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Das Islamforum Berlin

3. Sitzung am 10. Mai 2006

" Kommunikation und Zusammenarbeit, Möglichkeiten der Partizipation "

Aktuelle Halbe Stunde

  • Stand der Vorbereitung der Fußball-WM in der Hauptstadt
  • Diskussionen um Moscheebau in Pankow-Heinersdorf

Öffentlichkeitsarbeit

  • Erstellung einer Gemeinsamen Erklärung des Berliner Islamforum
  • kurzer Bericht über Ziel und Sachstand der Erstellung einer Broschüre über die Moscheen Berlins

Diskussion über erfolgreiche Strategien der Kooperation und Partizipation von Muslimen im Stadtraum

Gemeinsame Erklärung des Islamforum Berlin

Das 3. Islamforum Berlin verabschiedete eine Erklärung, die am darauffolgenden Tag an die Medien kommuniziert wurde:

Pressemitteilung – Berlin, den 10.05.2006

Das Islamforum Berlin hat auf seiner 3. Sitzung am Mittwoch, 10. Mai, im Berliner Rathaus den geplanten Moscheebau in Berlin-Pankow diskutiert. In einer gemeinsamen Erklärung wird daran erinnert, dass das Recht auf Religionsausübung ein hohes Verfassungsgut ist. Das schließt das Recht auf den Bau von Gotteshäusern wie z.B. Moscheen ein.

Das Islamforum war im November 2005 durch den Beauftragten des Senats für Integration und Migration, Günter Piening, und die “Muslimische Akademie in Deutschland” gegründet worden. An dem Islamforum nehmen neben Vertreterinnen und Vertretern von 12 islamischen Einrichtungen auch Vertreterinnen und Vertreter anderer Religionsgemeinschaften, Nichtregierungsorganisationen und staatlicher Einrichtungen teil. Auch Innensenator Eberhart Körting ist Teilnehmer des Islamforums.

Ziel des Islamforums ist die Verbesserung der Kooperation. In einer am Mittwoch verabschiedeten Erklärung heißt es: “Wir halten den regelmäßigen Austausch von Muslimen und Musliminnen untereinander sowie mit christlichen, jüdischen und alevitischen Vertreter/innen sowie mit Vertreter/innen der Zivilgesellschaft und den politisch Verantwortlichen für wichtig und wollen gemeinsam Verantwortung für die Integration übernehmen. Wir befürworten, dass die islamischen Organisationen Teil des gesellschaftlichen Gestaltungsprozesses werden.”

Einen Schwerpunkt will das Islamforum auf eine verbesserte Zusammenarbeit im Stadtteil legen. Dazu soll eine Handreichung erarbeitet werden, in der Anregungen und offene Fragen einer solchen Kooperation erläutert werden sollen.

Anhang: Der Wortlaut des Beschlusses des Islamforums Berlin vom 10.Mai.

Gemeinsame Erklärung der Teilnehmer/innen des Islamforums Berlin

Als Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Islamforums Berlin – das sich aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener islamischer Organisationen, anderer Religionsgemeinschaften, staatlicher Institutionen und der Migrantencommunities zusammensetzt – erklären wir hiermit unser gemeinsames Interesse an einer weiteren, über die Pilotphase hinausreichenden Zusammenarbeit im Berliner Islamforum.

Wir halten den regelmäßigen Austausch von Muslimen und Musliminnen untereinander sowie mit christlichen, jüdischen und alevitischen Vertreter/innen sowie mit Vertreter/innen der Zivilgesellschaft und den politisch Verantwortlichen für wichtig und wollen gemeinsam Verantwortung für die Integration übernehmen. Wir befürworten, dass die islamischen Organisationen Teil des gesellschaftlichen Gestaltungsprozesses werden.

Zu den Chancen und Zielen des Islamforums gehören aus unserer Sicht:

- Sicherstellung des Informationsflusses aus erster Hand
- Verbesserung der Kooperation und Vertrauensbildung
- Förderung einer neuen Diskussionskultur mit offenen Debatten
- Verständigung über verbindliche integrationsrelevante Schritte
- Diskussion gemeinsamer Aktionen

Bereits nach drei Sitzungen hat sich gezeigt, dass die im Zusammenleben auftretenden Probleme in den meisten Fällen nicht auf religiöse Hintergründe zurückzuführen sind sondern eher auf Bildungsfragen, auf die schwierige soziale Situation und auf Partizipationserfordernisse.

Als nächster Schritt wird die Erstellung einer Handreichung geprüft, die Eckpunkte über die Kooperation von islamischen Organisationen mit staatlichen Institutionen und zivilgesellschaftlichen Organisation im Stadtraum enthalten soll. Dabei wird unser Grundverständnis des respektvollen und friedlichen Umgangs miteinander und der gegenseitigen Akzeptanz im Alltagsleben handlungsleitend für konkrete Vorschläge sein.

Zu den Diskussionen um den Moscheebau Pankow/Heinersdorf nehmen wir Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Islamforums Berlin wie folgt Stellung:

Religionsfreiheit ist in der Bundesrepublik Deutschland ein hohes Verfassungsgut. Menschen, gleich welcher Religion, genießen den damit verbundenen besonderen grundgesetzlichen Schutz und haben das Recht darauf, für die Ausübung ihrer Religion Gebäude wie z.B. Moscheen zu errichten. Deren Bewilligung unterliegt alleine baurechtlichen Vorschriften. Mit Sorge nehmen wir einige der in der aktuellen Diskussion um den Moscheebau in Pankow geäußerten Beiträge zur Kenntnis. Wir sehen im Dialog einen entscheidenden Weg zur Lösung des entstandenen Konfliktes. Diesem fühlt sich das Islamforum verpflichtet und bietet an, ihn zu unterstützen.

Berlin, den 10.5.2006