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Denkmaldatenbank

Reichsbahnämter

Obj.-Dok.-Nr.: 09080465
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Invalidenstraße
Hausnummer: 130 & 131
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Verwaltungsgebäude
Fertigstellung: 1936
Entwurf: Müller-Erfurth (Bildhauer)

Unter großem Zeitdruck wurde vor den Olympischen Spielen 1936 die Nord-Süd-S-Bahn ausgebaut und das Gelände um den Stettiner Bahnhof neu gestaltet. Das letzte noch bestehende Gebäude dieser Planungen ist das Verwaltungsgebäude der Reichsbahnämter Invalidenstraße 130-131. (1) Es wurde von Reichsbahnoberrat Lüttich direkt über der S-Bahntrasse errichtet und zur Vermeidung von Geräusch- und Erschütterungsübertragung als Massivbau ausgeführt. Von der heute verlorenen Nachbarbebauung hob es sich entschieden ab. Die strenge, mit nahezu quadratischen Fenstern gleichmäßig gerasterte Fassade ist ein Beispiel für die konservative Richtung der Architektur der 1930er Jahre. Mit sparsamsten Mitteln ist die Fassade gegliedert. Die seitlichen Achsen sind dort, wo man einen risalitartigen Vorsprung erwarten würde, lediglich durch quadratische Muschelkalkplatten in den Brüstungen abgesetzt. Darüber hinaus findet dieser Gestaltungsmodus nicht nur in den heroisierenden Skulpturen des Bildhauers Hermann Müller-Erfurt Ausdruck, die den Schriftzug "Reichsbahnämter" flankieren und der Fassade eine zurückhaltende Monumentalität verleihen, sondern auch in der Muschelkalkverkleidung des Portalgewändes. Hier sind die einzelnen Platten so geschnitten, dass sie, perspektivisch täuschend, in die Tiefe fluchten. Heute wird das Gebäude von der S-Bahn Berlin GmbH genutzt.


(1) Vgl. Lüttich 1937.

Literatur:
  • Lüttich/ Neubauten der Reichsbahn am Stettiner Bahnhof in Berlin in
    Zentralblatt der Bauverwaltung 57 (1937) 28 / Seite 809-811
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 649