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Berliner unabhängigen Beschwerdestelle (BuBS)

Johanniter Unfall-Hilfe (JUH) ist Träger der neuen Berliner unabhängigen Beschwerdestelle(BuBS)

Nach einem aufwendigen Verfahren und einer über zweijährigen Entwicklung zur Umsetzung der Berliner unabhängigen Beschwerdestelle für geflüchtete Menschen (BuBS) konnten wir im Oktober die europaweite Ausschreibung auf den Weg bringen. Der Träger für die neue Berliner unabhängige Beschwerdestelle (BuBS) ausgewählt. Es ist die Johanniter Unfall-Hilfe Berlin (JUH), die im Dezember 2020 mit dem Aufbau gestartet ist.

Am 8. Februar 2021 hat die Berliner unabhängige Beschwerdestelle (BuBs) den Betrieb aufgenommen. Mit der BuBS wird somit auf Landesebene eine Anlaufstelle für Beschwerden und Kritiken von geflüchteten Menschen, die in LAF-Unterkünften im Auftrag des Landes Berlin untergebracht sind, geschaffen.
Vorangegangen sind in den letzten Wochen intensive Vorbereitungen zur Einrichtung und zum Betrieb der BuBS, die in Trägerschaft des Regionalverbandes Berlin der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. steht.
Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) hat in der Vergangenheit selbst mehrere Unterkünfte in Berlin betrieben, kennt somit die Situation der Geflüchteten sehr gut und freut sich darauf, diese Zielgruppe bei der Formulierung ihrer Bedarfe unterstützen zu können.
JUH ist eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland – mit rund 25.000 Beschäftigten, über 40.000 ehrenamtlich Helfenden sowie 1,2 Millionen Fördermitgliedern. 2014 erweiterte JUH ihr Angebot um den Bereich der Flüchtlingshilfe. Die damaligen Arbeitsschwerpunkte waren die ambulante und stationäre Betreuung sowie die Beratung von Menschen mit Fluchterfahrung. In den letzten Jahren hat sich der Fokus ihrer Arbeit gewandelt. Aus dem bisherigen Arbeitsbereich „Flüchtlingshilfe und Integration“ haben sie vor zwei Jahren den eigenständigen Fachbereich „Integration und Interkulturelle Öffnung“ geschaffen. Nach der akuten Flüchtlingshilfe liegt ihr Schwerpunkt jetzt auf der langfristigen Unterstützung von Geflüchteten bei ihrer Integration in ihre neue Heimat. JUH ist auch in ihrem eigenen Verband durch die interkulturelle Öffnung deutlich vielfältiger geworden.

Nach der Erteilung des Zuschlags durch die SenIAS für das Konzept der Johanniter im Dezember 2020 galt es, die BuBS als Anlaufstelle nun konkret zu gestalten. Für die aufsuchende und zentrale Arbeit muss insbesondere ein starkes Team aus Integrationslots*innen, Koordinator*innen, Sozialpädagog*innen und Verwaltungskräften zusammengestellt werden, das zukünftig barrierearm, voraussetzungsfrei und mehrsprachig die Beschwerden von betroffenen Personen aufnehmen und zu einer Bearbeitung durch die geeigneten Instanzen der Berliner Verwaltung führen wird. Nach und nach wird die Beschwerdestelle personell ausgebaut, sodass ab Frühjahr fünfzehn Beschwerdelots*innen, vier sozialpädagogische Mitarbeitende und vier Beschwerdekoordinator*innen zur Verfügung stehen. Sie werden durch ein Sachbearbeitungs-, Verwaltungs- und Leitungsteam unterstützt, das zugleich den Kontakt zum LAF aufrechterhält und für die Dokumentation und Auswertung des Beschwerdeaufkommens zuständig ist. Zum neuen Konstrukt des erweiterten Beschwerdemanagemnts gehört der Fachbeirat mit Vorsitz der Staatssekretäre für Integration und Soziales. Darüber hinaus wird die Beschwerdestelle durch ein Begleitgremium zum Aufbau und zur Prozessunterstützung eingesetzt (siehe Folgeartikel).
Mit der BuBS schafft das Land Berlin ein starkes und zentrales Instrument zur systematischen Reflexion und Evaluierung der Aufenthaltsqualität in den zur Verfügung stehenden Unterkünften, indem explizit die Betroffenen zu Wort kommen. So werden viele Wege geboten, in Kontakt mit Ansprechpersonen zu gelangen, wobei immer Wert daraufgelegt wird, sicherzustellen und verständlich zu machen, dass keine nachteiligen Konsequenzen aus einer Beschwerde folgen. Der aufsuchende Peer-to-Peer-Ansatz der BuBS wird durch weitere Kontaktkanäle, wie einem Online-Auftritt, E-Mail und fernmündlicher Erreichbarkeit und Sprechstunden in der Informations- und Beratungsstelle ergänzt, sodass jederzeit sichergestellt ist, dass der Kontakt niedrigschwellig, sicher und auf Wunsch auch anonym erfolgen kann.
Aufgrund des Pandemiegeschehens ist die Erreichbarkeit zunächst nur per Telefon oder digital möglich. Die entsprechenden Kontaktdaten sind auf der Website der BuBS zu finden:
www.bubs.berlin
Inzwischen wurden passende, gut erreichbare und behindertengerechte Räumlichkeiten gefunden, in denen voraussichtlich ab 1. März 2021 die

Beschwerden in geschützter Atmosphäre aufgenommen werden können:
Donaustraße 78, 12043 Berlin-Neukölln

Leitung BuBS: Maike Caiulo-Prahm
Referent: Dr. Grzegorz Wierciochin

Hierzu wurde in der Taz ein Artikel veröffentlicht:
https://taz.de/Qualitaet-von-Berliner-Wohnheimen/!5735482/