Justizsekretär/in

Mitarbeiterin der Berliner Justiz
Bild: Caro Hoene / Die Berliner Justiz

Eine Klage geht ein. Ein Anwalt wünscht Akteneinsicht. Eine Richterin hat ein Urteil gefällt, eine Rechtspflegerin einen Beschluss erlassen und diese müssen jetzt zugestellt werden. Solche Vorgänge laufen über den Schreibtisch der Justizsekretärinnen und Justizsekretäre im Gericht. Sie legen Akten an und verwalten diese, leiten Informationen an die richtigen Stellen weiter oder veranlassen die Zustellung von Urteilen. Justizsekträterinnen und Justizsekretäre erfüllen eine wichtige Aufgabe im Gericht, denn sie sind die zentrale Schaltstelle für die Verfahren innerhalb der Gerichte und Strafverfolgungsbehörden. An ihrem Arbeitsplatz treffen die Entscheidungen, Anweisungen und sonstigen Schriftstücke all derjenigen zusammen, die an einem gerichtlichen oder staatsanwaltschaftlichen Verfahren beteiligt sind. Diese gilt es auszuführen, weiterzuleiten und die Abläufe zu koordinieren.

Aufgaben

Über den Schreibtisch der Justizsekretärinnen und Justizsekretäre laufen sämtliche Akten des Gerichts. Selbstständig und eigenverantwortlich erledigen sie Bürotätigkeiten in Teams, den sogenannten Service-Einheiten. Sie beantworten die Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten zu neuen, laufenden oder beendeten Verfahren, protokollieren Gerichtsverhandlungen oder berechnen Kosten und Fristen. Ein gutes Computersystem zur Organisation und Archivierung ist das zentrale Arbeitsmittel der Justizsekretärinnen und -sekretäre. Sie

  • bearbeiten ein- und ausgehende Post,
  • legen Akten an, führen Akten und archivieren sie,
  • sind Anlaufstelle für den Publikumsverkehr,
  • berechnen und überwachen Fristen,
  • führen elektronische Gerichtsakten,
  • erstellen im Auftrag von Richterinnen und Richtern, Rechtspflegerinnen und -pflegern und Staatsanwältinnen und -anwälten Urteile, Beschlüsse und Ladungen,
  • veranlassen Zustellungen (z.B. von Urteilen) und überwachen deren Ausführung,
  • erstellen Protokolle von Gerichtsverhandlungen,
  • gewähren auf Antrag Akteneinsicht,
  • berechnen Gerichtskosten und überwachen Zahlungseingänge.

Ausbildung

In der Ausbildung lernen Sie den Ablauf des gerichtlichen Verfahrens kennen, etwa wie man Ladungen zu einem Gerichtstermin vornimmt oder Akten führt, wie Kosten und Fristen berechnet werden, was man bei den verschiedenen Sachgebieten wie beispielsweise Ehe- und Familiensachen, Strafsachen oder in der Zwangsvollstreckung beachten muss und natürlich auch, wie Informations- und Kommunikationstechnologien in der Arbeitsorganisation sinnvoll eingesetzt werden.

Die Ausbildung zum/zur Justizsekretär/in erfolgt in einem zweijährigen Vorbereitungsdienst und besteht aus berufspraktischen und fachtheoretischen Abschnitten sowie dem Prüfungsverfahren. Die fachtheoretischen Abschnitte finden im Kammergericht statt und die berufspraktischen Abschnitte finden an einem Gericht oder in der Staatsanwaltschaft statt.

In der praktischen Ausbildung durchlaufen Sie nahezu alle Fachabteilungen eines Gerichts. Sie beschäftigen sich dort mit Fällen wie Erbstreitigkeiten, Familiensachen, Strafverfahren oder Zwangsvollstreckungen, aber auch mit Register- oder Verwaltungssachen. Im Verlauf der praktischen Ausbildung bei der Staatsanwaltschaft sind Sie mit den unterschiedlichsten Ermittlungsverfahren und den nach der Verurteilung anstehenden Strafvollstreckungsverfahren befasst.

Zu Beginn der Ausbildung – dem sogenannten Vorbereitungsdienst – werden Sie in das Beamtenverhältnis auf Widerruf berufen und zum/zur Justizsekretäranwärter/in ernannt. Maßgeblich sind die zum Zeitpunkt der Ernennung geltenden gesetzlichen Voraussetzungen.

Verdienst

… während der Ausbildung

Der Grundbetrag für Justizsekretäranwärterinnen und -anwärter beträgt zurzeit monatlich 1.161,06 € brutto. Zusätzlich werden eine jährliche Sonderzahlung (Weihnachtsgeld) und abhängig vom Familienstand ggf. Familienzuschläge gewährt. Auf Antrag werden zudem vermögenswirksame Leistungen gewährt.

… nach der Laufbahnprüfung

Das Beamtenverhältnis auf Widerruf endet bei Bestehen der Abschlussprüfung kraft Gesetzes mit der Beendigung des Prüfungsverfahrens. Nach einer eventuellen Übernahme in ein Beamtenverhältnis auf Probe, die nicht garantiert werden kann, erhalten Sie als Justizsekretär/in Dienstbezüge, die der Besoldungsgruppe A 6 des Bundesbesoldungsgesetzes des Landes Berlin (BBesG Bln) entsprechen. Der Grundgehaltssatz beträgt zurzeit monatlich ca. 2.063,55 € brutto. Eine Erhöhung um 4,3 Prozentpunkte zum 01. September 2019 ist geplant. Hinzu kommen die jährliche Sonderzahlung (Weihnachtsgeld), ggf. eine Stellenzulage und Familienzuschläge. Auf Antrag werden zudem vermögenswirksame Leistungen gewährt.

Voraussetzungen

Für die Einstellung gelten bestimmte formelle Kriterien.
Zusätzlich sollten Sie auch unserem Anforderungsprofil entsprechen.

Schwerbehinderte Bewerber/innen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Die Bewerbung von Menschen mit Migrationshintergrund, die die Einstellungsvoraussetzungen erfüllen, ist ausdrücklich erwünscht.

Der Präsident des Kammergerichts behält sich entsprechend der Anzahl der eingehenden Bewerbungen vor, nur einen Teil der Bewerberinnen und Bewerber nach dem Prinzip der Bestenauslese am weiteren Auswahlverfahren teilnehmen zu lassen.

Karrierechancen

Nach einer erfolgreich absolvierten Ausbildung und mit drei Jahren Erfahrung in diesem Beruf, können Sie sich für eine Ausbildung zum/zur Gerichtsvollzieher/in bewerben. Die Auswahl erfolgt nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung.
Diese Zusatzausbildung dauert 1,5 Jahre.

Bewerbungsverfahren

Aktuelle Informationen bezüglich der Bewerbungsverfahren finden Sie hier.

Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Kampagnenseite Rechthaber-gesucht der Berliner Justiz. Dort finden Sie auch die Kontaktinformationen der jeweils zuständigen Ansprechpartnerin.