Dialogforum

Bürgerinnen und Bürger können Politik aktiv mitgestalten, ihre Anliegen sollen gehört und für die Verbesserung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung genutzt werden.
Mit diesem Ziel boten der Senator für Gesundheit und Soziales, Mario Czaja, und die Berliner Patientenbeauftragte, Karin Stötzner, eine regelmäßige Form des Austauschs zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Fachleuten und der Politik: das DIALOGFORUM.

3. Dialogforum

Warten bis der Arzt kommt!? Medizinische Versorgung in Berliner Pflegeeinrichtungen

Wie steht es um die medizinische Versorgung in den Berliner Pflegeeinrichtungen? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Diesen und weiteren Fragen wird beim 3. Dialogforum nachgegangen. Neben den Impulsvorträgen und einer Abschlussrunde der Fachreferentinnen und -referenten wird es auch wieder die beliebten Thementische geben, wo Bürgerinnnen und Bürger mit den Verantwortlichen im Gesundheits- und Pflegebereich direkt ins Gespräch kommen können.

Veranstaltungsdatum und -ort:

29. Juni 2015, 14.00 – 18:00 Uhr, Quadriga Forum, Werderscher Markt 15, 10117 Berlin

Themen:

  1. Ärzte im Heim – Ärzte in Kooperation mit einem Heim
    Nach § 11 HeimG darf ein Heim nur betrieben werden, wenn auch die „ärztliche und gesundheitliche Betreuung“ sichergestellt wird. Insbesondere gilt das Recht auf freie Arztwahl auch für Heimbewohner. Im Idealfall ist es ein selbst gewählter Hausarzt, der Hausbesuche durchführt und die weitere Versorgung durch Fachärzte steuert. Zu klären gilt, wie insbesondere die Sicherstellung der fachärztlichen Versorgung verbessert werden kann. Was könnten Elemente einer Neugestaltung der geriatrischen Behandlung sein?
  2. Medikation im Heim – Übermedikation oder Unterversorgung?
    Pflegebedürftigen werden oft – von verschiedenen Behandlern – eine Vielzahl von Medikamenten verordnet. Dazu kommen freiverkäufliche Arzneimittel. Welche Erfahrungen haben damit Fachkräfte in Pflegeeinrichtungen? Gibt es Fehl- oder Unterversorgung? Wer koordiniert die Verschreibung bei mehreren Behandlern und komplexen Erkrankungsbildern der Patienten?
  3. Drehtür zwischen Heim und Klinik
    Krankenhausaufenthalte sind – insbesondere für ältere Menschen – eine zusätzliche Belastung. Ziel sollte daher sein, Aufenthalte in akutstationären Einrichtungen zu vermeiden. Welche Bedingungen tragen zu Klinikeinweisungen aus Pflegeheimen bei? Dreh- und Angelpunkt sind die Rettungsstellen der Kliniken. Wie wird hier auf ältere multimorbide, auch demente Patienten aus Pflegeeinrichtungen eingegangen – gibt es hier Beispiele guter Praxis?
  4. Versorgung am Lebensende in Pflegeeinrichtungen
    Die Mehrzahl der Berliner Pflegeeinrichtungen verweist auf eine palliative Versorgung. Wie wird mit Erwartungen der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen zum Thema Lebensende umgegangen? Welche palliativen Versorgungskonzepte bieten die Heime? Gibt es Beispiele guter Praxis? Wer prüft Angaben und Umsetzung der Versorgungskonzepte?

2. Dialogforum

Entlassung aus dem Krankenhaus – was dann?

am 18. Juni 2013
im St. Hedwig-Krankenhaus

Themen:

  1. Rechte und gesetzliche Grundlagen für die Schnittstellen der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung
  2. Information und Dokumente für funktionierende Übergänge (Überleitungsbögen, Arztbriefe, elektronische Patientenakte, Entlassungsbericht, Datenschutz, Patientenbrief)
  3. Anliegen besonderer Zielgruppen – Unterstützungsangebote in der Nachsorge z. B. für Menschen mit Demenz, Schlaganfall, MS, Behinderung
  4. Was brauchen kranke und gefährdete Kinder? Hilfe und Beratung für Betroffene und Angehörige
  5. Regionale Netzwerke helfen Strukturen zur Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen und Institutionen
  6. Rolle der Patienten – Was können Patienten bei der Aufnahme ins Krankenhaus selbst tun, damit die Entlassung gelingt?

1. Dialogforum

Wege zur guten Pflege – Wie wollen wir leben? Pflegewohngemeinschaften in Berlin

am 4. September 2012
im Seniorenzentrum Werner-Bockelmann-Haus

Themen:

  1. Information: Was sind Pflege-Wohngemeinschaften? Passt das zu mir?
    In Pflege-Wohngemeinschaften lassen sich Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf von einem Pflegedienst ihrer Wahl gemeinsam in einer von ihnen angemieteten Wohnung versorgen. Wohngemeinschaften eröffnen viele Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten, sind aber auch ein komplexes Gebilde.
  2. Sorgen und Wünsche: Was erwarten Bürgerinnen und Bürger von einer Pflege-WG?
    Angesichts von nahezu 500 Pflege-Wohngemeinschaften in Berlin gibt es viele unterschiedliche Arten und Ausprägungen. Aufgrund des privaten Charakters der Pflege-Wohngemeinschaft gibt es in der Öffentlichkeit nur wenige Informationen zu diesen Angeboten.
  3. Kostenberatung: Welche Kosten kommen auf mich zu? Wie kann ich das finanzieren?
    Kosten fallen in Pflege-Wohngemeinschaften insbesondere für Pflege und Betreuung, Miete und Mietnebenkosten, Haushaltsgeld oder Rücklagen an. Die Pflegekasse unterstützt in der Regel bei den Pflegekosten, gegebenenfalls auch die Krankenkasse. Im Bedarfsfall kann auch das Sozialamt helfen.
  4. Angehörige und Betreuer: Welche Aufgaben haben sie?
    Nach dem Berliner Wohnteilhabegesetz haben die Bewohner bzw. ihre gesetzlichen Vertreter Recht und Pflicht, den Pflegedienst auszuwählen und das Gemeinschaftsleben und die Abläufe in der Wohngemeinschaft verantwortungsvoll mitzugestalten. Gelingt es ihnen, sich auf gemeinsame Positionen zu verständigen und nach außen als Gemeinschaft aufzutreten, können sie das Wohlbefinden ihrer Angehörigen und Betreuten entscheidend beeinflussen.
  5. Gute Qualität: Wie kann ich sie erkennen? Wer prüft?
    Die Frage “Ist das eine gute Wohngemeinschaft?” ist häufig schwer zu beantworten. Sie sollte dennoch sowohl bei der Suche nach einer Unterbringung als auch bei bereits bestehender Versorgung regelmäßig gestellt werden. Qualitätskriterien helfen bei der Auswahl und erleichtern es, mit dem Pflegedienst und dem Vermieter ins Gespräch zu kommen und auf Verbesserungen hinzuwirken.
  6. Hilfemöglichkeiten: Was kann ich bei Problemen und Konflikten tun?
    Missverständnisse, Probleme oder Konflikte können auch in Pflege-Wohngemeinschaften auftreten. Der erste Schritt sollte immer die Verständigung unter den Mitbewohnern und Angehörigen sein, um mit einer einheitlichen Position aufzutreten. Beratungs- und Hilfeangebote können den Weg aus der Konfliktsituation erleichtern.

Dokumentation des 1. Dialogforums

PDF-Dokument (1.7 MB)