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Fast jede/r fünfte Auszubildende beim Land Berlin hat Migrationshintergrund

Pressemitteilung vom 23.04.2013

Immer mehr Jugendliche aus Einwandererfamilien beginnen eine Ausbildung in den Behörden und Unternehmen des Landes Berlin oder ein duales Studium.

Unter den neuen Auszubildenden im Öffentlichen Dienst hat mittlerweile fast jede/r Fünfte eine Migrationsgeschichte. Dies ergibt eine Auswertung der Daten zu den neueingestellten Auszubildenden mit Migrationshintergrund beim Land Berlin 1 , die das Berufliche Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten in Berlin (BQN Berlin) im Auftrag der Berliner Integrationsbeauftragten seit 2006 jährlich erhebt 2 .

Hiernach wurden 2012 vom Land Berlin insgesamt 2.452 (Vorjahr: 2.180) Auszubildende und Studierende neu eingestellt – davon 1.646 im Öffentlichen Dienst (Vorjahr: 1.458) und 806 bei Betrieben mit Landesbeteiligung (Vorjahr: 722).

Insgesamt wurden 1.640 Auszubildende und 387 Studierende erfasst. Von diesen 2.027 neu eingestellten Personen hatten 367 (18,1 %) einen Migrationshintergrund und damit so viel wie nie zuvor (Vorjahr 299).

Auffällig ist der gestiegene Frauenanteil bei den Migranten, die 2012 in die Ausbildung gingen: er liegt mit 42, 6 % in der Verwaltung und mit 54,5 % bei den Landesbetrieben höher, als der Durchschnitt (33,9 bzw. 52 %).

Der kräftige Anstieg bei den Auszubildenden im Öffentlichen Dienst gegenüber dem Vorjahr (von 17,5 % auf 19,3 %) geht besonders auf die Zuwächse bei der Berliner Polizei (von 17,4 % auf 22,6 %), beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg (von 35,5 % auf 52,2 %), beim Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf (von 8,7 % auf 29,2 %), beim Bezirksamt Pankow (von 8,0 % auf 20,7 %) und dem Bezirksamt Hellersdorf (von 9,1 % auf 18,2 %) zurück.

Die vom Berliner Senat vorgegebene Zielmarke von einem Anteil von 25 % Migranten/innen unter den Auszubildenden erreichten oder überschritten die Bezirksämter Friedrichshain-Kreuzberg (52,2 ) und Charlottenburg-Wilmersdorf (29,2 %) sowie die Senatsverwaltungen (25,2 %) 3 zum Teil sehr deutlich. Auch im Bezirksamt Neukölln kam fast jede/r Vierte (23,5) der neuen Auszubildenden aus einer Einwandererfamilie.

78 Prozent der 733 Ausbildungsplätze, die im Erhebungsjahr bei den Öffentlichen Unternehmen Berlins neu besetzt wurden, entfielen auf die vier größten Betriebe: auf Vivantes 311, auf die BVG 136, auf die Berliner Wasserbetriebe 68 und auf die BSR 60 Personen. Der Anteil der Azubis mit Migrationshintergrund betrug bei Vivantes damit 19,6% (2011: 14,5 %), bei den Wasserbetrieben 13,2 % (2011: 20 %) und bei der BVG 23,7 % (2011: 16 %).

„Aus den Zahlen wird deutlich: Verwaltung und Unternehmen des Landes Berlin verkörpern tatsächlich die Vielfalt der Stadt,“ so die Integrationsbeauftragte des Senates, Monika Lüke. Die steigenden Zahlen der Auszubildenden und Studenten mit Migrationsgeschichte machten deutlich, dass der öffentliche Dienst für diese Menschen immer öfter eine berufliche Option ist. Dies ist eine Bestätigung erfolgreicher Integration in Berlin. Die Statistiken, die seit 2006 veröffentlicht werden, zeigen zudem, dass es sich lohnt für die Vielfalt und interkulturelle Öffnung in Verwaltung und Landesbetrieben zu arbeiten. Für beide Seiten. Spitzenreiter bei den Ausbildungs- und Studierendenzahlen sind die Verwaltungen und Betriebe, die schon seit Jahren aktiv die Kampagne „Berlin braucht Dich!“ , umsetzen. „Wir sind stolz auf diese Zahlen, die wir aber steigern wollen, denn wir brauchen noch mehr Migrantinnen und Migranten in der Verwaltung und öffentlichen Betrieben“ so die Integrationsbeauftragte.

Mehr Informationen zur Kampagne „Berlin braucht Dich!“ unter http://www.berlin-braucht-dich.de/ .
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[1] Anmerkung zur Datenerhebung: Datenquelle sind die Angaben der Ausbildungsbehörden und durch BQN Berlin ausgewertete Fragebögen. Der Erfassung des Migrationshintergrunds liegt die Definition zugrunde, die von der Integrationsministerkonferenz festgelegt wurde (analog Mikrozensus). Die Angaben erfolgen anonym und freiwillig. Wenngleich die Erfassung daher nicht vollständig sein kann, zeigen die Daten einen Trend der verstärkten Beteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Ausbildungsgängen im Öffentlichen Dienst auf.
[2] Für den Öffentlichen Dienst sind die Daten zum Migrationshintergrund der Auszubildenden dieses Jahr zum siebten Mal ermittelt worden, für die Öffentlichen Unternehmen das dritte Mal.
[3] Verwaltungen des Landes, vertreten durch die Senatsverwaltung für Inneres und Sport als Einstellungsbehörde des Senats für den allgemeinen nichttechnischen Verwaltungsdienst (Verwaltungsfachangestellte und Kaufleute für Bürokommunikation).