1. Mai in diesem Jahr besondere Herausforderung für die Polizei

1. Mai in diesem Jahr besondere Herausforderung für die Polizei

Der 1. Mai ist für die Berliner Polizei in diesem Jahr eine neue und besondere Herausforderung.

Polizei Berlin

© dpa

«Das wird ein sehr besonderer 1. Mai, der uns auch auf die Probe stellen wird», sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz am 29. April 2021 der Deutschen Presse-Agentur. An dem Tag werde es nicht nur die übliche große Demonstration linker Gruppen am Abend in Kreuzberg geben, sondern auch eine angekündigte Demonstration sogenannter Corona-Querdenker am Nachmittag sowie die nächtliche Ausgangssperre wegen des Corona-Infektionsschutzes.
Etwa 4000 Polizisten sollen im Laufe des Feiertags im Einsatz sein. Neben zahlreichen Einsatz-Hundertschaften seien auch technische Einheiten, Kriminalpolizei, Verkehrspolizei und Aufklärungseinheiten dabei, sagte Cablitz. Wie viel Unterstützung die Berliner Polizei aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei erhalte, stehe erst am Samstag fest. Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte der «Berliner Morgenpost» gesagt, bislang stünden 36 Hundertschaften bereit. Darunter sind auch viele auswärtige Einheiten. Zu den Hundertschaften der Berliner Polizei gehören meist etwa 80 Polizisten, in anderen Bundesländern sind es oft mehr als 100.

Demonstrationen nicht von Ausgangssperre betroffen

Cablitz wies daraufhin, dass Demonstrationen grundsätzlich nicht von der Corona-Ausgangssperre am Abend betroffen sind. Das regelt das Infektionsschutzgesetz so. Allerdings müssten es tatsächlich Demonstrationen sein und nicht nur ein Vorwand zum Aufenthalt oder zum Feiern auf den Straßen. Sollten die Straßen in Kreuzberg oder auch die Parks nach 22 Uhr noch voll sein, werde die Polizei wegen der Infektionsrisiken dagegen vorgehen. Man werde die Menschen einzeln oder in Gruppen ansprechen, sie auffordern nach Hause zu gehen und größere Mengen zerstreuen.

Glasflachenverbot in Kreuzberg

In Kreuzberg zwischen dem Kottbusser Tor, dem Mariannenplatz und dem Görlitzer Park verhängte die Polizei für den 1. Mai ein Verbot von Glasflaschen. So sollen mögliche Angriffe auf Polizisten mit Flaschenwürfen unterbunden und auch der Alkoholkonsum eingeschränkt werden. Nach der linksradikalen Demonstration zum 1. Mai hatte es viele Jahre lang heftige Angriffe auf die Polizei und Randale gegeben. Das Ausmaß der Gewalt ging im Lauf der Jahre zurück.

Mehrere Demos angemeldet

Zu der linken und linksradikalen «Demonstration zum revolutionären 1. Mai», die ab 18 Uhr vom Hermannplatz in Neukölln zum Oranienplatz in Kreuzberg ziehen will, erwartet die Polizei bis zu 10 000 Teilnehmer. Schon mittags ab 12 Uhr wollen Gegner und Kritiker der Corona-Einschränkungen sowie sogenannten Querdenker zu einer Demonstration in Lichtenberg (Rathausstraße) zusammenkommen. Angemeldet sind 1000 Teilnehmer. Am Nachmittag (15 Uhr) ist eine satirische, bunte Demonstration mit einem Fahrradkorso durch den Villen-Stadtteil Grunewald geplant. Hier sind offiziell 2500 Teilnehmer angegeben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 29. April 2021