Unser Auftrag

Flur einer Station in der Justizvollzugsanstalt
Bild: SenJustV/BJV

In Gefängnissen (Justizvollzugsanstalten) warten Untersuchungsgefangene auf den Beginn ihres Prozesses. Verurteilte Täter und Täterinnen verbüßen hier ihre Strafe.

Täter, von denen eine sehr hohe Gefahr für die Gesellschaft ausgeht, werden nach der Strafhaft in der Einrichtung zum Vollzug der Sicherungsverwahrung untergebracht. Sicherungsverwahrung ist keine Strafe für begangenes Unrecht. Sie dient allein dem Zweck die Gefährlichkeit der Untergebrachten zu mindern oder zu beseitigen.

Rechtliche Vorgaben bestimmen den Auftrag

Link zu: Link zu "Gesetze für den Justizvollzug in Berlin"
Bild: eccolo – Fotolia.com

Die Aufgaben einer Justizvollzugsanstalt (JVA) sind in den entsprechenden Gesetzen festgeschrieben. Das gleiche gilt für die Einrichtung zum Vollzug der Sicherungsverwahrung.

Aus den Aufgaben ergibt sich ein Auftrag, der auch das Ziel jeder Inhaftierung und jeder Unterbringung ist.

Justizvollzugsanstalten

  • Gefangene sollen befähigt werden, künftig ein Leben ohne Straftaten zu führen.
  • Der Vollzug ist darauf auszurichten, dass er dem Gefangenen hilft, sich in das Leben in Freiheit einzugliedern.

Einrichtung zum Vollzug der Sicherungsverwahrung

  • Die Gefährlichkeit der Untergebrachten für die Allgemeinheit ist so zu mindern, dass die Vollstreckung der Sicherungsverwahrung möglichst bald ausgesetzt oder für erledigt erklärt werden kann.
  • Der Bezug der Untergebrachten zum gesellschaftlichen Leben ist zu wahren und zu fördern.
  • Den Untergebrachten ist sobald wie möglich die Teilnahme am Leben in der Freiheit zu gewähren.

Für Justizvollzugsanstalten und die Einrichtung zum Vollzug der Sicherungsverwahrung gilt gleichermaßen:

  • Die Allgemeinheit soll vor weiteren Straftaten geschützt werden.
  • Das Leben im Vollzug soll den allgemeinen Lebensverhältnissen soweit als möglich angeglichen werden.
  • Schädlichen Folgen des Freiheitsentzuges ist entgegenzuwirken.

Die Strafzeit sinnvoll planen

Verschiedene Schriftstücke liegen auf einem Tisch und werden von mehreren Personen diskutiert
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Am Anfang steht die Behandlungsuntersuchung. Fachkräfte mit einem Studienabschluss der Psychologie oder der Sozialarbeit führen die Untersuchung durch. Die Auswertung des Urteils, eventuell vorhandene Gutachten, das persönliche Gespräch mit den Inhaftierten und die Erfahrung der Untersuchenden bilden die Grundlage.

Es entsteht ein Bild von der Persönlichkeit, der Vorgeschichte und den privaten Verhältnissen der Person. Rückfallrisiko und der individuelle Förder- bzw. Behandlungsbedarf lassen sich dadurch einschätzen.

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen ein in den umfangreichen Vollzugs- und Eingliederungsplan. Er beinhaltet zum Beispiel die Ergebnisse des Diagnostikverfahrens, den voraussichtlichen Entlassungszeitpunkt, die Maßnahmen, die zur Erreichung des Vollzugsziels durchzuführen sind und die Frist zur Fortschreibung des Vollzugs- und Eingliederungsplans.

Vorbereiten auf das Leben „draußen“

Es zählt zu den Kernaufgaben des Justizvollzuges, die Gefangenen auf die soziale und berufliche Integration nach der Entlassung aus der Haft vorzubereiten.

In vielen Behandlungsmaßnahmen wird den Gefangenen Gelegenheit gegeben, sich mit den Ursachen ihrer Straffälligkeit auseinanderzusetzen, Defizite auszugleichen, Kompetenzen zu stärken und förderliche Außenkontakte zu pflegen.

Kalender
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Möglichst frühzeitig wird in Abstimmung mit

  • der Bewährungshilfe,
  • verschiedenen Trägern der Straffälligenhílfe und
  • anderen Berliner Einrichtungen

die Entlassung vorbereitet.

Lockerungen zur Erreichung des Vollzugsziels (Begleitausgang, unbegleiteter Ausgang, Langzeitausgang und Freigang) spielen insbesondere bei Straftätern, die längere Freiheitsstrafen verbüßen, eine wichtige Rolle, damit der Anschluss an Entwicklungen außerhalb des Justizvollzuges nicht verloren geht.

Schutz vor weiteren Straftaten - Sicherheit nach außen

Fenster mit Vergitterung
Bild: SenJustV/BJV

Eine sichere Anstalt ist heute ohne moderne Technik nicht vorstellbar. Dazu gehören beispielsweise die Videoüberwachungen der äußeren Sicherheitslinien oder körperschall-detektierte Zaunanlagen.

Zu diesem Zweck hat das Land Berlin in den vergangenen Jahren hohe Investitionen für Anschaffung, Instandhaltung und Modernisierung getätigt.

Die erheblich verbesserte Technik hat bewirkt, dass die Zahl der Ausbrüche in den vergangenen zehn Jahren drastisch zurückgegangen ist und sie kaum noch vorkommen. Gleichwohl wird nicht nur auf die Verlässlichkeit der Technik gesetzt.

Schutz vor weiteren Straftaten - Sicherheit nach innen

Zwei Verkehrsschilder, die in entgegengesetzte Richtungen zeigen. Auf dem einem Schild steht das durchgestrichene Wort "Risiko"; auf dem anderen das Wort "Sicherheit"
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Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen Berufsgruppen, vor allem des allgemeinen Vollzugsdienstes, sorgen für geordnete Abläufe und Strukturen innerhalb der Anstalt.

Was das genau bedeutet, ist z.B. in anstaltsinternen Verwaltungsvorschriften und Hausordnungen festgelegt. Einzelfälle werden mit Hilfe so genannter Sicherheitsverfügungen geregelt.

Auch die Technik unterstützt die Kolleginnen und Kollegen bei ihrem Handeln. Zur Sicherheitstechnik gehören unter anderem:

  • Alarmierungssysteme
  • Notrufanlagen
  • Personenortungssysteme
  • Kommunikationsanlagen wie Funk und Telefon
  • Schutzkleidung und
  • Hilfsmittel des unmittelbaren Zwangs wie Pfefferspray und Handfesseln

Schutz durch soziale Sicherheit

Ein Gefangener wird von einem Justizvollzugsbeamten im Gespraech informiert
Bild: Bildungsstätte Justizvollzug Berlin

In die Sicherheitskonzeptionen fließen auch Elemente der so genannten sozialen Sicherheit ein.

Hierzu gehören

  • Betreuung und Behandlung
  • Besuche
  • Seelsorge
  • Brief- und Telefonverkehr
  • Teilnahme an Gesprächsgruppen und Kulturveranstaltungen.