Petrenko an Kanzlerin: Schwächung der Kultur verhindern

Petrenko an Kanzlerin: Schwächung der Kultur verhindern

Mit einem gemeinsamen Appell für eine baldige Öffnung ihrer Häuser haben sich Intendanten, Generalmusikdirektoren und Chefdirigenten aller führenden Berliner Theater, Opern und Konzerthäuser an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Berliner Senatsspitze gewandt.

Kirill Petrenko

© dpa

Der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker Kirill Petrenko.

«Schon jetzt haben viele Künstlerinnen und Künstler ihre Existenzgrundlage eingebüßt», sagte Kirill Petrenko, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, der dpa in Berlin. «Je länger der aktuelle Zustand anhält, desto mehr ist eine dauerhafte Schwächung unseres kulturellen Lebens zu befürchten.» Das gelte es zu verhindern.

Apell kommt vor dem Bund-Länder-Treffen nächste Woche

Es sei ihm ein großes Anliegen, dass die Wiedereröffnung von Kultureinrichtungen eine hohe Priorität erhalte. «Während wir als Berliner Philharmoniker immerhin im digitalen Raum weiterspielen können, gibt es für die meisten anderen Kulturschaffenden seit vielen Monaten keine Möglichkeit, mit dem Publikum in Kontakt zu treten», sagte Petrenko.

Verfasser: Hygienekonzepte der Kultureinrichtungen funktionieren

In dem Schreiben an Merkel sowie Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) weisen die Kulturschaffenden auf das nächste Treffen von Bund und Ländern am 3. März hin. «Wir fordern, die von uns geleiteten Institutionen zum nächstmöglichen Zeitpunkt, auf jeden Fall aber in Gleichklang mit dem Einzelhandel zu öffnen», heißt es. Nach einem Konzept der Kulturministerinnen und -minister der Länder wären Theater und Konzerthäuser erst eine Stufe später gemeinsam mit Gaststätten vorgesehen. Verwiesen wird auf Untersuchungen, die zeigten, dass die «Hygienekonzepte der Kultureinrichtungen die geringsten Infektionsrisiken im öffentlichen Raum garantieren».

Initiative fordert ein Wiederaufleben Berlins als Metropole der Kunst

«Die Kulturinstitutionen mussten schon im November und Dezember des letzten Jahres bei einem «Lockdown Light» ohne spürbaren Effekt für das Infektionsgeschehen schließen», heißt es. Gekämpft werde «um das Fortleben der sozialen Rezeption von Kunst, die Fortführung einer künstlerischen Auseinandersetzung in der Gesellschaft und ein Wiederaufleben Berlins als Metropole der Kunst und Musik».

Auch Barenboim, Langhoff und Ticciati unter den Unterzeichnern

Neben Petrenko unterzeichneten Daniel Barenboim (Staatskapelle), Christoph Eschenbach (Konzerthausorchester), Vladimir Jurowski (Rundfunk-Sinfonieorchester), Ainars Rubikis (Orchester der Komischen Oper), Sir Donald Runnicles (Orchester der Deutschen Oper) und Robin Ticciati (Deutsches Symphonie-Orchester) das Schreiben. Zu den Intendantinnen und Intendanten zählen Klaus Dörr (Volksbühne), Ulrich Khuon (Deutsches Theater), Barrie Kosky (Komische Oper), Shermin Langhoff (Maxim Gorki Theater), Sebastian Nordmann (Konzerthaus), Oliver Reese (Berliner Ensemble), Anselm Rose (Rundfunk Orchester und Chöre), Matthias Schulz (Staatsoper Unter den Linden), Dietmar Schwarz (Deutsche Oper), Christiane Theobald (Staatsballett), Georg Vierthaler (Stiftung Oper), Guntbert Warns (Renaissance-Theater), Martin Woelffer (Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater) und Andrea Zietzschmann (Philharmoniker/Philharmonie).
Weiterbildung
© fizkes - stock.adobe.com

Livestreams und Online-Events

Konzerthäuser, Theater, Sportvereine und Bildungseinrichtungen haben die Herausforderung angenommen, die Berliner Bevölkerung trotz Social Distancing mit Kultur- und Lehrangeboten zu versorgen. mehr

The One Grand Show
© dpa

Kultur & Tickets

Ob Musical, Show, Theater oder Konzerte. Hier erfahren Sie alles aus dem Kulturleben der Hauptstadt. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 26. Februar 2021 16:04 Uhr

Weitere Nachrichten aus Kultur & Events