"Anschläge auf Berliner Moscheen sind Anschläge auf uns alle"

Pressemitteilung vom 13.01.2011

Eine Serie von Brandanschlägen sorgt derzeit für Empörung und Unsicherheit nicht nur bei muslimischen Berlinerinnen und Berlinern. Jüngstes Ziel war am vergangenen Sonnabend die Moschee in der Brienner Straße in Wilmersdorf. Die 1928 eröffnete Moschee ist die älteste Moschee der Stadt und gehört der Lahore-Ahmadiyya-Bewegung.
Dank der Aufmerksamkeit von Passanten und des im Gebäude lebenden Gemeindevertreters, die die Polizei sofort alarmiert hatten, konnte das Feuer rasch gelöscht werden.
Ratlosigkeit und Sorge herrschen in der Gemeinde nach dem Anschlag, erfuhr Berlins Integrationsbeauftragter Günter Piening bei einem Besuch der Gemeinde. Allerdings berichtet die Gemeinde auch von großer Anteilnahme und Unterstützung gerade durch die Nachbarn im Stadtteil, die vorbeikommen und ihre Verbundenheit ausdrücken oder auch Hilfe anbieten, wie etwa Gemeindemitglieder der benachbarten Dänischen Kirche.

Für den Integrationsbeauftragten ist das ein ermutigendes Zeichen: „Diese Anschläge sind Anschläge auch gegen das Zusammenleben hier in Berlin. Die Täter versuchen, das Klima zu vergiften und Hass zu säen. Neben der Verstärkung der polizeilichen Schutzmaßnahmen ist darum entscheidend, dass sich die Berlinerinnen und Berliner über alle Religionsgrenzen hinweg entschieden gegen Hass und Gewalt stellen. Ich danke den Anwohnerinnen und Anwohnern der betroffenen Gemeinden für ihren Zuspruch. Die Basis für das gutnachbarschaftliche Zusammenleben ist stabil. Daran werden weder die heimtückischen Anschläge etwas ändern noch die herabsetzende und den Islam diffamierende Stimmungsmache, die gerade in den letzten Monaten viele Muslime verunsichert hat.“

Am morgigen Freitag, dem 14.1.2011, wird der Integrationsbeauftragte am Freitagsgebet in der Moschee in der Brienner Straße teilnehmen.