Städtepartnerschaft Berlin-Moskau: Das 20. Arbeits- und Sozialseminar erfolgreich abgeschlossen

Das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales und das Department für Arbeit und soziale Sicherheit der Bevölkerung der Stadt Moskau führten in der Zeit 1.-4. Juli 2018 in Moskau das 20. Arbeits- und Sozialseminar durch.

Berlins Staatssekretär für Arbeit und Soziales Alexander Fischer und Vladimir Petrosyan, Minister der Moskauer Regierung, Leiter des Departements für Arbeit und soziale Sicherheit der Bevölkerung der Stadt Moskau, informierten die Teilnehmer der Seminareröffnung über die aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Arbeit und Soziales in den Metropolen Berlin und Moskau.

In Würdigung der erfolgreichen Kooperation mit dem LAGeSo, empfing Minister Petrosyan den Leiter der Berliner Delegation, Staatssekretär Fischer, seinen langjährigen Amtspartner Präsident Allert und Nelli Stanko zu einem Fachgespräch im Departement.

Der Fachaustausch auf dem Gebiet Arbeit begann mit der Besichtigung der Moskauer Staatlichen Arbeitsagentur für Jugendliche, die sich zwei Jahre nach ihrer Gründung den Status einer innovativen Behörde mit Vorbildcharakter gesichert hat. Mit dem Ziel, inklusive Beschäftigung aus der Perspektive der Praxis kennen zu lernen, sah das Seminarprogramm Besichtigungen von zwei Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes sowie einer Einrichtung für soziale und berufliche Rehabilitation vor:

  • „Kunzewo-Elektro GmbH“ (Beschäftigte mit Sehbehinderung)
  • „Katarshina“ (zehn Mitarbeiter sind Rollstuhlfahrer)
  • Wissenschaftlich-praktisches Reha-Zentrum für Menschen mit Behinderung

Dabei behandelten die Berliner Delegierten (Verwaltungsexperten sowie die Geschäftsführerinnen des Annedore-Leber-Berufsbildungswerks, Kerstin Stoye, und der LAG Inklusionsfirmen, Christine Nothacker) mit leitenden Vertretern der Moskauer Arbeits- und Sozialverwaltung und den Firmenleitern folgende thematische Schwerpunkte:

  • Finanzielle Förderung von Moskauer Arbeitgebern, die Menschen mit Handicap beschäftigen – Ausgleichszahlungen
  • Inklusiver Arbeitsmarkt in Berlin
  • Inklusionsbetriebe in der BRD am Beispiel des Bundeslandes Berlin
  • Ausbildung von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf in Berlin und Moskau

Im Bereich Soziales wurde das Programm der Moskauer Regierung „Aktiv im Alter 2018“ (aus dem Russischen wörtlich übersetzt: «Aktive Langlebigkeit“) vorgestellt. Das soziale Pilotprojekt startete im Februar 2018 und schafft zahlreiche Angebote für die aktive Freizeitgestaltung sowie Selbstverwirklichung von Moskauern ab dem 55. Lebensjahr. Mit der Realisierung des Regierungsprogramms werden kurzfristige sowie langfristige Ziele verfolgt:

  • Verbesserung der Lebensqualität von Menschen im Rentenalter
  • Förderung einer gesunden Lebensweise von älteren Menschen
  • Erhöhung der Lebenserwartung

Mehr als 1.500 Behörden, Wirtschaftsunternehmen und NGO`s erbringen Leistungen im Rahmen dieses Projekts. Nachgefragt werden insbesondere Beschäftigungsangebote wie Gesang, Basteln, Tanzen, Malen, Turnen, Schachspielen sowie Bildungsangebote (Fremdsprachen, PC-Lehrgänge). Der Fachbeitrag „Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik“ von Werner Link (Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales) stieß bei den Moskauer Verwaltungs- und Sozialexperten auf sehr großes Interesse und löste eine lebhafte Diskussion aus. Dem erkenntnisreichen Fachaustausch am Runden Tisch – verbunden mit der Besichtigung des Territorialen Zentrums für soziale Leistungen „Meschtschanskij“ – schloss sich ein erlebnisreicher Aufenthalt im Park „Sokolniki“ an: Eine große Anzahl von älteren Menschen tanzte, sang bzw. wanderte (in fröhlicher musikalischer Begleitung).

Traditionsgemäß unterstützte die Deutsche Botschaft in Moskau den Aufenthalt der Berliner Seminarteilnehmer und organisierte am Anreisetag ein Fachgespräch mit dem Leiter der Politischen Abteilung. Beate Grzeski, Gesandtin und Ständige Vertreterin des Deutschen Botschafters in Moskau, lud die Delegierten sowie die Leitung des Moskauer Arbeits- und Sozialdepartements zu einem Fachaustausch – im Rahmen eines Geschäftsessens – ein. Der Leiter des Referats für Arbeit, Soziales und Gesundheit, Jerzy Bohdanowicz, begleitete die Berliner Delegation und beteiligte sich an Fachgesprächen.

Die Seminarteilnehmer aus Berlin verließen die russische Hauptstadt mit vielen guten Arbeitsergebnissen im Gepäck und einzigartigen Erinnerungen an die Fußball-WM-Atmosphäre: grenzenlose Freude, allgegenwärtige Begeisterung für die russische Fußballmannschaft sowie Herzensgüte der Gastgeber.

Zusatzinformation:
Ende Juli 2018 beschloss die Regierung der Russischen Föderation, das Moskauer Programm „Aktiv im Alter“ in Russlands Regionen einzuführen.

Nelli Stanko