Ausbildung als Gerichtsvollzieher/in m/w/d

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Bild: Hackmann/Depositphotos.com

Verlängerung der Bewerbungsfrist bis zum 16. August 2020!

Gerichtsvollzieher*innen sind Beamte der Justiz. Sie treiben im Rahmen des Gesetzes die Schulden von Gläubigern ein, indem sie Urteile oder andere Titel vollstrecken. Kann die*der Schuldner*in eine Geldforderung nicht erfüllen, dann pfändet die Gerichtsvollzieherin oder der Gerichtsvollzieher im Rahmen des rechtlich Erlaubten bewegliche Gegenstände aus der Wohnung des Schuldners. Bei dieser Tätigkeit braucht man nicht nur juristischen Sachverstand, sondern auch Fingerspitzengefühl. Denn Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher müssen mit Menschen umgehen können, die sich in einer schwierigen Situation befinden. Was sie pfänden, hängt auch von ihrer Entscheidung ab. Sie greifen damit tief in das Leben von Menschen ein.

Aufgabenbereiche

Gerichtsvollzieher*innen haben die Aufgabe, Urteile und Beschlüsse des Gerichts insbesondere bei Geldstreitigkeiten durchzusetzen. Sie nehmen Pfändungen und Versteigerungen von beweglichen Sachen vor, um Gläubigern zu ihren vom Gericht beschlossenen Forderungen zu verhelfen. Zudem stellen sie Pfändungs- und Vollstreckungsbescheide zu und nehmen Schuldnern die eidesstattliche Versicherung im Hinblick auf die Richtigkeit und Vollständigkeit ihrer Vermögensauskunft ab.

Gerichtsvollzieher*innen übernehmen eine verantwortungsvolle und wichtige Aufgabe, denn sie dürfen den Schuldnern nicht die Lebensgrundlage nehmen. Den Schuldnern Anregungen zu geben, wie sie aus der prekären Situation wieder herauskommen, gehört auch zu ihren Aufgaben. Dabei haben sie jedoch immer das Gebot der Neutralität zu wahren.

Gerichtsvollzieher*innen arbeiten eigenständig, unterstehen dabei aber immer der Aufsicht der Gerichte. Sie haben ihr eigenes Büro und können sich ihre Termine selbst einteilen.

Ausbildung

Die Ausbildung zur*zum Gerichtsvollzieher*in dauert 18 Monate, der sich das Prüfungsverfahren (ca. 2 Monate) anschließt.

Sie gliedert sich in drei Abschnitte:

  • 1. Abschnitt: 4 Monate (zunächst zwei Wochen Lehrgang, die restliche Zeit in der Praxis)
  • 2. Abschnitt: 10 Monate Unterricht an verschiedenen Gerichten
  • 3. Abschnitt: 4 Monate (zunächst in der Praxis, die letzten beiden Wochen in einem Lehrgang)

In den praktischen Phasen der Ausbildung sind Sie einer bereits ausgebildeten Gerichtsvollzieherin oder einem bereits ausgebildeten Gerichtsvollzieher zugeteilt.

Während der Ausbildung behalten die Auszubildenden ihre bisherige Rechtsstellung (§ 3 Abs. 3 APOGV).

Nach erfolgreicher Ablegung der Gerichtsvollzieherprüfung werden die Beamtinnen und Beamten zunächst als Hilfsbeamte des Gerichtsvollzieherdienstes eingesetzt; ihre Ernennung zur*zum Gerichtsvollzieher*innen nach erfolgreicher Bewährung gem. § 13 Abs. 3 LVO-Just von einem Jahr erfolgt nach Maßgabe der dann hierfür verfügbaren Planstellen. Wann dies möglich sein wird kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht übersehen werden.

Die mit Erfolg geprüften Justizfachangestellten werden im Anschluss an die Ausbildung unter Berufung in ein Beamtenverhältnis auf Probe, das regelmäßig drei Jahre dauert, zur*zum Gerichtsvollzieher*in ernannt und nach der Besoldungsstufe A 8 vergütet. Die regelmäßig dreijährige Probezeit im Beamtenverhältnis auf Probe dient der Bewährung vor einer Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit (§ 10 Satz 1 BeamtStG, § 11 Abs. 1 LfbG). Hierbei ist eine Anrechnung der Zeit einer Tätigkeit als Justizfachangestellte/r nicht vorgesehen (§ 11 Abs. 2 Satz 2, Abs. 3 Satz 1 bis 3 LfbG, § 6 LVO-Just).
Die Probebeamt*innen werden bei dem Präsidenten des Kammergerichts eingestellt und sodann im Zuweisungswege bei den Gerichten der ordentlichen Gerichtsbarkeit eingesetzt.

