Integrationsbeauftragter des Senats von Berlin und Betriebe mit Landesbeteiligung vereinbaren nächsten Schritt zur Öffnung der Ausbildung

Pressemitteilung vom 24.10.2016

24. Oktober 2016. 16 Berliner Betriebe mit Landesbeteiligung erproben neue Zugänge in die duale Ausbildung für Jugendliche mit schlechteren Startbedingungen. Ein erfolgreiches Betriebspraktikum im Rahmen von Berlin braucht dich! wird zum Sprungbrett und Türöffner in Ausbildung.

„Jugendliche mit schlechteren Startbedingungen können erfolgreich in eine qualifizierte Ausbildung gelangen und diese auch meistern“, so der Berliner Integrationsbeauftragte Andreas Germershausen während der Kick-off Veranstaltung mit den beteiligten Betrieben, dem Kommunalen Arbeitgeberverband Berlin (KAV Berlin) und ver.di. Es habe sich gezeigt, dass Jugendliche eigentlich genau die Richtigen für eine betriebliche Ausbildung sein könnten, aber viel zu oft –in den Auswahlverfahren scheiterten.
Aus diesem Grund habe der Integrationsbeauftragte das Pilotvorhaben „Erprobung neuer Zugänge in Ausbildung“ initiiert, und zwar als eine neue Phase der Senatsinitiative Berlin braucht dich!. Die teilnehmenden 16 Betriebe stellen insgesamt über 50 Ausbildungsplätze für Jugendliche aus Familien mit Einwanderungsgeschichte zur Verfügung, die von motivierten Jugendlichen besetzt werden sollen.
Voraussetzung ist, dass sie in einem Betriebspraktikum bewiesen haben, dass sie für die entsprechende Ausbildung geeignet sind. So wird ein erfolgreich bewertetes Betriebspraktikum zum Türöffner in die Ausbildung. Sonst übliche Auswahltests entfallen. Für Andreas Germershausen ist das Pilotvorhaben ein aussichtsreicher integrationspolitischer Schritt zur Teilhabe am Arbeitsmarkt.
Die Geschäftsführerin des KAV Berlin, Claudia Pfeiffer, betonte die Bedeutung des Vorhabens aus Arbeitgebersicht: „Unsere Mitglieder bieten jungen Menschen einen Einblick in die Arbeitswelt und möglicherweise im Anschluss auch eine Ausbildung. Hiervon können unsere Mitglieder nur profitieren. Sie stärken damit die Vielfalt ihrer Belegschaft und können neue, interessante Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rekrutieren. Wir begrüßen das Pilotprojekt ausdrücklich als einen hervorragenden Schritt zur Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die Betriebe und Unternehmen.“
Eine positive Einschätzung kam auch von der ver.di-Landesbezirksleiterin Susanne Stumpenhusen: „Eine moderne und zukunftsorientierte Rekrutierungspolitik muss gerade in Berlin benachteiligte Jugendliche besonders im Blick haben. Hürden können abgebaut und Integrationschancen verbessert werden, wenn betriebliche Praktika aufgewertet werden. Die Ergebnisse klassischer Auswahlverfahren sagen nämlich nicht immer etwas über die Ausbildungsfähigkeit aus!“
Um den Erfolg dieser Erprobung abzusichern, werden die Pilot-Kandidaten/innen zusätzlich begleitet und unterstützt. Das soll über einen Berlin braucht dich! Club geschehen, in dem Bewerber/innen und neue Auszubildende mit Peers zusammenkommen, die ihre Ausbildung schon abschließen konnten. Andreas Germershausen betont die Vorreiterrolle der teilnehmenden Betriebe, die mit den Vereinbarungen den nötigen Mut bewiesen, die Auswahlverfahren an die Lebensrealität eines großen Teils der Jugendlichen mit Einwanderungsgeschichte in dieser Stadt anzupassen.