Interessenbekundungsverfahren zum Projekt: Stärkung der Selbstorganisation eingewanderter Roma in Berlin durch Community-Building

Frist: 20. November 2020, 12:00 Uhr

im Rahmen der Umsetzung der Berliner Strategie sowie des Aktionsplans zur Einbeziehung von ausländischer Roma.

Geeignete Träger können sich bis zum 20.11.2020 für dieses Projekt bewerben.

Das Interessenbekundungsverfahren wird auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales – die Integrationsbeauftragte des Senats – veröffentlicht. Zusätzlich werden die in der beiliegenden Liste aufgeführten nichtstaatlichen Organisationen direkt informiert.

Hintergrund

Berlin als Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland sieht sich in besonderer Weise in der Pflicht, alle Erscheinungen von Antiziganismus aktiv zu bekämpfen. Die Richtlinien der Regierungspolitik 2016-2021 bekräftigten die oben genannte Zielsetzung. In diesen verpflichtet sich der Senat dazu, die Integration ausländischer Roma mit den bewährten Instrumenten gezielt zu fördern. Einerseits bündelt er Maßnahmen, die eingewanderten Roma sowie anderen Personen in ähnlich prekären Lebenslagen, den Zugang zu staatlichen Regelsystemen ermöglichen. Andererseits trägt er dazu bei Antiziganismus zu bekämpfen.

Nach der Selbstverpflichtung des Berliner Senats in der Berliner Strategie zur Einbeziehung von ausländischen Roma im Jahr 2012 und mit dem Berliner Aktionsplan zur Einbeziehung ausländischer Roma im Juli 2013 ist festgelegt worden, dass alle Maßnahmen des Aktionsplans auf die Zielgruppe orientiert sind und zugleich perspektivisch die Roma-Community gestärkt werden soll, um ihre aktive Teilhabe an politischer Partizipation zu unterstützen.

Ausgangssituation

Für die Gewährleistung einer gleichberechtigten Teilhabe benötigen viele Eingewanderte besonders in der Ankommensphase umfangreiche Unterstützung. Hier gilt es Chancen zu entwickeln, Vorurteile abzubauen und die Zugänge zu Regeldiensten zu erleichtern.
Durch die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Soziales/ Abteilung Integration und Migration werden im Rahmen des Aktionsplans zur Einbeziehung ausländischer Roma einerseits Maßnahmen gefördert, die sich der Verbesserung der sozialen Teilhabe eingewanderter Roma durch Sozialberatung, aufsuchende Arbeit, Sprachmittlung, Berufsorientierung, vorübergehende Unterbringung und Vermittlung in den Arbeits- und Wohnungsmarkt widmen.
Durch Community-Building Maßnahmen und die damit verbundenen Erfahrungen werden zudem Roma-Selbstorganisationen zwecks Stärkung und Repräsentation der Roma-Communities durch Förderung der Potentiale für Chancengerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe sowie für die Bekämpfung von Ausgrenzung und Antiziganismus ausdrücklich unterstützt.

Projektbeschreibung

Um die Roma-Communities nach innen und außen zu stärken, wird ein Projekt zur Entwicklung eines Berliner Netzwerks als Bündnisstruktur zwischen Roma-Organisationen initiiert

Projektziele

  • Stärkung der Selbstorganisation und der Selbsthilfepotenziale durch Vernetzung und Qualifizierung, Empowerment, Ressourcen- und Kompetenzbündelung;
  • Stärkung der Möglichkeiten politischer Partizipation und Interessenvertretung sowie Ausbau von Netzwerken der Roma-Communities;
  • Abbau von Zuschreibungen und Stereotypen bei Regelinstitutionen und in der Gesellschaft.

Schwerpunkte des Projektvorhabens

Eingewanderte Roma sind bisher als Bindeglied zwischen den Projektangeboten und der Zielgruppe in zahlreichen Maßnahmen eingebunden. Die eingewanderten Roma sollen darüber hinaus perspektivisch in der Gestaltung von Maßnahmen, die die in Berlin lebenden Roma betreffen, der Verwaltung beratend zur Seite stehen und mit Handlungskompetenzen ausgestattet werden. Hierzu ist es nötig, das Wissen und die Erfahrungen über strukturelle Zugangshemmnisse von Roma-Organisationen und Roma-Akteurinnen und -Akteuren als Expertise wertzuschätzen und voranzutreiben.

