Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung1 Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen Geschäftszeichen LfB LB Geschäftsstelle des Landesbeirats Tel. +49 30 9028 2838 E-Mail: LfB-Beirat@senasgiva.berlin.de Datum 24. November 2025 Pressemitteilung des Berliner Landesbeirats für Menschen mit Behinderungen Psychosoziale Hilfen in Berlin akut von Kürzungen bedroht Im Entwurf des Doppelhaushalts 2026/2027 sind nicht ausreichend Mittel für Angebote für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen vorgesehen. In der Folge drohen weitere Einschränkungen und Schließungen bewährter Hilfen. Diese Entwicklungen gefährden die Versorgungssicherheit, die Teilhabe und letztlich Gesundheit und Leben der Betroffenen. Bereits jetzt werden Angebote eingeschränkt oder stehen vor der Schließung. In den Vorjahren haben die Bezirke fehlende Landesmittel teilweise ausgeglichen. Dazu sind sie immer weniger in der Lage. Das führt dazu, dass Angebote und Öffnungszeiten weiter reduziert werden. So haben mehrere Bezirke bereits die Schließung von Kontakt- und Beratungsstellen angekündigt. Auch das wichtige Beratungsprojekt LOTSE für Menschen mit schweren Behinderungen kann nicht weitergeführt werden. Ebenso ist die Fachstelle für Suizidprävention bedroht. Der Landesbeirat unterstützt daher ausdrücklich die Forderungen der Caritas, des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und weiterer Träger, Kürzungen im Bereich psychosozialer Hilfen und Suizidprävention zurückzunehmen. Ein flächendeckender, niedrigschwelliger Zugang und die Berücksichtigung besonders vulnerabler Gruppen müssen gewährleistet bleiben. Der Landesbeirat ruft zur Unterstützung der Petition ‚#KürzenKostetLeben – Psychosoziale Hilfen und Suizidprävention in Berlin sichern!‘ auf: https://www.change.org/p/k%C3%BCrzenkostetleben-psychosoziale-hilfen-und-suizidpr%C3%A4vention-in-berlin-sichern Der Landesbeirat fordert den Berliner Senat und das Abgeordnetenhaus auf, im Doppelhaushalt 2026/27 und darüber hinaus eine dauerhaft auskömmliche Finanzierung der psychosozialen Hilfen und der Suizidprävention sicherzustellen. Dazu gehört eine barrierefreie, inklusive Ausgestaltung der Angebote, die Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen einen gleichberechtigten Zugang ermöglicht. Darüber hinaus fordert der Landesbeirat eine schnelle und transparente Berichterstattung der zuständigen Verwaltungen: * Welche Auswirkungen haben die geplanten Kürzungen konkret auf bestehende Angebote? * Wie viele Menschen mit Behinderungen wären davon betroffen? * Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die Versorgungssicherheit und den gesetzlichen Sicherstellungsauftrag zu gewährleisten? Als offizielles Beratungsgremium des Senats fordert der Landesbeirat zudem eine verbindliche Beteiligung in allen Fragen, die die Finanzierung und Ausgestaltung dieser Angebote betreffen. Über den Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen Berlin Der Landesbeirat berät den Berliner Senat in allen Fragen der Behindertenpolitik. Er setzt sich dafür ein, dass die Rechte und Interessen von Menschen mit Behinderungen umfassend berücksichtigt und die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention konsequent umgesetzt werden. Kontakt über die Geschäftsstelle des Landesbeirats unter: LfB-Beirat@senasgiva.berlin.de Mit freundlichen Grüßen Thomas Seerig Vorsitzender des Landesbeirats für Menschen mit Behinderungen Dienstgebäude: Oranienstraße 106, 10969 Berlin; barrierefreier Zugang der Kategorie D E-Mail: LfB-Beirat@senasgiva.berlin.de (elektronische Zugangsöffnung gemäß § 3a Absatz 1 VwVfG)