Polizeipräsidentin: Kopfschütteln über Menschengruppen

Polizeipräsidentin: Kopfschütteln über Menschengruppen

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik hat angesichts der Corona-Krise mit Unverständnis auf die Menschenansammlungen am Abend des 1. Mai im Stadtteil Kreuzberg reagiert.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik unterhält sich

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Polizeipräsidentin Barbara Slowik unterhält sich mit einem Beamten.

Unvernünftige Bürger hätten das Abstandsgebot nicht gewahrt, kritisierte Slowik am Freitagabend im RBB-Fernsehen. Sie seien zunächst flaniert und dann zu einer «gaffenden Gruppe» worden. «Das konnten wir nicht zu jedem Zeitpunkt verhindern», sagte Slowik. «Natürlich hätten wir gerne mehr vernünftige Bürgerinnen und Bürger auf den Straßen gehabt. Dass es in Kreuzberg zu solchen Ansammlungen kam, lässt mich nur den Kopf schütteln.»
Die Polizei sei aber konsequent eingeschritten, sagte Slowik. Es werde daran gearbeitet, Strafverfahren einzuleiten. Sechs Menschen wurden laut den Angaben von Slowik vom Abend dem Haftrichter vorgeführt. Es habe bislang 50 Festnahmen und fast 100 Freiheitsbeschränkungen (Identitätsfeststellungen) gegeben.
Trotzdem zog die Polizeipräsidentin eine bislang positive Bilanz des 1.Mai-Einsatzes. Es sei vielerorts gelungen, den Infektionsschutz durchzusetzen und Versammlungen zu unterbinden.
Trotz Corona-Verbots waren am Abend des 1. Mai Hunderte Menschen in Berlin-Kreuzberg dicht an dicht auf Straßen und Plätzen unterwegs. Nach Einbruch der Dunkelheit kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizisten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 2. Mai 2020