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Denkmaldatenbank

Auguste-Viktoria-Krankenhaus

Obj.-Dok.-Nr.: 09045887
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Schöneberg
Strasse: Rubensstraße
Hausnummer: 125
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Krankenhausgarten
Datierung: 1903-1910
Entwurf & Ausführung: Egeling, Paul (Architekt)
Bauherr: Stadt Schöneberg (Stadtverwaltung)

Südlich der Peter-Vischer-Straße erstreckt sich das große Areal des nach Entwürfen des Schöneberger Stadtbaurates Paul Egeling 1903-10 errichteten Auguste-Viktoria-Krankenhauses, Rubensstraße 125. Im Inneren der Anlage hat sich der zentrale Krankenhausgarten südlich des Verwaltungsgebäudes in Teilen erhalten. Auch eine Mauer aus der Entstehungszeit, deren Pfeiler mit Sandstein-Kapitellen geschmückt sind und die von einem schmiedeeisernen Gitter bekrönt werden, umschließt noch zum größten Teil das Krankenhausgelände. Nur an der Nordseite in Höhe der Canovastraße ist das repräsentative Verwaltungsgebäude heute ohne Mauerabschluss zugänglich. Ein Rundbeet und einige alte Eiben beiderseits des Treppenaufgangs akzentuieren den Eingangsbereich des symmetrisch gestalteten Hauptgebäudes.

Vom Foyer des Verwaltungsgebäudes, wo eine überlebensgroße Marmorfigur der Kaiserin Auguste Viktoria von Carl Begas den Besucher empfängt, hat man einen Ausblick über den zentralen Krankenhausgarten. (1) Dieser erstreckt sich in Rechteckform mit einer nach Süden abfallenden Rasenfläche zwischen dem Verwaltungsgebäude und dem ehemaligen Haus Nummer 7, dem heutigen zentralen Krankenhausneubau. Auch die östlich und westlich des Gartens gelegenen Pavillons sind mit modernen Anbauten ergänzt. Geradlinige, als Baumalleen bepflanzte Erschließungsstraßen begrenzen den Garten an den Längsseiten. Südlich des Verwaltungsgebäudes zweigt von einem geraden Querweg eine geschwungene Vorfahrt zur Gebäudemitte ab. Von hier eröffnet sich der ehemalige Pleasureground, der einst von ornamentalen Blumenbeeten beiderseits des Querweges geschmückt wurde. Von diesem Gartenteil hat sich bis heute nur das Wegenetz in Form eines großen Ornaments erhalten. Es erschließt den Garten am Rande und wird von symmetrischen Baum- und Strauchpflanzungen begleitet. Diese säumen auch die tief ausgemuldete Rasenfläche, an deren tiefstem Punkt ein kreisrundes Wasserbecken mit Fontäne erscheint. Die Mittelachse der Anlage wird heute durch ein rundes Rosenbeet auf der halbkreisförmigen Rasenfläche südlich des Verwaltungsgebäudes sowie durch einen Springbrunnen und eine Kastanie am nördlichen Rand der Anlage hervorgehoben. Symmetrisch dazu sind Eiben sowie zwei Schwarzkiefern angepflanzt. In der Nähe des Querweges betonen zwei alte Blutbuchen in den Ecken und zwei davor gepflanzte Lärchen die ehemalige Symmetrie und Regelmäßigkeit des Gartens. Beidseitig der Mittelachse sind neue Sitzplätze angelegt. Die formale Gestaltung der Anlage, die heute durch neuere Anpflanzungen nur noch zum Teil erlebbar ist, wird seit dem Jahr 2000 durch Kunstwerke von Rolf Szymanski ergänzt. (2)


(1) Das Standbild der Kaiserin Auguste Viktoria wurde 1904/06 von Carl Begas geschaffen und im Rosengarten des großen Tiergartens aufgestellt. Es wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Garten des Schlosses Bellevue vergraben, 1979 geborgen und im Lapidarium aufbewahrt. Nach der Restaurierung fand es als Dauerleihgabe des Landes Berlin im Auguste-Viktoria-Krankenhaus einen neuen Standort.

(2) Im Zentrum des Rosenbeetes und nördlich des Querweges ragen je eine Bronzesäule in der Mittelachse der Anlage auf. Sie bekrönen "Zwei Figuren in großer Höhe", die Rolf Szymanski 1981/99 schuf. Diese sind Dauerleihgaben des Landes Berlin, aufgestellt anlässlich des Wettbewerbs "Kunst im Stadtraum". Vom gleichen Künstler stammen die abstrakten Kunstwerke, die südöstlich und südwestlich des Springbrunnens in Nähe der Schwarzkiefern aufgestellt wurden, die "Wasserträgerin" von 1981 und die "Frauen von Messina" von 1969. Beide Skulpturen sind Dauerleihgaben der Berlinischen Galerie.

Literatur:
  • Winz/ Es war in Schöneberg, 1964 / Seite 126 & 166
  • Viergutz/ Schöneberg, 1988 / Seite 78f.
  • Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Ortsteil Schöneberg, Petersberg 2018 / Seite S. 262 f.