Ein Zeichen der Verbundenheit - Berliner Muslime besuchen gemeinsam mit dem Integrationsbeauftragten die koptische Gemeinde

Pressemitteilung vom 06.01.2011

Der blutige Anschlag in der Neujahrsnacht auf eine Kirche der koptischen Christen im ägyptischen Alexandria hat weltweit für Entsetzen und Abscheu gesorgt, auch unter Muslimen. 23 Menschen waren bei dem Selbstmordattentat ums Leben gekommen.
Trauer und Sorge überschatten das bevorstehende Weihnachtsfest, das die Kopten wie die meisten orthodoxen Christen jetzt am 7. und 8. Januar begehen.
Das ist auch in der Berliner koptischen Gemeinde zu spüren, die heute Abend die Weihnachtsmesse in der Lichtenberger St.-Antonius- und St.-Shenouda-Kirche feiern wird.

Um ein Zeichen ihrer Verbundenheit zu setzen, werden Muslime aus dem Berliner Islamforum gemeinsam mit dem Integrationsbeauftragten Günter Piening an der Weihnachtsfeier teilnehmen. Piening: “Gerade weil die Attentäter ihren Mordanschlag religiös verbrämen wollten, ist es wichtig, zusammen zu stehen. Berlin ist eine Stadt, in der alle Religionen ohne Angst zu Hause sein können. Die Täter müssen wissen, dass sie für ihre Taten und für die zugrunde liegenden Haltungen kein Verständnis bekommen – nirgends. Dies ist keine Frage, ob jemand religiös ist oder nicht oder welcher Religionsgemeinschaft er angehört. Die Terroristen wollen einen Keil zwischen Religionen und Kulturen treiben. Das wird ihnen nicht gelingen. Das lassen wir nicht zu.”

Die Vertreter des Berliner Islamforums bekunden den koptischen Christinnen und Christen nicht nur hier in Berlin ihre Anteilnahme. Sie wünschen ihnen Kraft und Stärke in dieser schweren Zeit und hoffen auf ein friedvolles Weihnachtsfest.

Das Berliner Islamforum wurde 2005 in Kooperation zwischen dem Integrationsbeauftragten und der Muslimischen Akademie in Deutschland gegründet. Es ist die derzeit wichtigste Einrichtung für den Austausch zwischen islamischen Gemeinschaften und staatlichen Institutionen.