Ebenso gilt es stabile Strukturen von Roma-Selbstorganisationen zu stärken und deren Interessen wahrnehmen und vertreten. Die lokalen Netzwerke der Roma-Communities stehen erst am Anfang, stabile Netzwerkstrukturen gibt es bisher nicht. Diese stabilen Strukturen sind nicht nur für die Community, sondern auch für die Verwaltung und die Regelinstitutionen als Ansprechpartner sehr wichtig.

Im Rahmen der Abstimmungen zwischen den Verwaltungen und den NGO’s zum Aktionsplan wurde diese Maßnahmen als besonders herausgehoben diskutiert und als besonders wichtig, auch in seiner Außenwirkung, eingeschätzt.

Im Rahmen der Community-Building Maßnahmen werden die Inhalte des Projekts wie folgt skizziert:

  • Stärkung der Roma-Community nach innen und nach außen
  • Stärkung der Möglichkeiten politischer Partizipation und Interessenvertretung
  • Austausch zwischen den verschiedenen Interessengruppen innerhalb der Roma-Community und Vernetzung mit anderen Roma-Organisationen.
  • Stärkung der Selbstorganisation und der Selbsthilfepotenziale durch Vernetzung und Qualifizierung
  • Verbesserte Einbeziehung der unterschiedlichen Communities – zurzeit aus Bulgarien, Rumänien, Polen und aus den Westbalkanländern – mit dem Ziel eine gestärkte Roma-Community in Berlin zu befördern, die sich über Problematiken und Lösungsansätze bewusst ist, diese vermitteln kann und aktiv zur Verbesserung der Positionen von ausländischen Roma in Berlin wirkt.
  • Austausch und Vernetzung aller Akteure und Vereine, die sich auch für Roma geöffnet haben

Ziel ist es, Roma-Organisationen in ihrer Vernetzungsarbeit einschließlich im Rahmen des künftigen Roma und Sinti Beirats zu unterstützen. Für die fachliche Beratung und Begleitung des Roma und Sinti Beirats, ist zudem ab 2021 eine Geschäftsstelle einzurichten und zu finanzieren. Die Maßnahme wirkt unmittelbar und nachhaltig und dient dem Aufbau tragfähiger Strukturen der Selbstorganisationen.

Anforderungen

Es werden interessierte und fachkundige Träger gesucht, die die nachfolgenden Erfahrungen und Qualifikationen besitzt sowie ein aussagekräftiges Konzept vorlegen, das mindestens folgende Fragestellungen und Aspekte behandelt:

  • Problemanalyse und daraus abgeleitete realistische Ziele und Handlungsstrategien,
  • Methoden und Vorgehensweisen mit denen die unterschiedlichen Communities erreicht werden,
  • Aufzeigen von Strategien, wie durch eine vernetzte und kooperative Herangehensweise an das Problemfeld vielfältige Ressourcen eingebunden werden können.

Antragsteller sollten nachweisbare

  • Erfahrungen in der Arbeit mit eingewanderten Roma in Berlin und möglichst in der Gestaltung und Abwicklung vergleichbarer Projekte und
  • möglichst Kenntnisse der einschlägigen Bestimmungen der Landeshaushaltsordnung und des Zuwendungsverfahrens haben.

Mit der Interessenbekundung soll eine Projektbeschreibung, Curricula und ein vorläufiger Finanzierungs¬plan inklusive möglicher Eigenmittel sowie Gesamtfinanzierungsplan des Trägers eingereicht werden. Projektbeginn ist möglichst der 01.01.2021 bis 31.12.2021, für 2022 ist die Verlängerung der Maßnahme möglich.
Die Integrationsbeauftragte plant für das Projekt ein Budget von etwa 50.000 € jährlich (Haushaltsvorbehalt) ein.

