François Ozons Berlinale-Film war nicht leicht zu finanzieren

François Ozons Berlinale-Film war nicht leicht zu finanzieren

Der französische Regisseur François Ozon («8 Frauen») hat seinen Berlinale-Wettbewerbsfilm «Grâce à Dieu» («Gelobt sei Gott») über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche unter einem Arbeitstitel gedreht.

François Ozon

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08.02.2019, Berlin: 69. Berlinale: Francois Ozon ist bei dem Photocall zu dem Film «Grace a Dieu» (Dt. Titel: Gelobt sei Gott). Der Film läuft bei den Internationalen Filmfestspielen in der Kategorie "Wettbewerb".

«Der Film wurde zunächst unter einem falschen Titel gedreht», sagte Produzent Nicolas Altmayer am Freitag (08. Februar 2019) vor der Premiere des Films in Berlin, «darin war überhaupt nicht die Rede von diesen barbarischen Taten.»

Finanzierungsprobleme aufgrund des Filmthemas

Co-Produzent Eric Altmayer berichtete zudem von Problemen mit dem Geld. «Der Film war nicht so ganz einfach zu finanzieren, das kann man sich vorstellen bei dem Thema», sagte er. «Auch eher klassische Filmpartner wollten nicht finanzieren aufgrund des Themas, obwohl sie die anderen Filme von Ozon vorher unterstützt hatten.»
«Wir haben gar nicht versucht, einen Finanzierung in Lyon zu bekommen, weil die Stadt sehr katholisch und die Mächtigen in Lyon sehr eng mit der Kirche verwoben sind», sagte Ozon, der das fünfte Mal im Wettbewerb dabei ist. «Wir wollten uns da keine Zensur auferlegen und frei arbeiten können.»

Ozon wollte schon immer eine Film über Männer mit Emotionen machen

Die Wahl des Themas begründete Ozon mit seiner bisherigen Arbeit: «Ich habe viele Filme gemacht mit starken Frauen, und ich wollte schon lange einen Film machen über Männer, die ihre Gefühle und Emotionen ausdrücken.» Eines Tages sei er zufällig auf die Geschichte gestoßen. Dabei geht es um einen Priester in Frankreich, der in den 1980er Jahren gegen Dutzende Kinder übergriffig geworden sein soll. Aktuell läuft ein Prozess gegen den mächtigen Erzbischof von Lyon und fünf weiteren Geistliche wegen Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen.
Es gebe zwar das laufende Verfahren, aber er denke, der Film habe keinen Einfluss darauf, sagte Ozon. Alles, was er erzähle, sei in französischen Medien schon veröffentlicht.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 8. Februar 2019