Bessere Versorgung von Gewaltopfern

Pressemitteilung vom 01.03.2018

Mit der Eröffnung der neuen Traumaambulanz an der Friedrich von Bodelschwingh-Klinik verbessert Berlin die psychotherapeutische Versorgung von Gewaltopfern.

Menschen, die Gewalt erlebt haben, können psychisch erkranken und damit über viele Jahre schwere seelische und soziale Folgen erleiden. Unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. med. Olaf Schulte-Herbrüggen, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Traumatherapeut, wurde im Jahr 2012 die erste Berliner Traumaambulanz für erwachsene Opfer von Gewalttaten an der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus eröffnet. Viele hundert Betroffene schwerer Gewalttaten konnten seitdem in dieser Institution psychotherapeutische Unterstützung erfahren.

Am 1. März 2018 wird in der Friedrich von Bodelschwingh-Klinik in Berlin-Wilmersdorf ein neuer Standort der Traumaambulanz eröffnet. Das Land Berlin garantiert dadurch neben einer wohnortnäheren Versorgung für den Süden und Westen Berlins eine erhöhte Kapazität an Behandlungsplätzen und größere Flexibilität bei ständig steigender Anfrage.

Der zweite Standort unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. med. Olaf Schulte-Herbrüggen ist eine Kooperation zwischen dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) und der Friedrich von Bodelschwingh-Klinik. Opfer schwerer Gewalttaten und unmittelbare Zeugen von Gewalt, die unter psychischen Belastungssymptomen leiden, können hier kostenlos psychotherapeutische Sitzungen erhalten. Traumatherapeutisch erfahrene Ärzte und Psychologen bieten zeitnahe Termine an.
„Zuletzt konnten wir zum Beispiel im Rahmen der Ereignisse auf dem Breitscheidplatz gut auf die Anforderungen reagieren und allen Betroffenen ein zeitnahes Angebot machen“, sagt Schulte-Herbrüggen. „Wir hoffen, dass solche Ereignisse nicht erneut passieren. Doch vor dem Hintergrund der weiterhin bestehenden Bedrohungslage, müssen wir bei Terroranschlägen auch auf höhere Opferzahlen eingerichtet sein, als dies am Breitscheidplatz der Fall war. Mit der neuen Traumaambulanz sind wir dafür gerüstet.“

Sozialsenatorin Elka Breitenbach zum Engagement des Landes Berlin auf der Grundlage des Opferentschädigungsgesetzes: „Jede und jeder kann Opfer einer Gewalttat werden. Nach solch einer traumatischen Erfahrung brauchen Betroffene schnelle, unbürokratische und individuelle Hilfe. Trauma-Ambulanzen erbringen solch eine Hilfe. Ich bin froh, dass nun eine zweite therapeutische Einrichtung dieser Art in Berlin öffnet, in der Betroffene durch die Behandlung wieder mehr Lebensqualität erreichen können.“

Das bestätigt auch der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, Franz Allert: „Ich begrüße das Engagement von Dr. Schulte-Herbrüggen und seinem therapeutischen Team. Durch hohe Professionalität konnte für viele Gewaltopfer eine deutliche Reduktion von Belastungssymptomen wie Alpträume und Ängste erreicht werden.“

Betroffene können sich ab sofort zusätzlich unter folgender Adresse melden:

Traumaambulanz Berlin
Friedrich von Bodelschwingh-Klinik
Landhausstraße 33-35
10717 Berlin

Telefon: (030) 5472 – 7887
Telefax: (030) 5472 – 29 9507
E-Mail: traumaambulanz@fvbk.de

Terminvereinbarung Mo – Fr 9:00-16:00 Uhr

www.fvbk.de

Die Friedrich von Bodelschwingh-Klinik ist eine moderne Einrichtung für die psychiatrische, psychosomatische sowie psychotherapeutische Versorgung in Wilmersdorf/Süd-Charlottenburg mit drei Tageskliniken und insgesamt 163 Behandlungsplätzen.

Weitere Informationen im Sekretariat der Friedrich von Bodelschwingh-Klinik,
Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin, Telefon 5472 – 7906.