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Akzeptanz von Vielfalt

Die Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement (KoordFM) der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales (SenIAS) hat gemeinsam mit der AG Akzeptanz von Vielfalt die Dialogreihe „Vielfalt leben!“ initiiert, um innerhalb der Flüchtlingsunterkünfte ein Format anzubieten, im Rahmen dessen sich Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen auf Augenhöhe begegnen und austauschen können.

Die Moderation der Dialoge übernahmen Sybill Schulz und Pressereferentin Monika Hebbinghaus vom LAF. Etwa 50 Bewohner*innen aus zwei landeseigenen Unterkünften (LfG) in den Ortsteilen Britz und Neukölln mit jeweils vier geladenen Vertreter*innen unterschiedlicher Weltanschauungen (Katholische Kirche, Islam, Judentum, Atheismus) kamen zusammen. Im Vorfeld der eigentlichen Veranstaltungen wurde als „Warm-up“ ein eigens konzipiertes Glücksrad mit Fragen und Antworten zu Werten, Rechten und Regeln des respektvollen Zusammenlebens aus Sicht der unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen vorgeschaltet.

Der Einsatz dieses Tools hat insbesondere die Kinder im Handumdrehen begeistert, aber auch die Erwachsenen erlagen bereits nach kurzer Zeit dem Charme dieses effektvollen Instruments. So war das erste Eis bereits gebrochen, bevor in der sich anschließenden Diskussion teilweise an den Grundfesten der eigenen Überzeugung gerüttelt worden ist. Dabei kam es in der Diskussion natürlich auch zu Konfrontationen, die nicht nur von harmonischen Klängen begleitet waren. Die Qualität der Ergebnisse wurde dadurch jedoch keinesfalls negativ beeinträchtigt.

Eine dritte für den 24. März geplante Veranstaltung in einer LfG-Unterkunft im Bezirk Pankow musste wegen der Corona-Pandemie leider abgesagt werden. Wir hoffen aber, diese so bald wie möglich nachholen zu können. Und nach den bislang durchweg positiven Rückmeldungen von Diskutant*innen, Mitarbeiter*innen der Unterkünfte und vor allem der Bewohner*innen gehen wir fest davon aus, dass das Dialogformat sich nicht nur innerhalb der Flüchtlingsunterkünfte bewähren wird, sondern sich generell für eine Öffnung und Weiterentwicklung anbietet. Denn ein Austausch dieser Art, offene Räume der Begegnungen in Nachbarschaften und/ oder mit Vertreter*innen unterschiedlicher Lebensweisen und Weltanschauungen sind überall wichtig, besonders in Zeiten von vermehrten Anfeindungen, Übergriffen und Ausgrenzungen von Menschen. Und unterm Strich, zumindest sind wir in der Akzeptanz von Vielfalt fest davon überzeugt, verbinden uns viel mehr Gemeinsamkeiten, als dass uns Unterschiede trennen.

Die AG Akzeptanz von Vielfalt mit Vertreter*innen aus SenIAS, Landesantidiskriminierungsstelle der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), LfG, Humanistischer Verband Berlin, R-future-TV und neuerdings auch Shalom Rollberg stellt die Ergebnisse nach Durchführung des geplanten dritten Dialoges interessierten Unterkünften und Initiativen zur eigenen Veranstaltungsdurchführung zur Verfügung.