GESCHLECHT, GEWALT, GENOZID: Frauen im Völkermord (Vortragsreihe)

Die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland (1949) beginnt mit den Worten: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Art. 3 des Grundgesetzes garantiert die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Genozid (Völkermord) hingegen beinhaltet die Aberkennung aller Grund- und Menschenrechte für Opfer, in erster Linie ihr Lebensrecht, und die gezielte Zerstörung ihrer menschlichen Würde. Davon sind Frauen wie Männer der jeweiligen Opfergruppe gleichermaßen betroffen.

Genozid wird im internationalen Recht als Verbrechen definiert, das auf die vollständige oder teilweise Vernichtung einer ethnischen, nationalen oder religiösen Gruppe abzielt. Obwohl das Übereinkommen zur Verhütung und Bestrafung des Verbrechens des Völkermords (1948) der Vereinten Nationen „Gruppe“ implizit als Einheit von Frauen und Männern auffasst, ist bei vergleichender Betrachtung festzustellen, dass Frauen eine andere Behandlung erfahren als Männer. So sind sie beispielsweise häufiger Opfer sexualisierter Gewalt und fast ausschließlich die Opfer von Hunger- und Zwangsprostitution. Schwangere, Wöchnerinnen und Mütter vor allem kleiner Kinder besitzen bei Deportationen, Todesmärschen sowie in Konzentrationslagern geringere Überlebenschancen als alleinstehende Männer.

Die Vortragsreihe GESCHLECHT, GEWALT, GENOZID erläutert an sieben historischen und aktuellen Beispielen das geschlechterdifferente Vorgehen von Völkermordtätern. Die Vorträge finden im Zeitraum 22. Oktober bis 15. November 2019 in der Landeszentrale für Politische Bildungs Berlin, an der Technischen Universität Berlin sowie in der Dersim Kulturgemeinde e.V. (Kreuzberg) statt. Am Beginn steht eine Eröffnungsveranstaltung mit drei Vorträgen sowie Diskussionen.

PROGRAMM

Dienstag, 22. Oktober 2019, 14:00-19:00 Uhr: Halbtägige Einführungsveranstaltung Geschlechtsdifferenzen im Völkermord
a) Geschlechtsdifferenzen in Völkermorden des 20. und 21. Jhs. (Prof. Dr. phil. Tessa Hofmann, Berlin)
b) Geschlechtsdifferenzen in der Schoah (Dr. Alina Bothe, Berlin)
c) Genozid und Femi(ni)zid: Begrifflichkeiten und Zusammenhänge (Jasmin Grakoui, M.A., Berlin)
d) Was können wir tun? Podiums- und Publikumsdiskussion

Veranstaltungsort: Landeszentrale für Politische Bildung Berlin, Hardenbergstr. 22-24, 10623 Berlin-Charlottenburg

Dienstag, 29. Oktober 2019, ab 18:00 Uhr: Dokumentarfilm „Das Schweigen brechen“ (Bosnisch mit dt. Untertiteln) und Vortrag (mit Diskussion) Vergewaltigung und Zwangsschwängerungen als Kriegsstrategie: Das Beispiel Bosnien (Jasmina Prpić, ehrenamtliche Geschäftsführerin von Anwältinnen ohne Grenzen e.V., Freiburg)
Veranstaltungsort: Technische Universität Berlin, Raum H 3007, Straße des 17. Juni 135, 3. OG, Bereich 3C, 10623 Berlin-Charlottenburg

Dienstag, 05. November 2019, ab 18:00 Uhr: Vortrag (mit Diskussion) „Trostfrauen“: Sexuelle Versklavung am Beispiel Japans im Zweiten Weltkrieg (Nataly Jung-Hwa Han, Vorsitzende des Korea Verbandes, Berlin)
Veranstaltungsort: Technische Universität Berlin, Raum H 3007, Straße des 17. Juni 135, 3. OG, Bereich 3C, 10623 Berlin-Charlottenburg

Dienstag, 12. November 2019, ab 17:00 Uhr: Vortrag (auf Englisch mit Übersetzung; Diskussion) Versklavung und sexualisierte Gewalt: Das Beispiel der Jasidinnen in Geschichte und Gegenwart (Dr. Zeynep Türkyilmaz, Berlin)
Veranstaltungsort: Technische Universität Berlin, Raum H 0106, Erdgeschoss (rechts neben Haupteingang), Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin-Charlottenburg

Freitag, 15. November 2019, ab 17:00 Uhr: Vorträge (mit Diskussion)
17:00 Uhr: Dr. Dorothee Schmitz-Köster: Kindeswegnahme: Das Beispiel Polen unter deutscher Besatzung
18:45 Uhr: Nezahat Gündoğan (Köln, Regisseurin des Dokumentarfilms Hay Way Zaman über die Lebens- und Leidensgeschichte der verschleppten alevitischen Dersima Emoş Gülvers): Die verschwundenen Mädchen aus Dersim (Türkisch mit Übersetzung durch Ayşe Tetik)
Veranstaltungsort: Dersim Kulturgemeinde Berlin e.V., Waterloo-Ufer 5-7, 10961 Berlin-Kreuzberg

GEFÖRDERT VON DER LANDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG BERLIN

Kategorien: Infoveranstaltungen

Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf

Veranstaltungsort

Berliner Landeszentrale für politische Bildung
Hardenbergstraße 22-24
10623 Berlin

Veranstalter

Arbeitsgruppe Anerkennung - Gegen Genozid, für Völkerverständigung e.V.
Mainauer Str. 9, II
12161 Berlin
Dr. Tessa Hofmann,
Tel: 0308516409

Termin

  • 15.11.2019 um 17:00 - 20:00 Uhr

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