Juliette Binoche spielt mit autistischen Frauen

Juliette Binoche spielt mit autistischen Frauen

Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche hat für ihren neuen Film «Camille Claudel 1915» mit geistig behinderten Patientinnen einer französischen Klinik gedreht.

Schauspielerin Juliette Binoche

© dpa

"Camille Claudel 1915" läuft auf der Berlinale 2013. Foto: Berlinale

«Natürlich wollte ich ihre Krankenschwester sein. Aber das ging nicht. Meine Figur ist sehr in sich gekehrt», berichtete die 48-Jährige am Dienstag bei der Berlinale in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa und anderen Medien. «Aber man spürt sie - und sie spüren dich.»

Film im Wettbewerb um Berlinale Bären

Der Film des französischen Regisseurs Bruno Dumont bewirbt sich bei dem Festival um einen der begehrten Bären. Binoche («Der Englische Patient», «Chocolat») spielt die französische Bildhauerin Camille Claudel (1864-1943), Schwester des Dichters Paul Claudel, die von ihrer Familie von 1915 an bis zu ihrem Tod in eine psychiatrische Anstalt gesperrt wird.

Binoche improvisierte bei Dreharbeiten

Binoche musste für die Rolle ohne Skript arbeiten. Sie hatte nur die Briefe und Tagebuchaufzeichnungen der verzweifelten Künstlerin. «Der Regisseur wollte, dass ich improvisiere», sagte sie. «Und die Kunst ist wirklich, nicht zu spielen, sondern einfach zu sein.»

Arbeit als besondere Bereicherung

Cannes-Preisträger Dumont, der öfter mit nicht professionellen Darstellern dreht, hat die Arbeit mit den geistig behinderten Frauen - meist Autistinnen - als besondere Bereicherung empfunden. «Sie haben einfach gemacht, was sie wollten, und ich habe sie beobachtet.» Binoche wurde den Frauen von vornherein nur als Camille vorgestellt. «Wir wollten sicher sein vor Überraschungen», sagte sie. «Nicht dass eine beim Drehen plötzlich Juliette zu mir sagt.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 20. Dezember 2013