15.05.2018 Tag der Familie – nur die Kinder bleiben auf der Strecke?

Nr. 006 / 2018 – 15. Mai 2018

Beratungsfachkraft übergibt Freikarten an Frau

Schlagzeilen über boomende Arbeitsmärkte, historisch geringe Arbeitslosenzahlen und Unternehmen mit innovativen Ideen auf der Suche nach der besten Personalrekrutierungsstrategie bestimmen die Schlagzeilen seit einigen Monaten. Klar, dass in dieser wirtschaftlich guten Lage auch die Eltern mit Kindern profitieren. Tatsächlich?

Allein in Berlin ist die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften, die auf Leistungen der Grundsicherung, in den vergangenen vier Jahren um knapp 34.000 auf 280.271 Bedarfsgemeinschaften gesunken. Und dennoch ist der Anteil an Familien-Bedarfsgemeinschaften, also Haushaltsgemeinschaften mit Eltern und mindestens 1 Kind, in dieser Zeit von 14,9 auf 16,1% gestiegen. Bundesweit sind inzwischen über zwei Millionen Kinder von Grundsicherungsleistungen abhängig. Bedarfsgemeinschaften mit Kindern profitieren von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt also kaum. Das Risiko, dass sich Langzeitarbeitslosigkeit auf jüngere Generationen „vererbt“, steigt. Soziale Teilhabe und der Zugang am kulturellen Leben ist den betroffenen Kindern oft verwehrt.

In einem Bezirk, in dem mehr als jeder Vierte Leistungen aus dem Jobcenter erhält, begegnet das Jobcenter Berlin Mitte dieser Entwicklung mit einem in Berlin neuartigen, trägerübergreifenden Projektansatz. Hier werden Familien, in denen beide Partner arbeitslos sind, ganzheitlich und intensiv betreut – mit Blick auf die gesamte Situation in der Bedarfsgemeinschaft, manchmal in Beratungsgesprächen mit allen Familienmitgliedern gemeinsam oder an öffentlichen Orten außerhalb des Jobcenters.

Zum Internationalen Tag der Familie am 15.05.2018 haben sich die Kollegen im Projekt etwas Besonderes überlegt: An 40 Familien wurden Freikarten für das LABYRINTH KINDERMUSEUM BERLIN übergeben. In der Mitmachausstellung „1,2,3 Kulttummel“ haben die Kindern mit ihren Eltern die Möglichkeit, kulturelle und menschliche Vielfalt kennenzulernen und dabei auch den allgemeinen Blick auf die Welt und sich selbst zu schärfen. Zeichen setzen und kulturelle Teilhabe ermöglichen – das ist das Ziel des Geschäftsführers des Jobcenters Berlin Mitte, Lutz Mania, mit dieser Aktion.

Manchmal ist es die Summe der kleinen Dinge, die dazu beitragen, jungen Familien Möglichkeiten und neue Wege aufzuzeigen und sie in ihrer sozialen und beruflichen Integration zu fördern.

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