Ausstellungen

Ausstellungsprogramm 2019: Flucht und Integration

Vielerorts zeigen in Berlin zahlreiche kreative und phantasievolle Projekte auf beeindruckende Weise, dass gerade mit den Mitteln der Kunst und Kultur gesellschaftliche Integration gelingt. Mit einem Ausstellungsprogramm im Jahr 2019 wird die Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement die Vielfalt des Engagements und die Aktivitäten Geflüchteter sichtbar machen. Die Themen Flucht und Migration in Berlin erhalten ein Gesicht.

Dort, wo ganz verschiedene Akteur*innen – Künstlerinnen und Künstler, Unternehmerinnen und Unternehmer, Engagierte aus verschiedenen Communities, Verbände und Initiativen sowie Verwaltung und Politik – beteiligt sind, um Geflüchteten ein Ankommen zu ermöglichen, werden gegenseitiges Verstehen und Zusammenhalt entstehen.

Die wechselnden Ausstellungen werden im Foyer der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gezeigt und können werktags von 8.00 bis 17.00 Uhr besichtigt werden.

1. Juli 2019, 16.00 bis 19.00 Uhr Vernissage „Das, was war und das, was ist“ und Expert*innen-Talk: „Frauen und Flucht“

Die Wanderausstellung stellt mit eindrücklichen Erzählungen und lebendigen Fotografien das Leben von Frauen in ihrem Heimatland Kenia dar. Ihre Vorgeschichten und das Leid werden anhand von Kurzbiographien skizziert, mit ihrer aktuellen, verbesserten Lebenssituation kontrastiert. Durch Momentaufnahmen wird der Alltag der Frauen auch visuell eingefangen.
2018 veranstaltete SOLWODI in Zusammenarbeit mit der GIZ und gefördert durch das BMZ eine Tagung mit dem Thema: Rückkehr und Reintegration ins Heimatland. In diesem Zusammenhang wurde auch das SOLWODI Rückkehrprojekt vorgestellt, das seit 1992 Frauen bei der Rückkehr ins Heimatland berät und unterstützt. Es wurde während der Tagung viel über die Bedingungen, Probleme und Ziele einer gelungenen Rückkehr und einer erfolgreichen Integration diskutiert.

Der eigentliche Ansatz von SOLWODI ist es jedoch, die Frauen im Heimatland so zu stärken, dass eine Migration gar nicht in Betracht gezogen werden muss. Die Frauen werden in ihrem Umfeld dabei unterstützt, sich eine Existenzgrundlage aufzubauen, damit sie sich und ihre Kinder selbstständig versorgen können.

So entstand die Dokumentation „Das, was war und das, was ist“.
Fotografie & Interviews: Gudrun Angelis, SOLWODI Deutschland e. V. unter Einbeziehung von “Das, was war” Interviews von Elizabeth Nyambura, SOLWOGIDI Kenia e.V.

Ausstellungszeitraum: Juli bis August 2019
Die Ausstellung ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr zu besichtigen.

2. September 2019, 16.00 bis 19.00 Uhr Vernissage „Zwischen Welten. Abschied. Ankunft. Ankommen“ und Expert*innen-Talk: „Flucht und Diskriminierung“

Das Fotoprojekt geflüchteter Künstler*innen in Kooperation mit der SRH Hochschule der populären Künste (hdpk) zeigt die Situation von Flüchtlingen vor, während und nach ihrer Flucht. Fotografien aus dem Alltag der jeweiligen Heimat – Afghanistan, Eritrea, Syrien, Pakistan – verdeutlichen den Verlust, den die Geflüchteten erleiden mussten.
Bilder von der Flucht und der Ankunft in einem für sie noch fremden Land vermitteln uns einen Eindruck davon, was die Geflüchteten auf ihrem Weg hierher auf sich genommen haben. Schließlich soll mit dem Themenkomplex „Ankommen“ der Versuch unternommen werden, die Integration von Flüchtlingen zu fördern und zu visualisieren.

9. Dezember 2019, 16.00 bis 19.00 Uhr: Vernissage „CROCUS – Common Roots of Cultures“ und Expert*innen-Talk: „Gemeinsame Wurzeln – Gesellschaft der Vielfalt“

Eine chancengleiche gesellschaftliche Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger sowie die Schaffung einer Akzeptanz demokratischer Grundwerte gehört zu den größten Herausforderungen im alltäglichen Zusammenleben auf der lokalen Ebene. Um ihr zu begegnen, brauchen wir mehr mutiges, kooperatives und öffentlich wirksames Handeln. Um gemeinsame Zukunftsbilder zu schaffen, müssen wir uns die Frage nach den gemeinsamen Wurzeln stellen.
An der Ausstellung haben 26 Menschen, vorwiegend aus Syrien, mitgewirkt, die neu in Berlin angekommen sind (2015 bis 2018) und in den Bereichen Architektur, Bauingenieurwesen, Medizin und Naturwissenschaften in ihrer Heimat tätig waren.

Staaten wie Syrien, Irak, Ägypten oder Lybien gelten als sogenannte „cultural source countries“, also Quellenländer für eine große Anzahl bedeutender Funde als Zeugnisse der ersten Hochkulturen der Menschheit. Was können uns die Menschen, die aus diesen Ländern geflüchtet sind, darüber erzählen?