Urteil: Wellnesshotel darf Gäste unter 16 Jahren ablehnen

Urteil: Wellnesshotel darf Gäste unter 16 Jahren ablehnen

Ein Wellness- und Tagungshotel darf sich als «Erwachsenenhotel» ausrichten und Kinder und Jugendliche generell als Gäste ablehnen.

Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz

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Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz.

Die Betroffenen würden wegen ihres Alters zwar benachteiligt, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Für die unterschiedliche Behandlung gebe es aber einen sachlichen Grund, damit sei sie gerechtfertigt. Das Urteil vom 27. Mai 2020 wurde am Donnerstag schriftlich veröffentlicht. (Az. VIII ZR 401/18)

Geklagt hatte eine Familie mit fünf Kindern

Die Familie berief sich auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und wollte eine Entschädigung. Die Mutter hatte Ende 2016 im brandenburgischen Thermalort Bad Saarow für vier Nächte Zimmer angefragt. Das gewählte Hotel nimmt nur Gäste ab 16 Jahren auf und lehnte die Familie mit dieser Begründung ab.

Gericht verweist auf die unternehmerische Freiheit des Hotelbetreibers

Dagegen ist nach Auffassung der obersten Zivilrichter nichts einzuwenden. Bei der Auslegung des Antidiskriminierungsgesetzes sei auch die im Grundgesetz geschützte unternehmerische Freiheit des Hotelbetreibers zu berücksichtigen. Sein Haus sei «gerade auf solche Leistungen ausgerichtet, bei denen Ruhe und Entspannung nicht lediglich eine untergeordnete Rolle spielen». Die Einschätzung, dass sich damit «das an anderen Bedürfnissen orientierte Verhalten von Kindern nicht uneingeschränkt in Einklang bringen lässt», bewege sich im Rahmen seines unternehmerischen Handlungsspielraums.

Familie war mit ihrer Klage schon in den Vorinstanzen gescheitert

Die Richter waren auch der Ansicht, dass die Familie auf die schwerpunktmäßig angebotenen Leistungen «nicht in besonderer Art und Weise angewiesen» sei. Die Eltern hätten das Hotel nur ausgewählt, weil sie es von einem Jahre zurückliegenden Besuch kannten und es im Internet gute Kundenbewertungen hatte. In der Region gebe es andere Möglichkeiten, seine Freizeit in vergleichbarer Weise zu verbringen. Die Familie war mit ihrer Klage schon in den Vorinstanzen gescheitert. Der BGH wies nun auch die Revision zurück.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 9. Juli 2020