Das Projekt stellt keinen Ersatz oder keine Alternative zu den gesetzlich geregelten Zustän-digkeiten der bezirklichen Verwaltung dar und übernimmt auch keine Funktionen der Regeldienste.

Projektbeginn

01. Januar 2021

Kostenrahmen der Zuwendung (Fehlbedarfsförderung)

Für die Umsetzung des Projekts stehen im Kapitel 1120/Titel 68406, im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplans zur Einbeziehung ausländischer Roma für diese Maßnahme – mit Verabschiedung des Haushaltsgesetzes 2020/2021 stehen Mittel in Höhe von 50.000 € zur Verfügung.
Diese sollen für Personal- bzw. Honorarmittel (80%) und Sachkosten (20%) verausgabt werden.
Projektbeginn ist möglichst der 01.01.2021. Für 2022 ist eine Verlängerung der Maßnahme möglich.

Einzureichende Unterlagen

  1. Vollständig Projektskizze mit entsprechenden Angaben über die Maßnahmen
    und Methoden zur Zielerreichung und zu den Arbeitsschritten sowie ein ausführlicher Kosten- und Finanzplan inkl. der Aufschlüsselung nach Personal, Honorar- und Sachkosten einschließlich Angaben zu den Eigenleistungen (mind. 10 v. H.) gem. LHO.
  2. Selbstdarstellung des Trägers, Qualifikationsnachweise und Referenzen in Bezug auf
    ähnliche Projekte.

Bewerbungsfrist und Ort der Abgabe

Es wird darauf hingewiesen, dass es sich nicht um ein formales Vergabeverfahren handelt, sondern dass diese Interessenbekundung ausschließlich der Entscheidungsvorbereitung dient.

Die Interessenten werden aufgefordert, ihre Interessenbekundungen bis zum Freitag den 20.11.2020 – 12.00 Uhr an die nachfolgend aufgeführte Anschrift schriftlich sowie per E-Mail zu richten. Als Datum der Interessenbekundung gilt das Datum des Poststempels oder das Eingangsdatum, falls die Bewerbungsunterlagen persönlich eingereicht werden.

Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales
Beauftragte des Senats von Berlin für Integration und Migration
Stichwort: Aktionsplan zur Einbeziehung ausländischer Roma – Community Building
Abteilung I – I B 3 –
Potsdamer Straße 65, 10785 Berlin

und per E-Mail im pdf-Format einzureichen an Integrationsbeauftragte@intmig.berlin.de.

Kontakt und Informationen

Für Nachfragen steht Frau Fey, die für die Koordinierung des Prozesses zuständig ist, unter der Telefonnummer 030/901723-153 zur Verfügung.

Die Entscheidung für den Zuwendungsnehmer erfolgt zweistufig. Nach diesem Interessenbekundungsverfahren werden Sie ggf. aufgefordert, einen formalen Antrag (Projektbeschreibung sowie Kosten- und Finanzplan) in der FAZIT-Datenbank zu stellen:

https://www.fazit-online.verwalt-berlin.de

Die Bewerbungen sind mit den üblichen Unterlagen inkl. Namen und Curricula der Bearbeiterinnen und Bearbeiter und einem ca. zehnseitigen Angebot (zusätzlich zwingend erforderlich: Zeit- und Finanzierungsplan sowie Curricula) einzureichen.

Hinweis

Bei dem Auswahlverfahren handelt es sich um die beabsichtigte Vergabe einer Zuwendung
im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahren gem. § 7 LHO.

Es werden nur Bewerbungen berücksichtigt, die bis zum oben genannten Termin in schriftlicher und elektronischer Form bei der oben genannten Dienststelle eingegangen sind. Angebote sind deutlich als solche zu kennzeichnen und mit dem oben angegebenen Stichwort zu versehen.

Rechtliche Forderungen oder Ansprüche auf Ausführung der Maßnahme oder finanzielle Mittel seitens der Bewerberinnen und Bewerber bestehen mit der Teilnahme am Auswahlverfahren nicht. Die Teilnahme ist unverbindlich. Kosten werden im Rahmen des Verfahrens nicht erstattet.