Landgericht Berlin: Beginn der Hauptverhandlung wegen des Diebstahls einer Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum (PM 50/2018)

Pressemitteilung vom 18.12.2018

Am 10. Januar 2019 beginnt um 9:30 Uhr in Saal 700 vor dem Landgericht Berlin die Hauptverhandlung gegen vier Männer, die laut Staatsanwaltschaft im März 2017 die Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Berliner Bode-Museum entwendet haben sollen. Ihnen wird gemeinschaftlicher Diebstahl in einem besonders schweren Fall zur Last gelegt.

Laut Anklageschrift haben die Angeklagten den Diebstahl mindestens zehn Tage im Voraus geplant. Der Angeklagte Denis W. habe vor der Tat als Wachmann in dem Museum gearbeitet und vorab wichtige Hinweise zu den Taträumlichkeiten und den Sicherheitsvorkehrungen an die drei Mitangeklagten Wissam R., Ahmed R. und Wayci R. weitergegeben. Letztere sollen dann in der Nacht des 27. März 2017 über ein Fenster im 2. Obergeschoss in die Räumlichkeiten Am Kupfergraben eingebrochen sein und die Goldplatte mit einem Verkaufswert von ca. 3,75 Millionen Euro aus einer Vitrine entwendet haben. Anschließend seien sie mit der Münze über den angrenzenden Bahndamm geflohen.

Weil drei der Angeklagten zur Tatzeit Heranwachsende waren, wird das Verfahren vor einer Jugendkammer verhandelt. Die zuständige 9. Große Strafkammer hat die Anklageschrift vom 21. September 2018 mit Beschluss vom 22. November 2018 zur Hauptverhandlung zugelassen und zunächst insgesamt 12 Verhandlungstermine anberaumt.

Eine förmliche Akkreditierung ist nicht erforderlich. Medienvertreter werden jedoch dringend gebeten, sich bis zum 3. Januar 2019 bei der Pressestelle der Berliner Strafgerichte per Email (pressestelle.moabit@kg.berlin.de) anzumelden. Wir werden uns dann bemühen, ausreichend Presseplätze zur Verfügung zu stellen.

Hinweise zur rechtlichen Einordnung: Da in den Medien immer wieder von einem „Münzraub“ die Rede war, sei hier klargestellt, dass ein Raub gemäß § 249 des Strafgesetzbuches (StGB) eine Gewaltanwendung oder „Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben“ zur Wegnahme des Diebesgutes voraussetzt. Da nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft keine Begegnung mit Personal des Museums erfolgt ist und folglich weder Gewalt angewandt noch Drohungen ausgestoßen werden konnten, ist hier lediglich Diebstahl (§ 242 Absatz 1 StGB) angeklagt. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass hier die sog. Qualifikationen des § 243 Absatz 1 Satz 2 Nummern 1, 2 und 5 StGB verwirklicht wurden. Danach liegt in der Regel ein besonders schwerer Fall des Diebstahls vor, „wenn der Täter zur Ausführung der Tat in ein Gebäude (…) einsteigt (…)“ (Nr. 1), „eine Sache stiehlt, die durch ein verschlossenes Behältnis (…) gegen Wegnahme besonders gesichert ist“ (Nr. 2) und „eine Sache von Bedeutung für (…) Kunst (…) oder für die technische Entwicklung stiehlt, die (…) öffentlich ausgestellt ist“ (Nr. 5).

(Aktenzeichen: 509 KLs 41/18)

Lisa Jani
Sprecherin der Berliner Strafgerichte