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"… das gehört doch eng zusammen – Kunst und eine moralische Haltung"

Arbeiten aus der Sammlung des Kunsthistorikers Diether Schmidt (1930-2012)

Ausstellung vom 16.01. bis 03.03.2013

“Ganz oben standen für Diether Schmidt“, so Andreas Hüneke im aktuellen Kunstblatt zur Ausstellung „die Kunst und die Künstler. Ihnen galt seine Förderung, insbesondere durch Vermittlung zu ihrem Publikum. In Ausstellungen, Veröffentlichungen und Vorträgen bemühte er sich, Verständnis für die Kunst und Genuß an ihr anzuregen und zu stärken. Daß schöpfe­rische Arbeit und die Interpretation ihrer Ergebnisse immer in ein gesellschaftliches Umfeld eingebunden sind, wußte er nur zu gut. Aber Ideologie sollte sich ihrer nicht bemächtigen, und die Kunst bedeutete ihm auch mehr als ein Trainingsfeld für Wortakrobatik. Dennoch stand ihm die Macht des Wortes in hohem Maße zur Verfügung, doch hatte sie stets eine dienende Funktion und verselbständigte sich nicht. […] Die Offenheit und Geradheit seiner Rede brachten ihm zahlreiche begeisterte Zuhörer aber auch das Mißtrauen der Staats­macht, die sich von solchen angstlosen Äußerungen mindestens verunsichert, manchmal auch angegriffen fühlte. 1984 wurde Diether Schmidt verhaftet und dann in den Westen abgeschoben. 1991 kehrte er nochmals für vier Jahre in seine Wahlheimat und seinen langjährigen Wirkungsort Dresden zurück, um an der Kunsthochschule zu lehren.“

Die Ausstellung zeigte – mit etwa 90 Arbeiten auf Papier, außerdem einige Werken der Malerei – eine Auswahl aus jenem Teil der Sammlung, der sich im Berliner Nachlass befand.

Ausstellungseröffnung

  • Dienstag
    15.01.2013
    20.00 Uhr

    Zur Eröffnung sprachen: Dr. Andreas Hüneke (Kunstwissenschaftler, Potsdam) und Kathleen Krenzlin (Kuratorin der Ausstellung und Leiterin der Galerie Parterre)

Veranstaltungen

  • Donnerstag
    14.02.2013
    19.00 Uhr

    “ … das gehört doch eng zusammen – Kunst und
    eine moralische Haltung”

    Diether Schmidt studierte an der Humboldt Universität zu Berlin von 1951-1956 Kunstgeschichte u. a. bei Richard Hamann. Als einer der letzten Studenten konnte er bei einem der bedeutendsten deutschen Kunst­historiker des 20. Jahrhunderts Vorlesungen hören. Dieses Schlüsselerlebnis wird eben­so Thema des Abends sein wie seine eindrucksvolle und streitbare Persön­lich­keit. Die Referenten und Gesprächspartner haben Diether Schmidt in unterschiedlichen Zusammenhängen, zu verschiedenen Zeiten und Anlässen kennengelernt.

    Prof. Dr. Elmar Jansen
    Erinnerungen aus einer fünften Zone
    Unterwegs zu Kunst und Künstlern

    Dr. Jens Semrau
    Eine widersprüchliche Beziehung
    Über das gemeinsame Interesse an der Bildhauerei und dabei insbesondere an Werk und Person Fritz Cremers Vor diesem Vortrag wird das Filmporträt Fritz Cremer mit Diether Schmidt als Gesprächspartner gezeigt. (D 1979, 33‘00)

    Hartmut Pätzke
    David, der Goliathsieger
    Von der Verteidigung einer Dissertation zum kollegialen Gespräch

    Dr. Hildtrud Ebert
    Picasso und andere Risiken
    In Erhart Frommhold, dem Cheflektor des Verlages der Kunst Dresden, fand Diether Schmidt früh einen publizistischen Streiter für die klassische Moderne – aber auch einen Verleger ohne Entscheidungsmacht.

    Kathleen Krenzlin und Jens Semrau
    “ … das gehört doch eng zusammen – Kunst und eine moralische Haltung”
    Gespräch mit den Vortragenden und Diether Schmidt befreundeten Künstlern

Kunstblatt

“ … das gehört doch eng zusammen – Kunst und eine moralische Haltung“ – Arbeiten aus der Sammlung des Kunsthistorikers Diether Schmidt (1930-2012), Andreas Hüneke “Diether David Schmidt”; 23 Abbildungen, Berlin 2013; ISBN 978-3-943244-08-3 (laut KBL-Druck: ISBN 978-943244-08-3) | 2,50 €

Kunstblatt: "… das gehört doch eng zusammen – Kunst und eine moralische Haltung"

PDF-Dokument (515.8 kB) Dokument: Galerie Parterre Berlin