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Denkmaldatenbank

Sanatorium Hygiea

Obj.-Dok.-Nr.: 09066464
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Schöneberg
Strasse: Fuggerstraße
Hausnummer: 23
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Sanatorium & Wohngebäude & Klinik
Datierung: 1908
Entwurf: Berger, A. & Liepe, Hans (Architekt)
Bauherr: Berger, A & Liepe, Hans (Architekt)
Ausführung: Wilhelm Eigendorff

Das imposante Eckgebäude an der Stichstraße zum Eingang des ehemaligen Gaswerks, Fuggerstraße 23, wurde 1908 von den Architekten A. Berger und Hans Liepe in eigener Bauherrenschaft errichtet und beherbergte mehrere "Privatkliniken" sowie das Sanatorium Hygiea des Dr. med. Alfred Lewandowski. (1) Das bis heute als privates Belegkrankenhaus gleichen Namens genutzte Gebäude dient somit seit etwa 100 Jahren ununterbrochen der privaten medizinischen Versorgung. Der fünfgeschossige Bau mit Seitenflügel und Quergebäude fügt sich nahtlos in die umgebende Wohnbebauung ein und ist als Klinikbau nur durch die über die Fassaden verteilten Stuckapplikationen mit allegorischen Darstellungen der Heilkunde und der Göttin Hygiea (2) gekennzeichnet. Kleinteilige Sprossenfenster in unterschiedlichen Formen sowie Erker, Balkone und Jugendstilornamente ordnen das Haus dem zeitgleichen Reformwohnungsbau zu. Im Entree des Vorderhauses haben sich ein Intarsienpaneel und der Marmorfußboden erhalten. Eine gewendelte Kunststeintreppe mit dekorativen Eisengeländern umschließt den eisernen Personenaufzug zu den Obergeschossen. 2015 wurde eine bauzeitliche Deckenmalerei freigelegt und restauriert.


(1) Adresse ehemals Augsburger Straße 66. Vgl. Berliner Adressbuch von 1911: Lewandowski, Spezialarzt für Magen-, Darm- und Stoffwechselkrankheiten, wohnte in der Winterfeldtstraße und ist als Leiter des Sanatoriums aufgeführt. (2) Verkörperung der Gesundheit, des Gesundwerdens, an der Schlange und dem Gefäß in der Hand zu erkennen. Dem Asklepios, Sohn des Apollon, wurden in den Kulten von Epidauros im 4. Jahrhundert v. Chr. zwei Töchter zugeordnet, Panakeia und die bedeutendere Hygiea oder Hygieia, deren Statue sich bereits 100 Jahre früher in einem Athene-Heiligtum auf Delphi findet.

Literatur:
  • Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Ortsteil Schöneberg, Petersberg 2018 / Seite 159