Verdienst

Gerichtsvollzieher*innen sind Beamte der Justiz. Sie erhalten ein Grundgehalt, das der Besoldungsgruppe A 8 entspricht. Das bedeutet in der Stufe 3 ein Bruttogrundgehalt von 2745,61 Euro, in der letzten Stufe von 3221,69 Euro im Monat. Zusätzlich erhalten Gerichtsvollzieher*innen Zulagen und einen Auslagenersatz.

Anforderungen

1. Erstmalig für Personen, die die Befähigung für einen Laufbahnzweig des zweiten Einstiegsamtes der Laufbahngruppe 1 aufweisen (ehemaliger mittlerer Dienst)

oder

erfolgreicher Abschluss der Ausbildung nach der Verordnung über die Berufsausbildung zur*zum Justizfachangestellten vom 26. Januar 1998 (BGBl. I S. 195) gemäß § 7 Abs. 2 Nr. 2 b), Abs. 3 LfbG i. V. m. § 13 Abs.1 Satz 1 b LVO- Just

oder

ferner wie bisher Beamt*in der Laufbahnzweige des allgemeinen Justizdienstes, des allgemeinen Justizvollzugsdienstes, des Krankenpflegedienstes an Justizvollzugsanstalten oder des Werkdienstes an Justizvollzugsanstalten

2. Zulassung zur voraussichtlich am 01.06.2021 beginnenden Gerichtsvollzieherausbildung und deren erfolgreicher Abschluss.

Ferner kann nur zugelassen werden, wer

3. nach seiner Persönlichkeit, den Fähigkeiten und den bisherigen fachlichen Leistungen für den Gerichtsvollzieherdienst geeignet erscheint und in der Regel über eine mindestens dreijährige berufliche Erfahrung verfügt; die Zeit der Ausbildung kann nicht angerechnet werden,

4. den besonderen körperlichen Anforderungen des Gerichtsvollzieherdienstes gewachsen ist. Die körperliche Eignung wird durch ärztliche Untersuchung festgestellt. Zur Sehfähigkeit ist folgendes zu beachten: Die Sehgläser dürfen nicht mehr als +/- 7,0 Dioptrien betragen. Der Rohvisus darf auf einem Auge den Wert von 0,3 nicht unterschreiten und muss auf dem anderen Auge deutlich besser sein. Ein refraktionschirurgischer Eingriff vor Zulassung zur Gerichtsvollzieherausbildung ist möglich und sollte vor der Untersuchung erfolgt sein. Ein aktueller augenärztlicher Befund ist zur Untersuchung (Rohvisus und korrigierter Fernvisus) mitzubringen.

5. in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt,

6. als Bewerber*in im Angestelltenverhältnis die Voraussetzungen für eine spätere Verbeamtung erfüllt, sowie die deutsche Staatsangehörigkeit (i.S.d. Art. 116 GG) bzw. der EU (i.S.d. § 7 Abs. 1 BeamtStG) besitzt und ferner das vollendete Höchstalter zum Ausbildungsbeginn gem. § 13 Abs. 4 LVO-Just von a) 40 Jahren b) 45 Jahren bei schwerbehinderten Menschen nicht überschritten hat.

Bewerber*innen, die zum Ausbildungsbeginn (voraussichtlich 01.06.2021) bereits 40 Jahre und älter sind und die oben genannte Ausnahmeregelung nicht erfüllen, jedoch das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben werden, können am Auswahlverfahren unter Vorbehalt teilnehmen. Tritt vor dem Ausbildungsbeginn eine Erhöhung der Höchstaltersgrenze durch den Verordnungs- oder Gesetzgeber in Kraft, entfällt der Vorbehalt.

7. Für Bewerber*innen nach § 13 Abs. 1 Satz 2 LVO-Just gilt, dass diese erst dann zur Gerichtsvollzieherausbildung zugelassen werden können, soweit nicht geeignete Bewerber*innen nach § 13 Abs. 1 Satz 1 LVO-Just in genügender Anzahl zur Verfügung stehen.

Bewerbung

WICHTIG: Diese Ausschreibung richtet sich ausschließlich an Landesbeamt*innen sowie Justizfachangestellte, die bereits in einem dauerhaften Beschäftigungsverhältnis zum Land Berlin stehen.

Bitte bewerben Sie sich ausschließlich online unter:

Onlinebewerbung…

Die Bewerbungsfrist für den voraussichtlichen Ausbildungsbeginn der Gerichtsvollzieherausbildung ist der 16. August 2020.

Für Fragen bezüglich der Bewerbung und des Ausbildungslehrgangs steht Ihnen Frau Jozefiak zur Verfügung:
Tel: 030/9023-2946
E-Mail: dezernat6_bewerbung.kg@it.verwalt-berlin.de