Berlinale: Regisseurin Nora Fingscheidt stellt «Systemsprenger» vor

Berlinale: Regisseurin Nora Fingscheidt stellt «Systemsprenger» vor

Mit «Systemsprenger» von Nora Fingscheidt geht der erste der drei deutschen Beiträge bei der 69. Berlinale an den Start.

«Systemsprenger»

© dpa

Regisseurin Nora Fingscheidt (l.) und die Schauspielerin Helena Zangel.

Fingscheidt, die auch das Drehbuch geschrieben hat, sagte am Freitag (08. Februar 2019) in Berlin: «Ich habe diesen Film gedreht, weil mich die Geschichte persönlich interessiert und weil sie sich mit etwas vermischt, was gesellschaftlich relevant ist.» Die Regisseurin und ihr Team wurden nach einer Vorführung für die Pressevertreter mit viel Beifall bedacht.
Das Drama handelt von der neunjährigen Benni (Helena Zengel). Sie hält sich und ihre Umwelt mit unkontrollierten Wut- und Gewaltausbrüchen in Schach - was von den Betroffenen, wie etwa Sozialarbeitern, salopp oft mit dem fachlich nicht anerkannten Begriff «Systemsprenger» bezeichnet wird.

Fingscheidt möchte Stigmatisierung gewaltvoller Kinder entgegenwirken

Fingscheidt gibt ihr Debüt als Regisseurin eines abendfüllenden Spielfilms. Ihre Motivation erklärte sie so: «Ich bin davon überzeugt, dass mit dem Leben von Kindern, die zu Gewalt neigen, etwas nicht in Ordnung ist. Sie werden dann aber schnell stigmatisiert. Ich möchte dazu beitragen, dass über solche Fälle genauer nachgedacht wird.»

Helena Zengel hatte viel Spaß bei den Dreharbeiten

Die jetzt elfjährige Hauptdarstellerin Helena Zengel erzählte begeistert von den Dreharbeiten: «Mir hat es viel Spaß gemacht. Und es hat mir geholfen, solche Kinder besser zu verstehen. Ich habe viel gelernt. Schwierig war nur, sozusagen auf Knopfdruck zu weinen.» Über den Arbeitsprozess verriet sie: «Ich habe das Drehbuch erst mit meiner Mutter gelesen, und wir haben darüber geredet, warum das Kind so ist, wie es ist. Wir haben sehr viel geredet. So konnte ich mich in die Rolle hineinversetzen.»
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 8. Februar 2019