Kammergericht: Symposium „Nürnberger Gesetze. 80 Jahre danach“ am 15./16. September 2015 (PM 44/2015)

Pressemitteilung vom 08.09.2015

Die Präsidentin des Kammergerichts
Elßholzstraße 30-33, 10781 Berlin

Am Dienstag, dem 15. September, und Mittwoch, dem 16. September 2015 findet im Kammergericht ein Symposium zu Vorgeschichte, Bedeutung und Folgen der NS-Rassegesetze statt:

Mit dem „Reichsbürgergesetz“ und dem „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“, die am 15. September 1935 in Nürnberg verabschiedet wurden, formulierte der NS-Staat seine Rassenideologie in Gesetzesform. Die Nürnberger Gesetze kodifizierten einen diskriminierenden Sonderstatus jüdischer Deutscher, der in den folgenden Jahren kontinuierlich verschärft wurde und eine Stufe in der Eskalation hin zur Vernichtungspolitik während des Krieges markiert.

Zudem schufen die Gesetze ein Apartheidssystem, durch das jüdische Deutsche und ihre Lebensbereiche von den nichtjüdischen Deutschen getrennt wurden. Dies begünstigte die Entsolidarisierung der Mehrheitsgesellschaft als eine wichtige Bedingung für die Deportationen und den Mord an den Juden. Die durch die Nürnberger Gesetze geschaffenen Bevölkerungskategorien bildeten schließlich auch den Anknüpfungspunkt für die Entscheidung, wer deportiert werden sollte.

Am 80. Jahrestag ihrer Verkündung sollen in Berlin die Vorgeschichte der Nürnberger Gesetze, die symbolische und juristische Bedeutung ebenso wie ihre Nachwirkungen in einer internationalen Konferenz diskutiert und dokumentiert werden. Die Eröffnung der Tagung im Plenarsaal des Kammergerichts ist von besonderer Bedeutung, da der Alliierte Kontrollrat im September 1945 an eben dieser Stelle die Nürnberger Gesetze für nichtig erklärt hatte.

Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz und des Bundesministeriums des Innern kooperieren für diese Tagung: Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, die Potsdamer Gedenkstätte Lindenstraße, Kammergericht und Verein Forum Recht und Kultur im Kammergericht e. V und Verfassungsgericht des Landes Brandenburg.

Mit Frank Bajohr, Gideon Botsch, Magnus Brechtken, Annemone Christians, Cornelia Essner-Conte, Rüdiger Ernst, Susanne Heim, Hans-Christian Jasch, Wolf Kaiser, Jürgen Kipp, Christoph Kreutzmüller, Barbara Lambauer, Ingo Loose, Beate Meyer, Jes Möller, Christian Müller-Lorenz, Monika Nöhre, Alexandra Przyrembel, Rainer Schröder, Reinhard Strecker und Thomas Schlemmer.

Eine Anmeldung der Presse bis zum 11. September 2015 ist unter der unten angegebenen Telefonnummer erforderlich; die Vorlage des Personalausweises bei Einlass wird erbeten.

Bei Rückfragen: Annette Gabriel (Tel: 030 – 9015 2504)

Das Programm ist unter http://www.berlin.de/sen/justiz/gerichte/kg/presse/ verfügbar.