Boxenstopps“ ein. Auf der zentralen Bühne vor dem Peter-Behrens-Bau startete ein Autokorso, an dem sowohl historische Automobile als auch neue Elektro-Autos präsentiert wurden. Die einzelnen Fahrzeuge und ihre Fahrerinnen und Fahrer wurden ausführlich vorgestellt, um im Nachgang entlang der Wilhelminenhofstraße bestaunt zu werden. In den Abendstunden rückte der Bau des weltberühmten Architekten und Industriedesigners Peter Behrens in den Mittelpunkt. Im Rahmen von „Berlin leuchtet“ inszenierte eine 3D-Videolichtshow das Gebäude und macht dessen Geschichte auf neue Weise erlebbar. Zusammen mit den illuminierten Gebäuden der Nachbarschaft erstrahlte das ehemalige Industrierevier an der Spree.

Das Fest der Mobilität auf der Wilhelminenhofstraße war für die beteiligten Akteure ein großer Erfolg. Schöneweide zeigte sich dabei in einem modernen und zugleich traditionsbewussten Licht. Neue Netzwerke konnten geknüpft und bestehende verstetigt werden.

www.ziel-schoeneweide.de