Landesfamilienkasse - Häufige Fragen

Abzweigung

Wann können Kinder das Kindergeld für sich selbst beantragen?

Kindergeld wird grundsätzlich an die Person für ihre Kinder ausgezahlt, die nach den §§ 62 und 64 EStG vorrangig anspruchsberechtigt ist. Zumeist ist dies ein Elternteil.

Der Anspruchsberechtigte ist im Normalfall also auch der Zahlungsempfänger des Kindergeldes. Der Anspruchsberechtigte erhält Kindergeld deshalb u. a., um seinen Kindern gegenüber Unterhalt erbringen zu können. Verwendet er das Kindergeld nicht für den Unterhalt des Kindes, kann das Kindergeld direkt an das Kind ausgezahlt werden, damit auf diesem Weg der Unterhaltsbedarf des Kindes zumindest teilweise sichergestellt wird.

Sind Kinder in den Haushalt des Berechtigten aufgenommen, scheidet eine Abzweigung grundsätzlich aus. Die gesetzliche Unterhaltspflicht wird bei einer Haushaltsaufnahme meistens durch die Leistung von Naturalunterhalt erfüllt.

Irrtümlich gehen viele Kinder davon aus, dass es sich bei dem Kindergeld mit Eintritt der Volljährigkeit um “ihr Kindergeld” handelt und verlangen deshalb die Auszahlung an sich. Alleinige Voraussetzung für die Abzweigung ist stets eine Verletzung von Unterhaltspflichten oder gleichgestellter Tatbestände. Der Wunsch des Kindes, nunmehr das Kindergeld direkt ausgezahlt zu erhalten, ist unerheblich.