Ukraine

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30 Millionen Euro Entschädigung für jüdische Kaufhausunternehmensgruppe (Nr. 30/2014)

Pressemitteilung vom 12.06.2014

Die Bundesrepublik Deutschland muss den Erben der früheren jüdischen Eigentümer der Kaufhauskette Schocken AG insgesamt etwa 30 Millionen Euro an Entschädigung für die Entziehung des Unternehmens zahlen. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden.

Die Schocken-Unternehmensgruppe betrieb vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland zahlreiche Kaufhäuser, vor allem in Sachsen, aber auch in westdeutschen Städten und in Schlesien. Die jüdischen Eigentümer verloren ihre Unternehmen verfolgungsbedingt im Zuge der sogenannten Arisierung im Jahre 1938. Schon in den 1990´er Jahren waren etwa 30 Millionen DM an Entschädigung im Zuge der Privatisierung des damals noch in Betrieb befindlichen Kaufhauses in Chemnitz gezahlt worden. Im Streit um die Höhe der weiteren Entschädigung erkannte die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts Berlin den Klägern (Liquidationsunternehmen der in Israel und den USA wohnhaften Erben) nun eine weitere Entschädigung in Höhe von über 30 Millionen Euro zu. Wegen des zusätzlichen gesetzlichen Zinsanspruchs für NS-Verfolgte von 6 Prozent jährlich seit dem 1. Januar 2004 führt dies zu einem Gesamtbetrag von knapp 50 Millionen Euro.

Zu den bekanntesten Gebäuden der Unternehmensgruppe zählt das 1930 eröffnete Kaufhaus in Chemnitz, das der Architekt Erich Mendelsohn entworfen hat. In ihm befindet sich seit Mai 2014 das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz.

Gegen die Nichtzulassung der Revision kann Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt werden.

Teil-Urteil der 4. Kammer vom 28. Mai 2014, VG 4 K 389.12