Label Noir: Emmett – Tief in Meinem Herzen

„I thought of Emmett Till, and when the bus driver ordered me to move to the back, I just couldn’t move.“ (Rosa Parks)

„Two months ago I had a nice apartment in Chicago. I had a good job. I had a son. When something happened to the Negroes in the South I said, `That's their business, not mine.' Now I know how wrong I was. The murder of my son has shown me that what happens to any of us, anywhere in the world, had better be the business of us all.“ (Mamie Till)

Was hat der Mord an einem 14-ährigen Schwarzen Jungen in den USA von 1955 mit der deutschen Wirklichkeit von 2020 zu tun?
Am 28. August 1955 wurde Emmett Till, ein 14jähriger afroamerikanischer Teenager aus Chicago, von dem weißen Lebensmittelhändler Roy Bryant und dessen Bruder aus dem Haus seines Onkels in Mississippi entführt, gefoltert und getötet. Seine Mutter, Mamie Till, bestand bei der Beerdigung auf einen offenen Sarg und lud Pressefotografen ein: "Jeder soll wissen, was mit Emmett geschehen ist." Die Fotos der entstellten Leiche und der skandalöse Freispruch der Täter wurden zum Inbegriff der rassistischen Unterdrückung und des Widerstands dagegen und trugen entscheidend zum Erstarken der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung bei.
Die Geschichte von Emmett Till ist keine ausschließlich amerikanische Geschichte, sondern wiederholt sich tagtäglich und weltweit, auch in Deutschland: Amadeu Antonio, Alberto Adriano, Oury Jalloh – dies sind nur drei von unzähligen Schwarzen Menschen, die seit der Wiedervereinigung aus rassistischen Motiven ermordet wurden. Seit den NSU Morden, Halle und Hanau diskutiert nun auch hierzulande endlich eine breite Öffentlichkeit über strukturellen Rassismus in Deutschland.

Die Dramatikerin Clare Coss erzählt in ihrem Stück „Emmett – Tief In Meinem Herzen“ die Geschichte von Emmett Till und zeigt dabei auf eindrückliche und poetische Art und Weise auf, wie die alltägliche, die strukturelle und die extremistische Form rassistischer Gewalt mit- und ineinander verflochten sind und sich gegenseitig bedingen. Schauspieler*innen des Berliner Kollektivs LABEL NOIR lesen Ausschnitte aus dem Stück, das im Januar 2021 am HAU Berlin seine Welturaufführung haben wird.

Gefördert aus Mitteln für bezirkliche künstlerische Projekte im Stadtraum im Rahmen der Initiative „Draußenstadt“ als Soforthilfe für Künstlerinnen und Künstler zur Bewältigung der Corona-Krise (BESD-Programm) der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Schwartzsche Villa, Garten
Veranstalter: Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf
Eintritt frei

Kategorien: Lesungen, Vorträge

Bezirk: Steglitz-Zehlendorf

Veranstaltungsort

Schwartzsche Villa
Grunewaldstraße 55
12165 Berlin
Tel: (030) 90299 2210

Veranstalter


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